Härtefallfonds für Studis der UDE

Durch den neuen Härtefallfonds könnten Studierende bald mehr als ein paar Pfennige und Büroklammern in der Hosentasche haben. (Foto: sabi)

Durch den neuen Härtefallfonds könnten Studierende bald mehr als ein paar Pfennige und Büroklammern in der Hosentasche haben. (Foto: sabi)

Der Allgemeine Studierendenausschuss hat am 2. Dezember verkündet, dass der geplante Härtefallfonds für Studierende der Universität Duisburg-Essen endlich in trockenen Tüchern ist. Studierenden, die ihr Studium aufgrund von finanziellen Problemen oder Engpässen in Gefahr sehen, haben damit eine Möglichkeit rettende Gelder zu bekommen Der Vertrag für den Fonds, der in Kooperation von Studentenwerk und AStA entstanden ist, hätte eigentlich schon gute zwei Monaten früher unterschrieben werden sollen.

Ein schon bestehender Härtefallfonds des Studentenwerks war dem AStA nicht genug. Die Grundidee der zusätzlichen Förderung stammt zwar schon aus der Zeit des ehemaligen Juso/ Grünen AStA, doch die neugewählten Mehrheiten aus Grüner Hochschulgruppe und der Linken.SDS sind es, die das Konzept nun tatsächlich umgesetzt haben. „Schon seit dem letzten AStA wird an dem Konzept in Absprache mit dem Studentenwerk gearbeitet und vor allem auch verhandelt“, so Felix Lütke, aktueller AStA-Vorsitzender der UDE.

80.000 Euro im ersten Jahr

„Die 80.000 Euro, die in dem Topf für die einjährige Förderung liegen, setzen sich aus jeweils 40.000 Euro aus Geldern des AStA, beziehungsweise des Studentenwerks zusammen“, so Lütke. Die Frage welche Studenten und Studentinnen in Zukunft den besonderen Förderungsfonds in Anspruch nehmen können, sollen extra dafür vorgesehene Vertreter*innen der beiden unterstützenden Parteien entscheiden. Die sind jedoch noch nicht gewählt. „Ein entscheidender Unterschied zu dem bisherigen Härtefallfonds des Studentenwerks ist, dass man sich weder einen Bürgen suchen muss, noch sich Sorgen um Zinsen machen muss“, so Felix Lütke.

Der Fonds in Kooperation ist aber langfristig keine so hundertprozentig sichere Sache, wie das Angebot des Studentenwerkes. Hier spielt die Bürokratie der Studentischen Selbstverwaltung mit rein. Die Hälfte Gelder für den Fonds kommen jedes Jahr neu aus dem Sozialbeitrag der Studierenden, der für den AStA momentan 13 Euro vorsieht. „Der Förderungszeitraum beginnt in diesem Haushaltsjahr, also quasi Oktober 2013. Das Geld muss natürlich dennoch jedes Jahr neu im Haushalt beschlossen werden.“

Studium vs. BAFöG

„Ich bin froh, dass es für Studierende die Möglichkeit gibt BAFöG zu bekommen“, so Ann- Kathrin S., Lehramtsstudentin der Uni Duisburg-Essen. „Was aber zweifellos stört ist die lange Bearbeitungszeit, die man jedes Jahr von neuem irgendwie finanziell überbrücken muss. In meinem Fall beträgt die sogar oft mehrere Monate, da mein Vater die nötigen Dokumente nach und nach einreicht.“ Dass in solchen Fällen die Verantwortung nicht auf das Studentenwerk oder den Studierenden abzuwälzen ist, ist sicher, Leidtragende*r ist dennoch der Student oder die Studentin. „Im letzten Jahr war mein Vater von Juli bis Dezember im Ausland. Erst im Februar habe ich zum ersten Mal wieder schwarze Zahlen auf meinem Kontoauszug sehen können“, so Ann-Kathrin weiter.

Vorgestrecktes Geld vom Härtefallfonds

Genau in solchen Fällen greift der Härtefallfonds. Wenn Studierende durch keinen der beiden Elternteile unterstützt werden können, aber die Förderungsleistungen ohne Eigenverschulden auf sich warten lassen, kann über den Härtefallfonds Geld vorgestreckt werden, welches dann zinslos bei der ersten regulären BAFöG-Zahlung innerhalb von einem Jahr zurückbezahlt werden kann.

„So ein Konzept hätte definitiv schon früher in die Welt gerufen werden müssen. Wenn ich allein all die Mahnkosten zusammenrechne, die ich im letzte Jahr wegen der langen BAFöG-Wartezeit hatte“, sagt Ann-Kathrin. „Mit dem neuen Härtefallfonds gibt es eine neue Möglichkeit für mich gibt, ohne finanzielle Engpässe und die ständigen Billignudeln mit Ketchup durch den Beginn des Semesters zu kommen.“

Für das Studentenwerk und den AStA bedeutet dieser Schulterschluss jetzt wieder ein erstes offizielles Aufeinanderzugehen. Nachdem das Kunst- und Kulturcafé (KKC) im Januar 2012 vom Studentenwerk in einer Nacht- und Nebelaktion vom ehemaligen Skandal-AStA zum Spottpreis gekauft wurde, boykottiert der AStA das Café. Jetzt hofft „das Referat der Sozialpolitik auch auf weitere Kooperationen mit dem Studentenwerk, zum Beispiel bei dem Themenkomplex studentisches Wohnen“, so Laura Schimmer, Referentin im AStA. [Anna-Maria Sabi]