Eine einseitig geführte Debatte
Die Diskussion rund um die von der Anglistik veranstalteten Ausstellung „What Comics can do“ in der Essener Universitätsbibliothek geht weiter. Am 17. Juni hatte eine muslimische Studierende ein Poster der Ausstellung mit Darstellungen aus Craig Thompsons Orient–Graphic Novel „Habibi“ aufgrund von verletzten religiösen Gefühlen (akduell berichtete) abgehangen und Bibliotheksmitarbeiter*innen übergeben. Nach Redaktionsschluss der letzten Ausgabe wurde bekannt, dass die gleiche Studentin am 24. Juni ein weiteres Poster, mit Abbildungen aus dem Buch „Blutspuren“ von der israelischen Zeichnerin Rutu Modan, abhing und mit einer Schere zerschnitt. Die Ausstellung wurde daraufhin abgebrochen. Statt über Rassismus zu diskutieren, beschränken sich Medien und Universität jedoch weiterhin auf einen angeblichen Konflikt zwischen Kunst und Meinungsfreiheit.
Das Echo auf den Vorfall rund um die Ausstellung der Anglistik war groß: Ruhrgebietsmedien wie WAZ oder WDR, aber auch die Welt und die taz beschäftigten sich bundesweit mit den Aktionen der muslimischen Studentin. In der anfänglichen Diskussion nach dem Abhängen der Craig Thompson Novel ging es dabei fast ausschließlich um den alt bekannten binären Diskurs zwischen Religion und Meinungsfreiheit. Während RTL West einen enthusiastischen Kommentar zur Meinungsfreiheit ausstrahlt, treibt es der Tagesspiegel auf die polemische Spitze, der damit aufmacht: An der Uni Duisburg-Essen wird eine studentische Ausstellung geschlossen – aus Angst vor Muslimen, die sich provoziert fühlen könnten. Wieder ein Fall von Selbstzensur in Deutschland.
Polemik statt Auseinandersetzung
Neben dieser Polemik gibt es aber auch Stimmen die den eigentlichen Diskussionsbedarf der Graphic Novel Thompsons erfassen. Die Bloggerin Nadia Shehadeh schreibt auf shehadistan.com: „Es geht also um ein [anscheinend] problematisches Plakat, dass für rassistische (und sexistische, und orientalistische, und-und-und) Inhalte kritisiert wird. Was man natürlich merkwürdig finden kann, wenn man sich noch nie mit Aneignung oder Post-Kolonialismus oder stereotypem Rassismus oder *ismen auseinander gesetzt hat.“ Sie erkennt, dass die Debatte, die sich eigentlich mit Rassismus beschäftigen sollte, weder in den Medien, noch an der Universität angekommen ist: „Ich schätze mal, dass es tatsächlich viele Leute gibt, die die Problematik solcher Abbildungen nicht verstehen. So ist die Welt, das Leben ist hart, und auch bei der heiligen Einfaltigkeit der akademischen Elite von morgen, die solche Plakate aufhängt, müssen nicht immer viele Groschen gefallen sein, doch sei’s drum.“
Antisemitische Motive?
Neben der Auseinandersetzung mit den rassistischen Darstellungen in Habibi, behauptete die taz, dass es zu antisemitischen Vorfällen gekommen sei. Die Zeitung schreibt, dass eine Abbildung von Rutu Modan, die eine israelische Friedensdemonstration zeigt, durch die Studentin zerschnitten worden wäre: Es liegt mehr als nahe, dass ihrer Aktion ein handfestes antiisraelisches, wenn nichtantisemitisches Motiv zugrunde lag.
Laut akduell-Informationen hat die Studentin jedoch keine israelische Friedensdemonstration zerschnitten. In der Abbildung sollen mehrere Demonstrationsplakate in den Müll wandern. Eines von ihnen trägt den Schriftzug „allah“, diesen hat die Studentin entfernt. Das gab der Bibliotheksdirektor Albert Bilo auf der vergangen Senatssitzung nach Anfrage bekannt. Der von der taz in diesem Fall erfundene Antisemitismus hat demnach keine Grundlage und lenkt von der notwendigen Debatte über antimuslimischen Rassismus ab.
Die Universität reagiert auf die Schlagzeilen mit einer öffentlichen Pressemitteilung: „An einer Universität darf es keine Denkverbote geben. Schließlich ist die Universität ein Ort der Toleranz und Wissenschaftsfreiheit. Es entspricht dem Wesen des wissenschaftlichen Diskurses, auch gegensätzliche Standpunkte auszuhalten“, erklärt Rektor Ulrich Radtke. Sie will den Comic jetzt von einem Islamwissenschaftler prüfen lassen. Statt sich mit dem exostisierenden westlichen Blick auf den Orient in Thompsons Novel auseinanderzusetzen, wollen die Geisteswissenschaften ein Kolloqium zum Thema „Hochschule und Meinungsfreiheit“ organisieren. „Wir stellen uns gern der Debatte, die wir mit der Ausstellung ausgelöst haben. Wissenschaft ist schließlich Dialog“, so der Anglisitik-Professor Frank- Erik Pointer. Die Geisteswissenschaft reduziert sich damit aber nur auf eine Seite der verschiedenen Diskurse, statt den eigentlichen Diskussionsbedarf zu erkennen. [mac]

“antimuslimischen Rassismus”… ohhh jeeehhh, und schon auf die Propaganda von Muslim Brotherhood & Co freiwillig reingefallen.
Für die gaaanz langsamen Denkerinnen, die an der Uni keine Originaltexte lesen:
man inszeniere sich als rassistisches Opfer. Da es genug Rassismus in Europa gibt… kann Rassismus gegen muslimische Ausländer/innen (Xenophobie) locker als Islamophobie uminterpretiert werden und eine politische Gruppe kann dann die Muslime als kollektives Opfer vertreten, sie verteidigen und die islamische Vorreiterrolle übernehmen. Kennt man doch von Aikido: die Kraft des Gegners nutzen…
Kann doch auch ohne Zugang zum Internet und zu den Originalschriften von Brotherhood & Co nicht so schwer sein, einfach mal als Mensch denken statt zu plappern.
