Zeit zum Nachrücken

Nachrücker*innen haben oft Probleme: Beim ABZ finden sie häufigHilfe. (Foto: ttm)

Nachrücker*innen haben oft Probleme: Beim ABZ finden sie häufigHilfe.
(Foto: ttm)

Wer bei der Studienplatzvergabe auf Nummer sicher gehen will, der bewirbt sich nicht für ein oder zwei Fächer, sondern am besten gleich für mehrere und an verschiedenen Unis. Allerdings kann jeder nur einen Platz annehmen. Wenn dann wieder ein Platz frei wird, schlägt die Stunde der Nachrücker. Für diese ist es dann allerdings umso schwerer sich im Uni-Dschungel zurechtzufinden.

Der Kampf um die Studienplätze beginnt jedes Jahr aufs Neue. In diesem Jahr waren die Bedingungen aber noch härter als sonst: Mit dem doppelten Abitur Jahrgang bewarben sich an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen rund zehn Mal mehr angehende Student*innen als in den Vorjahren. Die UDE will in diesem Semester sogar bis zu 2500 Studienanfänger*innen nachrücken lassen Zudem wurde der NC in vielen Fächern präventiv von den Universitäten noch mal angehoben, um bereits im Voraus auszusortieren. Wer also einen Studienplatz sicher haben wollte und schlau war, bewarb sich im Sommer sicherheitshalber für verschiedene Fächer und an mehreren Universitäten.

Oft ergibt sich dann dieses Szenario: Im Hauptverfahren im August erhält der Student*innen nur eine Zusage vom Alternativfach. Er nimmt den Platz an – besser ein ungeliebter Studienplatz als gar keiner. Bekommt er dann jedoch ein paar Wochen später im Nachrückverfahren die Zusage von seinem Wunschfach, lässt er sich in dem einen Studiengang exmatrikulieren und schreibt sich im anderen neu ein. Der frei gewordene Platz geht wiederum an andere Bewerber. Eine Kettenreaktion, die sich Nachrückrunde um Nachrückrunde fortsetzt. Manchmal bis lange nach Vorlesungsbeginn. Oft haben Nachrückende dann bereits andere Pläne gemacht.

Nach dem Glück kommen die Probleme

Auch Nachrückerin Maria hatte sich bereits damit abgefunden erst im nächsten Jahr mit dem Studium anfangen zu können. