Schreibwerkstatt: Richtig mit Worten jonglieren

Schreibwerkstatt: Richtig mit Worten jonglieren

Wer einen Rat zum Schreiben braucht, ist hier genau richtig. Ob es um Rechtschreibung, einen bestimmten Ausdruck oder Formalitäten einer Textsorte geht, die Mitarbeiter*innen der Schreibwerkstatt der Universität Duisburg-Essen informieren bei vielen Schreibanlässen. Neben der persönlichen und telefonischen Textberatung werden semesterbegleitende Seminare, mehrstündige Crashkurse und ein Schreibtrainer zum selbstständigen arbeiten angeboten.

Seit zehn Jahren gibt es die Schreibwerkstatt nun. Aus dem Projekt, das vorerst ein Angebot nur für Germanistikstudierende der Universität Duisburg Essen war, ist heute ein zehnköpfiges Team geworden, dass täglich Fragen zu allen Schreibanlässen innerhalb und außerhalb der Uni beantwortet.

Am Campus spielt die Musik

An jedem Werktag findet in R12 R05 B26 von 12 bis 13 Uhr ein persönliche Textberatung statt, zu der man ohne Anmeldung kommen kann. „Am Duisburger Campus haben wir leider keine Büros“, so Alexander Holste, der seit fünf Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Schreibwerkstatt tätig ist. Die Beratung findet daher in Duisburg in der Fachbibliothek LK statt, dienstags bis donnerstagss 16 bis 17 Uhr. In Essen müssen die Büros jedoch auch bald weichen. „Wir haben uns dagegen gewehrt, aber leider müssen die Büros der Schreibwerkstatt im Juli in die Weststadttürme umziehen. Wir hoffen jedoch, dass unsere Besucherzahlen nicht einbrechen, denn am Campus spielt nun mal die Musik“, sagt Alexander Holste. „Die Sprechzeiten in der Bib am Essener Campus bleiben aber trotzdem noch erhalten. Dort werden wir nach wie vor dienstags bis donnerstags von 16 bis 17 Uhr beraten. Wir sitzen bewusst dort, wo die Recherche stattfindet, denn die Suche nach der passenden Literatur und das Schreiben geht miteinander einher.“

„Ich kann die persönliche Textberatung nur weiter empfehlen.“

„Ich bin erst einmal in der Beratung der Schreibwerkstatt gewesen. Man hat sich sehr lange für mich Zeit genommen und ich hatte auch danach noch die Möglichkeit telefonisch oder per Mail beraten zu werden. Für mich war das sehr wichtig und ich kann die persönliche Beratung auch nur weiter empfehlen“, so Melanie Wenn, die gerade an ihrer Wirtschaftsdidaktik- Hausarbeit schreibt. Alexander Holste sagt „In der Regel sollte man mit mindestens 30 Minuten Beratungszeit rechnen. Es kann aber auch schnell mal passieren, dass daraus eine bis eineinhalb Stunden werden. Wenn in so einem Fall dann noch ein Student vor dem Büro warten sollte, rufen wir einen Kollegen an, der dann übernimmt.“ Lange Wartezeiten gibt es also gewöhnlich nicht vor der Schreibwerkstatt. „Tendenziell kommen zwar die meisten Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit oder am Ende des Semesters, aber durch die Verschiebung des Semesters der Wirtschaftswissenschaften haben wir noch nie Probleme damit gehabt alle beraten zu können.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Schreibwerkstatt bietet nicht nur Hilfe bei Formulierungen und Argumentationen in Texten. Die Mitrbeiter*innen helfen Studierenden außerdem dabei neue Aspekte und Alternativen des Sprachgebrauchs zu finden und ihren Text mit den Augen eines andern zu lesen, damit diese lernen ihren Text selbst beurteilen zu können.Das Korrekturlesen ist nämlich nicht die Aufgabe der Schreibwerkstatt. „Sobald man einmal einen Berater hat, bleibt dieser in der Regel auch der Berater. Häufig reicht aber auch schon ein Termin. Hilfe zur Selbsthilfe ist nämlich das, was wir verfolgen.“ Sollten doch mehrere Besprechungen nötig sein, kann es sogar sinnvoll sein sich gezielt eine*n Mitarbeiter*in aus dem Team der Schreibwerkstatt auszusuchen, der*die dem eigenen Fach angehört. Das zehnköpfige Team besteht nämlich aus Fachleuten verschiedener Fachrichtungen.

Aufgehängt oder aufgehangen?

Am Sprachtelefon können von Dienstag bis Donnerstag, 10.30 bis 12 Uhr Fragen gestellt werden. „Wir bekommen Anrufe von Lehrstühlen, Sekretärinnen und Übersetzern. Häufig werden Fragen gestellt wie beispielsweise: Heißt es ‚Ich habe die Wäsche aufgehängt oder ich habe die Wäsche aufgehangen?‘ Sogar ein Hochzeitspaar hat schon wegen der Formulierung ihrer Einladungen angerufen“, so Alexander Holste. In den vier- bis sechsstündigen Crashkursen, die die Schreibwerkstatt an beiden Campi anbietet, werden solche Probleme unter anderem auch geklärt. Zu den Themen wie beispielsweise „Richtig gut schreiben“, „Warum schreibt man das wie?“ oder „Ausdrucksfehler vermeiden“ werden typische Fehlerquellen besprochen und Irrglauben ausgemerzt. Die semesterbegleitenden Kurse finden wöchentlich statt und sind dazu da, das Schreiben eines Textes zu begleiten. Für beide Angebote ist eine Anmeldung über das LSF nötig, wo die Schreibwerkstatt im Vorlesungsverzeichnis sogar einen eigenen Unterpunkt hat. „Wir haben aber so weit ich mich erinnern kann noch nie jemanden weggeschickt, der sich nicht im LSF angemeldet hatte“, so Alexander Holste. [sabi]