Schade nur, dass die “akduell-Informationen” falsch sind. Weder wandern “mehrere Demonstrationsplakate in den Müll”, noch trägt eines den Schriftzug „allah“. Wenn der Autor schon meint, einen solchen Kampfartikel schreiben zu müssen, sollte er sich wenigstens vorher genau informieren, ob etwas wirklich “keine Grundlage” hat. Es kommt mir übrigens erschreckend deutsch vor, wenn jemand meint, die Frage, ob antiisraelische oder gar antisemitische Motive hinter der Zerstörungsaktion der Studentin stehen könnten, lenke “von der notwendigen Debatte über antimuslimischen Rassismus ab”.
Es wirkt eher wie ein deutscher Reflex einer Muslima pauschal Antisemitismus zu unterstellen in einer Situation in der es noch gar keine Fakten gibt.
1. Es gibt ja Fakten, nämlich das Bild, aus der die Studentin einen arabischen Schriftzug herausgeschnitten hat – und zwar nicht das Wort “Allah”, wie es die Uni innerhalb von rund drei Wochen eigentlich auch schon selbst herausgefunden haben könnte. 2. Ich unterstelle garnichts und schon gar nicht “pauschal”, sondern verenge die Motivsuche nur nicht so einseitig, wie es die Hochschule und auch die ak[due]ll leider tun.
Tip: versuchen Sie einer ideologisierten Frau wie dieser einmal den Satz zu entlocken, dass Israel ein legitimer Staat ist, in dem Juden / Moslems / Drusen & andere Gruppen frei leben können.
Sie ernten nur drei Varianten:
a) Schweigen
b) ja, aber … (Konzept al-Taqiyya)
c) und die dritte Variante, wenn sie offen sein darf, die sich aufzuschreiben hier nicht lohnt
Sie haben offensichtlich in diesem speziellen Fall ein interkulturelle Bildungslücke. Daher drehen Sie einfach alles um und suchen nach einer Entschuldigung für eine Unsinns-Tat (mit hohem Symbolcharakter denn die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut).
Sich auf eine Quelle wie den Bibliotheksdirektor zu beziehen, in dessen Verantwortungsbereich die Ausstellung gezeigt wurde, halte ich für legitim.
Ich finde im Gegensatz aber schon, dass es eine einseitige Motivsuche ist, wenn man einer muslimischen Studierenden Antisemitismus unterstellt, ohne mit ihr vorher gesprochen zu haben. So kann man über ihre Hintergründe nur spekulieren, wie Sie es in Ihrem Artikel “Uni zeigt Studentin an” auch klar tun: “Die arabische Formulierung hat die Frau herausgeschnitten – möglicherweise, weil sie nichts Arabisches im von ihr feindlich wahrgenommenen israelischen Alltag dulden möchte.”
Hier sticht vor allem das kleine Wort “möglicherweise” heraus, das eine Spekulation Ihrerseits nahe legt. Ich würde hier mit der Studentin sprechen, anstelle den Versuch anzustellen mich in Sie hineinzuversetzen. So bleibt es dann doch eben nur eine Spekulation, noch dazu aus einer anderen Perspektive. Dazu mit “Eine muslimische Studentin beschädigt ein Ausstellungs-Exponat – offenbar aus Hass auf Israel”, in dem oben genannten Artikel aufzumachen mutet nicht weniger wie ein Kampfartikel an.
Denn auch eine andere Interpretation des Bildes ist “möglich”: Die Studierende könnte gedacht haben, dass das Protestschild in den Müll wandert. Schließlich ist gerade nicht genau zu erkennen, ob die Demonstrant*innen hier ihre Taschen packen, oder die Plakate entsorgen. Sie könnte sich davon angegriffen gefühlt haben, dass gerade das auf Arabisch verfasste Plakat weggeworfen werden sollte, oder zumindest in einen Sack versteckt.
Aber auch das wären reine Spekulationen, wie man an den zahlreichen Konjunktiven erkennen kann. Jemandem Antisemitismus vorzuwerfen, ohne es bestätigen zu können – da wäre ich sehr vorsichtig.
Sie haben recht: Sich auf eine Quelle wie den Bibliotheksdirektor zu beziehen, in dessen Verantwortungsbereich die Ausstellung gezeigt wurde, ist durchaus legitim. Es gibt hier nur drei Probleme. Das erste Problem: Nach meiner Information behauptet der Bibliotheksdirektor gar nicht, dass das Wort “Allah” herausgeschnitten worden sei. Auch auf der Senatssitzung soll er angegeben haben, nicht zu wissen, was die herausgeschnittenen arabischen Zeichen bedeuten. Dass sie “Allah” bedeuten könnten, war nur eine – peinliche – Spekulation, die sich inzwischen hat widerlegen lassen. Das zweite Problem: Auch wenn dort “Allah” gestanden hätte, wäre das noch kein Beleg dafür, dass nicht ein antiisraelischen oder gar ein antisemitisches Motiv hinter der Tat steht. Denn auch streng religiöse muslimische Studierende sehen nicht alleine deswegen ihre religiösen Gefühle verletzt, weil irgendwo das Wort “Allah” auftaucht. Dass das bei der studentischen Bilderstürmerin anders sein könnte, ist nicht mehr als eine fragwürdige Spekulation. Das dritte Problem: Wenn es zu einer solchen Tat kommt, halte ich es für notwendig, sich ausführlich mit den möglichen Motiven zu beschäftigen. Bei dem Protest gegen die “Habibi”-Collage ist das nicht besonders schwer, anders sieht es bei der “Exit Wounds”-Collage aus. Da liegt m.E. eine andere Interpretation näher, als die, dass sich die Studentin in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen könnte. Deswegen habe ich die für mich näherliegende Interpretation benannt, dabei allerdings gekennzeichnet als eine Möglichkeit, nicht als bewiesene Tatsache. Was mich erschreckt: Nach meinem Eindruck will die Hochschule in diese Richtung nicht einmal denken. Stattdessen lässt sie die “Exit Wounds”-Collage von Islamwissenschaftlern überprüfen, was ich für absurd halte.
Ich glaube auch nicht, dass die Ausstellung aus Angst vor den Muslimen geschlossen wurde, jedenfalls nicht in erster Linie. Soweit ist es noch nicht ganz. Die scheißen sich vor ihrer eigenen politischen Korrektheit in die Hose. Dieser Artikel ist ein Beweis dafür.
Diese Studentin will anscheinend nicht reden, sondern zerstören und hin und wieder vielleicht pöbeln. Solange das so ist, ist eine Rassismusdebatte in dieser SItuation auch nciht notwendig, sondern eben eine über Religion vs. Meinunsfreiheit. Junge Bilderstürmerin, wenn Sie Gesprächsbedarf haben, dann machen Sie den Mund auf. An der Uni sollten Sie das gelernt haben. Den Umgang mit der Schere hingegen im Kindergarten.
Man mag sich über den Inhalt der Poster streiten, wie man möchte aber ich finde allein das Wort “anti-muslimischer Rassismus” ist lächerlich.
Das Wort Rassismus bezieht sich auf eine Zuweisung von Attributen an eine oder mehrere bestimmte “Rassen”, welche sich dadurch zurecht diskriminiert fühlen dürfen. Soweit ich weiß sind glaubensangehörige des Islam jedoch keiner Nationalität oder eben “Rasse” zugehörig, sondern einer Religion. Und auch wenn wir in Deutschland glücklicherweise Religionsfreiheit haben ist religionskritik gerade in der Kunst nicht mit Diskriminierung gleichzusetzen. Ansonsten möge doch bitte jeder Christ ab sofort T-Shirt Hersteller anklagen auf denen umgedrehte Kreuze abgedruckt sind.
Man sollte nicht meinen das wir an einer Uni sind, so plump und undifferenziert sind die kommentare hier. Er wird hier “Rasse” mit “Nationalität” in einen Topf geworfen und dann einfach kopflos drauflos gepöbelt.
Antimuslimischer Rassismus ist im antirassistischen Diskurs längst angekommen, selbst vom DGB werden dazu inzwischen Broschüren veröffentlicht(oder Gastbeiträge bei Zeit-online: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/12/07/antimuslimischer-rassismus-im-blickpunkt_10803).
Antimuslimischer Rassismus ist eben ein Rassismus der muslimische Menschen betrifft oder solche die dafür gehalten werden. Die Argumentationsmuster und Diskriminierungsstrategien sind dabei die gleichen wie beim gängigen Rassismusbegriff, nämlich pauschale Attributszuschreibung gerne auch aufgrund von Aussehen oder Herkunft. Dabei müssen die betroffenen Personen nichtmla zwingend wirklich praktizierende Muslime sein und können trotzdem Opfer dieser rassistischen Argumenationsstrategie werden.
Daß der DGB sich die diverse Kampfpropaganda von Muslimbroderhood Co. zu eigen macht, verwundert nicht, macht diese “Argumente” aber nicht richtiger. Der DGB teilt mit denen auch die Israelfeindlichkeit. Der Begriff “Antimuslimischer Rassimus” ist ein Propagandabegriff; er ist künstlich aufgesetzt; diese und andere ebenso sprachliche wie pseudowissenschaftliche Kunstprodukte sind im wesentlichen Inhalt immer derselben Pawlowschen Reflexe, die bei jedem Ansatz einschlägiger Kritik fast schon postwendend sichtbar werden.
Man stelle sich vor, eine polnische Studentin bearbeitet einen Papst-Comic von Walter Moers mit der Schere, eine Lateinamerikanerin kippt Säure auf ein Bild, das die heilige Maria als Pin up zeigt und eine Griechin schmiert das Wort “Räuber” auf ein Poster, auf dem die Hagia Sofia abgebildet ist.
Dann wird vielleicht klarer, welche Art von kulturellem Selbstverständnis wir in Europa keinesfalls brauchen, egal von wem.
Als Ex-Student der Universität Duisburg-Essen kann ich nachvollziehen warum man die Angestellten der Bibliothek schützen mußte. Der Vorfall ist eine Kleinigkeit im Vergleich zu dem was ich erlebt habe. Es mußte schon damals Sicherheitspersonal eingestellt werden um die Taschen zu kontrollieren, weil während des Ramadan dann Abends jede abgeschiedene Ecke hinter den Bücherregalen genutzt wurde um nach dem Fasten zu essen und Tee zu kochen. Wenn dann ein Angestellter oder ein für die Klausuren lernender Student auf die Richtlinien und vor allem Brandschutzordnung einer Bibliothek hinwies, wurde man von einer Überzahl die aus verschiedenen Ecken zusammenlief in fremden Sprachen zusammengeschrieen, einzig das Wort Rassist konnte man verstehen. Ruhe gab es sowieso nicht mehr in der Bib. In der Mensa wurde Kurden, die von Moslems wegen ihres Aussehens als zugehörig empfunden wurden, dann ins Essen gespuckt und sie wurden als Kuffar beschimpft. Im Internetraum der Bauingenieure hat mal einer ein Internetradio veranstaltet. Kein Witz. Der hat in ein Mikrofon Ansagen gemacht und dann von seinem Handy orientalische Musik in schlechter Qualität abgespielt. Als die Administratorin im Dienst ihm klar machte wofür diese Räumlichkeiten eigentlich benutzt werden machte der Student ihr klar dass Frauen ihm gegenüber nichts zu sagen hätten. Sie sei unrein und eine Schlampe.
Auch werde ich nie vergessen wie bei einer Mercator Veranstaltung von Necla Keleck hunderte türkische Studenten lauthals das Audimaxx verliessen als sie das Wort Kurdistan benutzte, oder wie gefeiert wurde als am 11. September im World Trade Center 3000 Ungläubige getötet wurden.
