Gleichstellung geht alle an


An den Campi der Universität Duisburg Essen ist kein Platz für Sexismus

An der Universität Duisburg Essen bemühen sich engagierte Studierende und Mitarbeiter*innen täglich um die Gleichstellung der Geschlechter. Schon seit längerem gibt es an der UDE das Gleichstellungsbüro, das sich mit dem Problem der Geschlechterdiskriminierung beschäftigt, vielen Studierenden aber unbekannt sind.

„Sexistischer Plakatwerbung auf dem Campus stehen Studierende manchmal hilflos gegenüber, genauso wie dem Verhalten einiger Studierender auf Uniparties und verbalen Angriffen“, sagt Jana Hermann, studentisches Mitglied im Gleichstellungsbüro der UDE. „Wer bei sexistischen Witzen nicht mitlacht oder sogar sagt, dass das nicht lustig ist, wird oft als engstirnig gesehen“, so Jana Hermann weiter. Da passiere es viel zu selten, dass sich jemand traue, sich zu beschweren.

Offenes Ohr online

Für Beschwerden über sexistische Vorfälle gibt es auf der Website der Universität einen elektronischen Kummerkasten. Dort kann Kritik auch völlig anonym hinterlassen werden. Genauso  ist es allerdings möglich eine Mailadresse anzugeben, falls eine Antwort gewünscht ist. Trotz dieses Angebots gibt es in den Augen von Jana noch viel zu wenig Rückmeldung. „Die Hemmschwelle mag immer noch zu groß sein, gerade bei Traumata oder der Befürchtung, das Problem sei zu klein, als dass man sich darüber schon beschweren könnte“, so die Studentin für  Gleichstellungsarbeit weiter. Vielen Frauen werde erst später wirklich bewusst, dass sie sexueller Diskriminierung ausgesetzt waren. Dann glaubten einige, es sei zu spät darüber zu sprechen.

Dabei beschränkt sich Janas Aufgabengebiet nicht auf Geschlechterdiskriminierung im engeren Sinn. Bei Belangen von studierenden Eltern oder pflegenden Familienangehörigen kann sie ebenfalls eine vermittelnde Rolle übernehmen, falls die Hochschule deren besondere Situation nicht stark genug berücksichtigt.

Gremien für Gleichstellungsarbeit

Zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Ingrid Fitzek und deren zwei Stellvertreterinnen arbeitet Jana Hermann im Gleichstellungsbüro daran, den Sexismus an der Universität Duisburg Essen zu reduzieren. Die Gleichstellungsbeauftragte ist dazu berechtigt, mit beratender Stimme an Sitzungen des Hochschulrats, des Senats, der Kommissionen und des Rektorats teilzunehmen. Davon unabhängig gibt es an der Uni eine Gleichstellungskommission. Zu ihren Aufgaben gehört neben der Entwicklungsplanung das Erarbeiten von Grundsätzen, Modellen und Stellungnahmen zur Gleichstellung an der Hochschule. Außerdem hat sie eine beratende Funktion beim Erstellen von Frauenförderplänen. Auch in der Gleichstellungskommission gibt es immer jeweils zwei Studierende, die stimmberechtigt sind.


Alltagssexismus?

Dass Frauen im Durchschnitt deutlich weniger verdienen als Männer und seltener in Führungspositionen vertreten sind, dafür aber deutlich häufiger in alltäglichen Situationen Belästigungen ausgesetzt sind, wird häufig als Alltagssexismus bezeichnet. Ein schwieriger Begriff, sagt Jana Hermann. „Gibt es etwa unterschiedlichen Sexismus im Alltag und an Feiertagen? Das könnte so verstanden werden, dass es schlimmen Sexismus gibt, Vergewaltigung zum Beispiel – und auf der anderen Seite Sexismus, der vielen Frauen im Alltag passiert und deswegen nicht ganz so schlimm ist“, sagt die Studentin für Gleichstellungsarbeit. Diese Verharmlosung eines zentralen gesellschaftlichen Problems ist Jana Hermann ein Dorn im Auge. Daher sieht sie es als Fortschritt an, dass aktuell verstärkt über Sexismus diskutiert wird. Eine Konkurrenz zwischen diesen Missständen und an