Diese Uni hat viel mehr Probleme als Plakate die zerschnitten werden
Das hier sind für jeden echten Studenten der Uni Duisburg-Essen leicht erkennbare Lügen. An “Sicherheitspersonal”, das “Taschen kontrolliert” hätte, kann ich mich nicht erinneren (und ich studiere hier schon lange). Schon alleine auch deswegen, weil man Taschen ja sowieso nicht mit reinnehmen darf – schon daran kann man erkennen, dass der gute Mann unsere Bibliothek wohl nie ernsthaft von innen gesehen hat.
Dass fastende Muslime in der Mensa anderen ins Essen gespuckt hätten, ist ebenfalls eine leicht erkennbare Absurdität – warum sollten fastende Muslime denn überhaupt in die Mensa gehen? Nur zum Anderen-ins-Essen-Spucken? Lol. Feiern zum WTC-Attentat? Lächerlich. Und die Kelek-Geschichte – na gut, ich war nur beim Duisburger Vortrag, nicht in Essen. Der lief aber völlig unauffällig ab. Dazu soll also vielleicht jemand anders was sagen.
Alles in allem die üblichen antimuslimisch-rassistischen Lügen von PI&Co., die offenbar auf unsere Uni aufmerksam wurden.
Die Universitäten waren im Dritten Reich nicht etwa Mauern des Widerstandes, sondern im Gegenteil Keimzellen der Ideologisierung und Sammelbecken der Unterwerfung. An dieser Grundhaltung hat sich bis heute nichts geändert, wenn auch die Ideologien wechseln, denen man beflissen Tür und Tor und Hirn öffnet.
Hallo lieber Moritatensänger!!
Welcome to my f*cking hometown!
Ja, so ist das mit den Unis. @Harald weiter oben hat die Zustände ja treffend beschrieben.
Aber München hat es zur Zeit auch nicht leicht. (Stichwort Ziem – wo das hinführt, kann in Köln Ecke Innere Kanalstr. und Venloer Str. betrachtet werden!, und das ist noch nichtmal die erste-Sahne-Innenstadtlage! But dominating!)
Egal, Cabriowetter, Grüße an die J-Lady!!
Euer treuer Leser DW
Mir scheint die TAZ wesentlich glaubwürdiger über den Vorfall zu berichten. Hier wird versucht eine wirklich hässsliche Aktion gegen sozusagen “entartete Kunst” schönzureden.
Wieso reden wir hier eigentlich von “Rassismus” wenn das Bild eines war dann war es Blasphemie, aber kein Rassismus und Blasphemie ist meiner Meinung nach erlaubt und auch legitim.
Wenn Carolin Kebekus “Dunk den Herrn” produzieren darf, dann muss auch dieses weit harmlosere Bild akzeptiert werden. Es ist in keinster Form rassistisch sich auf satirische Art und Weise über eine Religion zu äußern. Und genau das ist der Kern des Punktes, man versucht mit dem Artikel Verständnis für eine Aktion zu finden für die man kein Verständnis haben darf, es war eine Ausstellung die auch provozieren wollte und das ist der Sinn von Kunst und mal ehrlich wäre es um einen christlichen Gott gegangen hätte sich niemand empört an der Uni.
Wichtig ist für mich, dass die Studentin klar gemacht bekommt, dass sie ordentlich scheiße gebaut hat. De facto finde ich es aber nicht so schlimm, dass man jetzt so einen Hype drum mahen muss, dass am Ende das Mädel noch einen ernsthaften Schaden davon trägt, sie hat Mist gebaut, aber man muss auch mal an ihre Psyche denken bei den ganzen Medien.
Sorry man konnte den letzten Satz falsch verstehen auf Grund der falschen Punktation, ich meinte was sie gemacht hat ist scheiße aber kein Weltuntergang und man sollte bei dem ganzen Hype auch dran denken, dass es noch eine recht junge Dame war der man die Zukunft nicht verbauen sollte.
Das Poster durfte ja auch produziert werden. Genauso wie bei Kebekus nur nicht öffentlich präsentiert
Ist diese “Studentin” immer noch eingeschrieben?
Was wollen Sie, ein Scherbengericht? Gesinnungsprüfung und psychologisches Profiling, bevor man sich zu einem Studium einschreiben darf?
Es gibt in diesem Land rechtsstaatliche Verfahren.
“Scherbengericht” ist in dem Zusammenhang echt witzig.
Aber ein paar Facts: Die Studentin… oops… darf man ja nicht mehr sagen… das Studierende, in diesem Fall ganz offensichtlich nicht männlich, da Kopftuch, scheint wohl türkische Wurzeln zu haben.
Waren Sie schonmal in der Türkei, Sebastian? Waren Sie schonmal an einer Uni in z.B. Istanbul? Wussten Sie, dass in der Türkei bis vor ganz Kurzem das Tragen religiöser Symbole, und insbesondere des Kopftuches, ein VERFASSUNGSBRUCH war?
Das hat Erdogan mittlerweile geändert. Aber immer noch sind die in Kopftücher verpackten Studentinnen in Istanbul die absolute Minderheit (ganz im Gegensatz zu Essen, jedenfalls bezogen auf das Glaubensbekenntnis!, da sind die Kopftücher in der absoluten Mehrheit!). Man kann dazu übrigens auch gerne Fotos türkischer StudentINNen z.B. von den aktuellen Anti-Erdogan-Demos in Istanbul und Ankara anschauen. Alles gechillte Girls in Bikinis oder T-Shirts.
Es geht nicht um ein Scherbengericht.
Es geht um religiöse, und, ja: auch rassistische und antisemitische Indoktrination, die von Vertretern des radikalen politischen Islam an uns, freiheitlich Denkenden egal welcher Herkunft oder politischer Couleur, vollzogen werden soll und, solange dieses Treiben derart beschwichtigend belgeitet wird wie Sie das tun, auch vollzogen WIRD.
Bekopftuchte Damen, die demonstrativ Nicht-Genehmes (wohlgemerkt: wir befinden uns NICHT in Istanbul!, und selbst dort wäre ein derartiger Destruktionsakt an der Uni unvorstellbar!) zerstören, gehören zu den Truppen der Indoktrination.
Das KANN man toll finden. Muss man aber nicht.
Nachtrag: hatte Sie womöglich missverstanden, Sebastian. Insofern bitte ich den gegen Sie gerichteten vorwurfsvollen Ton zu entschuldigen.
In der Sache stehe ich aber zu oben Gesagtem.
Müssen sich halt andere Diskutanten den Schuh anziehen.
Es ist merkwürdig, wenn eine Gruppe Freiheitsrechte für sich proklamiert, diese dann aber zur Zerstörung missliebiger Kunstwerke nutzt. Da landen wir ganz schnell bei der NPD und Bücherverbrennungen. Nicht nur ideologisch, sondern auch in der praktischen Öffentlichkeitsarbeit mit Mobs von Schlägern, die solchen Ansichten Nachdruck verleihen sollen.
Wenn sich die Studentin beleidigt gefühlt hat, darf sie gern Anzeige erstatten, Leserbriefe an Zeitungen schreiben, eine Partei gründen. Zivilisierte Menschen machen das so.
“Am 17. Juni hing eine Studentin ein Plakat auf eigene Faust ab; am 24. Juni ein zweites, das sich mit einem Roman zur Situation im gegenwärtigen Israel befasst. Mit einer in der Nähe liegenden Schere schnitt sie Bildinhalte heraus und übergab den Torso der Bibliotheksleitung.”
Pressemitteilung UNI-Duisburg-Essen
“… statt den eigentlichen Diskussionsbedarf zu erkennen.” DEN eigentlichen? Es kann nur einen geben, nämlich euren?
Schon ironisch, dass man derart einseitig einen Vorwurf der Einseitigkeit führen kann wie dieser Artikel. Weil sich der “eigentliche” Diskussionsbedarf am Inhalt der betreffenden Poster festmachen soll, wird hier völlig die Frage ignoriert, ob es nicht vielleicht problematisch ist, wenn jemand eigenmächtig im Alleingang eine Ausstellung auseinandernimmt. Für euch ist die Freiheit der Kunst anscheinend nicht schützenswert, wenn ihr mit dem Inhalt nicht übereinstimmt. Ein bisschen mehr Differenzierungsvermögen wäre schon schön. Außer, man hält nichts von Pluralismus und Diskurs und möchte stattdessen eine einzige, als richtig angesehene Auffassung durchsetzen. Dann ist der Beitrag konsequent – abgesehen von der Scheinheiligkeit, dann von Einseitigkeit zu reden.
1. “Anti-muslimischer Rassismus” existiert und ist ein ernsthaftes Problem. Er reicht von alltäglichen Feindseligkeiten, über staatliche Diskriminierungen (zB Kopftuchverbot, während andere religiöse Symbole Lehrern erlaubt sind), und um antimuslimischen Rassismus als ideologischen Kern organisierte Medien und Grppen (zB “PI”) bis hin zu einem aus feindseliger Haltung gegenüber Muslimen verübten Mord wie dem an Marwa al Sherbini. Das zu leugnen ist albern.
Man könnte es auch “Islamophobie” oder “Islamfeindlichkeit” nennen, dann würde nicht der Eindruck entstehen, es gehe dabei um eine von den “Anti-Islamikern” behauptete Rasse; problematisch an diesen beiden Ausdrücken wiederum ist, dass sie sich nach einer je rein individuellen Feindseligkeit anhören und den gesellschaftlichen Aspekt, der beim Rassismus dazugehört, nicht so berücksichtigen.
2. Diese Sorte eindeutigen antimuslimischen Rassismus/ Islamfeindlichkeit ist dem Comic Habibi, den ich mir, wegen des Streits neugierig geworden, ausgeliehen habe (ich bin halb durch), gewiss nicht vorzuwerfen. Eher könnte man darüber diskutieren, dass er orientalistische Klischees benutzt und transportiert. Das wäre aber eine ganz andere, weniger eindeutige und auch nicht unbedingt feindselige Haltung “dem Islam” gegenüber.
Über sowas könnte man an der Uni sicher diskutieren – in einem angemessenen Rahmen: Ein kritisches Plakat daneben hängen, eine öffentliche Diskussion organisieren o.dgl. Eine Srudienarbeit einer Kommilitonin oder eines Kommilitonen schlicht abzuhängen, sollte sich in dieser Diskussion aber m.E. verbieten (bei eindeutigem und offenen Rassismus wäre es anders).
3. Eine solche Diskussion wollte die Studentin aber offenbar gar nicht führen. Ihr ging es anscheinend wirlich nur um angebliche Blasphemie. Das belegt eine Aussage, nach der es ihr nicht um den ganzen Comic ginge, sondern nur um ein bestimmtes Bild, auf dem das Wort “Allah” neben einer Sexszene stünde (meiner Erinnerung – gerade die Ausgabe von ak[due]ll scheint online nicht verfügbar zu sein; wenn es Nr.27 ist – da krieg ich 26 angezeigt).
Und, mit Verlaub: Mit sowas müssen Muslime leben können (solange irgendwo nicht absichtlich Hass gegen Muslime insgesamt geschürt werden soll). Damit müssen Christen auch leben und jeder, der in einer pluralen Gesellschaft geht. Und gerade eine Uni muss ein Ort für Diskussion, nicht Zensur sein (und genau das war es).
4. Gleichzeitig sollte man sich aber davor hüten, Muslime anhand dieses Vorfalls auszuschließen. Sie gehören dennoch ohne Frage zu unserer Gesellschaft dazu. Einerseits, weil die allermeisten Muslime wohl überhaupt kein Problem mit so etwas haben. Und andererseits, weil auch andere Leute schon mal Dinge tun, die nicht in Ordnung sind, wenn etwas ihnen nicht gefällt, und ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft dennoch nicht in Frage gestellt wird . Christliche Sensibelchen z.B. fühlen sich auch schon mal gerne von Comics u.ä. beleidigt und wollen zensieren, stellen Straanzeige nach §166 u.Ä. Das ist auch nicht in Ordnung, aber deren Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft steht dann nie in Frage (wie es bei Muslimen dann leider allzu oft geschieht).
5. Wegen all der Aufregung wäre es vielleicht ganz gut und angemessen, das in einer öffentlichen Diskussion zu bearbeiten. Könnte ak[due]ll sowas nicht anstoßen?
Zu 2.) Es gibt verschiedene Interpretationen des Comics von Craig Thompson. Gerade deshalb wäre ja ein wissenschaftliches Kolloquium, das über die Stereotypen und auch orientalisierenden Stellen diskutiert, wichtig und richtig.
Zu 3.) Das Hochladen des PDFs habe ich gerade korrigiert, da ist leider ein kleiner Fehler passiert. Die Datei steht jetzt online. Du kannst den Artikel aber auch auf dieser Internetseite hier lesen: http://akduell.de/2013/06/verletzte-gebote-verletzte-gefuhle/ .
Zu 4.) Die Studierende ist Einzeltäterin. Es gab vorher schon Studierende, die sich beschweren wollten und das Plakat nicht abgehangen haben. Viele von ihnen distanzieren sich von der Vorgehensweise der Studentin. Leider ist das Klima an der Universität wegen des Vorfalls in großem Maße beeinträchtigt, da jetzt pauschal eine Gruppe verantwortlich gemacht wird.
Zu 5.) Wie im Artikel beschrieben wird die Geisteswissenschaft ein Kolloquium zum Thema “Hochschule und Meinungsfreiheit” veranstalten. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Graphic Novel erfolgt leider nicht. Wir haben in unserem ersten Bericht und noch deutlicher in diesem Follow-Up betont, dass das Werk an sich auch genug Gesprächs- und Diskussionspotenzial bietet. Leider ist die Universität bis jetzt noch nicht darauf eingegangen, die Arbeitsgruppe für das Kolloquium ist gerade bei der Vorbereitung. Was dabei rauskommen wird, werden wir sehen.
“Zu 4.) Die Studierende ist Einzeltäterin. ”
Das wäre schön. Leider hat allerdings, laut dem letzten Artikel, der ISB-Vorsitzende Ali Nuhi nicht etwa das eigenmächtige Abhängen des Plakats kritisiert, sondern im Gegenteil das Durchgehenlassen dieser eigenmächtgen Zensur begrüßt: „’Es ist ein gutes Zeichen, dass das Plakat nicht wieder aufgehängt wurde’“, steht da. Das finde ich höchst bedenklich.
Hängen dieser ISB in Essen und der ISV in Duisburg eigentlich zusammen? Beim ISV habe ich nämlich letztlich zwei sehr gute Vorträge gehört, und solche Äußerungen würden sehr schlecht zu dem Eindruck passen, den ich bei diesen Veranstaltungen gewonnen habe.
Zur Info: Die ISV-Duisburg hat ein Ressort für Hochschulpolitik in Form der Liste, der Studierenden Muslime für Gerechtigkeit (S-MFG) die bis dato auch den ASTA mitgebildet hat und heute im Studierendenparlament vertreten ist.
Man hat am 3.Juli als S-MFG bereits Stellung dazu bezogen. Die ISB hat später auch die Stellungnahme über ihre Facebook Fanpage geteilt.
Hier die Stellungnahme zum nachlesen
http://s-mfg.blogspot.de/2013/07/pressemitteilung-zur-posterausstellung.html
Gibt es eigentlich irgendwo ein Foto von den 2 abgenommenen Plakaten? Diese Spekulationen was da genau abgebildet war nerven. Bei dem ersten Plakat soll es ja noch einen erklärenden Text zu den Bildern gegeben haben. Wäre interessant zu wissen ob in diesem Text die im Habibi-Comic vermittelten orientalischen Klischees kritisch kommentiert werden. Falls ja hieße es, dass die besagte Studentin das Plakat wirklich nur aus “ihr habt meinen unsichtbaren Freund beleidigt”-Gründen abgenommen hat.
by the way: Daumen hoch für den Kommentar von paule t.
Hab zumindest die Abbildung des zweiten Plakats in einem taz-Artikel gefinden http://www.taz.de/Streit-um-Comic-Austellung-in-Essen/!119656/
Sofern auf den arabischen und hebräischen Schildern wirklich “beendet die Besatzung” steht, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen aus welchen Gründen man das eine Schild rausschneidet. Sieht auch eher nach Einpacken als Wegschmeißen der Plakate aus.
Ich registriere, dass von der taz ohne Begruendung ein laengerer comment von mir bislang nicht genommen wurde und wuerde wenn das so bleibt, der taz selbst Feigheit vorwerfen (genommen hat die taz nur was Kurzes).
Was da passiert ist, ist normal und im Rahmen, solche Vorfaelle sind international Kanon i Z von Ausstellungen usw. Es gibt dieselben Konflikte in andern ethnischen Konstellationen. Rund um den Globus.
Die taz ist ueber das Ziel hinaus geschossen. Ich schlug der taz Migranten als Redakteure vor. Die Quote von Migranten in Deutschland in den Medien ist viel zu gering, auch bei der taz. Die OECD hat Deutschland schwer kritisiert. Interkulturelle Kompetenz seh ich nicht wirklich.
Und zu dem laengeren comment, der von der taz bislang nicht genommen wurde (waehrend spaeter gepostetes hochgeladen wurde), das war bestand des Uni Abschlusses (Uni gab top, daher wunder was, ergo gar evaluiert).
Deutschland hat Defizite und Mythen in der Holocaustaufarbeitung angesammelt und das behindert in der Warnehmung. Je offizioeser, desto unbeholfener.
Im Grunde ist hier was skandalisiert worden, das man haette ruhiger angehen koennen.
Offenbar war man im Fach Anglistik ueberfordert, die Ausstellung war ja relativ niedrig angesetzt und nicht in oeffentlichem Zentrum.
Ein Schwerpunkt an der Uni war auch bei mir Comics und Karikaturen, auch dafuer gabs top und daher wundert mich das Kneifen der taz. Uebrigens auch i Z Bhabha usw.
Ich gebe der Studentin Recht. Ich sehe grosse Defizite in interkultureller Kompetenz bei den Medien. Die OECD hat diese bereits angezaehlt.
Ich sehe das Verhalten der Studentin eher als interaktiv und nicht als Ausdruck niedriger Ambiguitaetstoleranz. Sie ist selbst mit ihrem Verhalten in den Ausstellungsprozess integriert. Da ist auch keine Devianz. Es ist vielmehr die Produktion von Mehrwert. Es handelt sich nicht um Vandalismus usw. Das Verhalten war durchaus diskursiv und intertextuell. Diese Prozesse sind mit Julia Kristeva in der Auseinandersetzung normal. Da war nichts Skandalisierbares.
Welche Tastatur hat diese Sätze aneinandergereiht ?
Ein eben hier verfasster Kommentar wurde aufgrund von Diskriminierung gelöscht.
Als ich diesen Artikel gelesen habe, musste ich ein weiteres Mal wirklich die Augen reiben, was hier unter dem Namen der Universität veröffentlicht wird – auch wenn es sich nur um eine Publikation des Asta handelt.
Besonders auffällig finde ich den Vorwurf des “antimuslimischen Rassismus”. Auf den Bildern wurde aber nicht eine “Rasse” ein Volk oder Menschen auf Grund ihrer Herkunft beschimpft. Es wurden Ideen kritisiert. Karikaturen, die gegen Ideen gerichtet sind, sind von Rassismus nun wirklich meilenweit entfernt. Jeder Mensch darf gerne glauben woran er will, sei es Jahwe, Allah, Joda oder der Weihnachtsmann. Doch egal an welche Gestalten man so glaubt, muss man damit leben, dass andere Menschen unbegründete Gläubigkeit in gewisser Hinsicht belustigend finden und mehr noch, wenn durch den Glauben an Fabelwesen andere Menschen beeinträchtigt und geschädigt werden, wie es in vielen islamisch geprägten Staaten der Fall ist, wie es aber auch in christlich geprägten Staaten der Fall ist (Kreationisten, Bekämpfer der Genforschung…), dann muss man insbesondere mit entsprechend deutlicher Kritik leben.
Niemand muss sich Diskriminierung auf Grund irgendwelcher beliebig gewählter Kriterien gefallen lassen und ich lasse pauschale Angriffe gegen Menschen, nur weil sie beispielsweise aus der Türkei stammen, niemals unkritisiert im Raum stehen, doch wer nicht in der Lage ist, mit einem sachlichen Diskurs über die Folgen des extremisierten Glaubens an irgendwelche Fabelwesen und Mythen umgehen kann, ist an einer Universität, dem Ort der Bildung und der Wissenschaft, grundlegend falsch aufgehoben. Selbst wenn auf dem Plakat Allah gestanden hätte, hätte die Studentin nicht im entferntesten das Recht gehabt, dieses zu zerstören. Es gibt glücklicherweise in Deutschland eine relativ weitreichende Meinungsfreiheit und wenn jemand das Wort Allah auf ein Plakat schreiben will, das er in den Mülleimer wirft, dann ist das sein gutes Recht.
Zu guter Letzt muss ich sagen, dass ich als grüner Stammwähler seit meinem 16. Geburtstag außerordentlich vom grünen Asta enttäuscht bin. Diese einseitige Nutzung von Akduell um politische Meinungen fernab der gebotenen Neutralität zu verbreiten ist absolut nicht in Ordnung – und das bezieht sich nicht nur auf die aktuelle Ausgabe. Ich hoffe, dass ich mit der Juso-Hochschulgruppe – auch wenn mir der ökologische Gedanke eigentlich sehr wichtig ist – besser fahren werde bei der nächsten Wahl.
@Sebastian K., “Zu guter Letzt muss ich sagen, dass ich als grüner Stammwähler seit meinem 16. Geburtstag außerordentlich vom grünen Asta enttäuscht bin. Diese einseitige Nutzung von Akduell um politische Meinungen fernab der gebotenen Neutralität zu verbreiten ist absolut nicht in Ordnung – und das bezieht sich nicht nur auf die aktuelle Ausgabe.”
Dir sei versichert: Die Entscheidung darüber, was ins Blatt kommt und wie, liegt nicht bei der Grünen Hochschulgruppe. Diese Entscheidungen fällt die Redaktion ganz autonom, Kritik also bitte an uns richten.
Lg
In Anbetracht der politischen Vorauswahl schon beim Aufruf zur Bewerbung auf eine redaktionelle Mitarbeit in eurer Redaktion:
“Fühlst dich der Studierendenschaft verbunden und engagierst dich gegen Diskriminierung?
Kennst die emanzipatorischen Initiativen und sozialen Bewegungen auf dem Campus und in der Region?”
sowie der Verwendung des Uni-Kürzels “due” und der Anmerkung im Impressum “Herausgeber: ASTA” habe ich angenommen, dass das Magazin vom jeweiligen Asta ausgegeben wird und die einseitige politische Stellungnahme in nahezu jeder Ausgabe durch den Asta zu verantworten ist. Wenn es eine politische Zeitung einer einzelnen politischen Orientierung ist, dann sollte das auch deutlich gemacht werden und nicht wie eine Repräsentation des Astas oder gar der Uni selbst aussehen.
Und hierzu sei noch angemerkt, dass ich als regelmäßiger Taz-Leser kein Problem mit einer grundsätzlich linken Ausrichtung einer Zeitung habe, ich habe nur ein Problem damit, wenn die persönliche Meinung des Redakteurs oder Herausgebeers undifferenziert und ungefiltert in den Artikeln wiedergegeben wird, wenn es sich nicht gerade um einen deutlich als “Kommentar” ausgezeichneten Artikel handelt.
Die Bloggerin der Mädchenmannschaft sieht hierin also einen Fall “Post-Kolonialismus”. Dümmer gehts nimmer. Ja, es ist natürlich ein brutal koloniales Verhalten, dieses Bild auszustellen und israelische Friedensdemos sowieso.
Warum Bilder israelischer Friedensdemos kolonialistisch sein sollen und warum hier “Postkollonialismus” und nicht Antisemitismus thematisiert werden sollte, zeigt ein Blick in die Geschichte des linken Antisemitismus.
Die Apologisierenden des Postkolonialismus haben selbst ein Antisemitismusproblem, sehen sie doch im Stil der 67er Linken und als Nachlassverwalterscchaft des NS Israel als den Brückenkopf des Imperialismus (heute Kolonialismus). Und genau deshalb schwafelt die Mädchenmannschaft auch hier eigentlich völlig bezugsfrei von “Post-Kolonialismus”. Eine Friedensdemo in einem Mini-Land, welches größtenteils aus Flüchtlingen besteht, ein solches Bild zu zerstören ist also gegen Kolonialismus?
Es gälte mal das Antisemitismusproblem dieser im akademischen Kleinstbürgertum (Sozialarbeiter, Kulturwissenschaftler usw.) immer populärer werdenden postkolonialen Denkverirrung zu benennen und zu analysieren.
Pseodolinke die 1967 “USA-SA-SS” schrien – bläken heute beim Anblick Israels “Kolonialismus”. Ich würde mal gerne eine kritische Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus solcher Kleinbürger lesen.
Das hier sind für jeden echten Studenten der Uni Duisburg-Essen leicht erkennbare Lügen. An “Sicherheitspersonal”, das “Taschen kontrolliert” hätte, kann ich mich nicht erinneren (und ich studiere hier schon lange). Schon alleine auch deswegen, weil man Taschen ja sowieso nicht mit reinnehmen darf – schon daran kann man erkennen, dass der gute Mann unsere Bibliothek wohl nie ernsthaft von innen gesehen hat.
Dass fastende Muslime in der Mensa anderen ins Essen gespuckt hätten, ist ebenfalls eine leicht erkennbare Absurdität – warum sollten fastende Muslime denn überhaupt in die Mensa gehen? Nur zum Anderen-ins-Essen-Spucken? Lol. Feiern zum WTC-Attentat? Lächerlich. Und die Kelek-Geschichte – na gut, ich war nur beim Duisburger Vortrag, nicht in Essen. Der lief aber völlig unauffällig ab. Dazu soll also vielleicht jemand anders was sagen.
Alles in allem die üblichen antimuslimisch-rassistischen Lügen von PI&Co., die offenbar auf unsere Uni aufmerksam wurden.
Verdammte Technik! Die Antwort gerade gehörte natürlich unter einen anderen Beitrag. Hier wollte ich nur nach dem Link zum Mädchenmannschaft-Artikel fragen.
Ich sehe die Hegemonie poststruktureller Ideologie an Unis ebenfalls kritisch.
Diese Ideologien bilden (im besten Fall) den Hintergrund für die hier vorgeführte Unfähigkeit sich mit Phänomenen wie Antisemitismus auseinanderzusetzen, oder produzieren selbst Anfälligkeiten für Antisemitismus (dafür sprechen bspw. Aktionismen von Übermutter-Butler + Epigonen).
Ein Blick auf das postkoloniale, postfeministische, post …. Spektakel reicht aus als Nachweis. Ist Empirie.
Was für eine Art Antirassismus, Queer-Feminismus … usw. dies dann sein soll, zeigen die Gestalten im verlinkten Vid.
Alle möglichen Ansätze werden vereinnahmt, Post-Kollonialismus, Critical Whiteness, Cultural studies, Gender studies … und auch Kritische Theorie, um dann die Ansätze antizionistisch zu adaptieren und auch stückweit dadurch unbrauchbar zu machen. Empowerte Schwarze islamische Queers, POCs und WOCs, Mädchenmannschaften und TGQ-nonabled-and-abled Persons häkeln, trommeln, tanzen oder kochen vegan gegen den Judenstaat. Völlig regressiv sind sowohl Theorie als auch Praxis. Das Video zeigt, wohin die Reis geht. Es ist kein Zufall, dass gerade Shehadistan sich zur Advokatentätigkeit dieser antisemitischen Studentin berufen fühlt.
An amerikanischen Campussen hat sich der Wahn schon mehr entfaltet (waren schon immer ein paar Jahre weiter).
http://www.youtube.com/watch?v=ANtXkMsOieY
um noch genauer zu werden… das Problem ist die politische Bewegung Islamismus – und das politische Programm, eine religiös faschistische transnationale Gesellschaft aufzubauen. Das Mittelalter im Denken ist ja nur problematisch, weil es sich mit Propaganda, Verboten und bis zu Waffengewalt politisch betätigt – also eine Bewegung ist, die eine Vorherrschaft anstrebt.
Natürlich fühlt sich diese Studentin als Teil der Umma und handelt als Vertreterin dieses Kollektivs. Diese kollektive Identität gibt die Kraft, soviel Unfug zu machen.
Ergänzung zum Begriff “falscher Glaube”: nur als Beispiel – Sunniten betrachten Schiiten als Abtrünnige des Glaubens, also Apostaten.
Und vice versa.
q.e.d.
Dass es anderswo in der Welt ideologisch begründete Verbrechen von muslimischen Tätern gegen andere Muslime anderer Glaubensrichtungen gibt, hat überhaupt niemand in Abrede gestellt. Dafür sind dann genau die Leute verantwortlich, die so etwas tun oder unterstützen, und kein anderer, also nicht die Masse der friedlich hier lebenden Muslime.
Und es ändert auch Nullkommanichts daran, dass es hier in unserer Gesellschaft ein Problem mit antimuslimischem Rassismus/ Islamfeindlichkeit/ Islamophobie gibt; die Beispiele habe ich genannt, und den Ausdruck dürfen sie sich meinetwegen aussuchen.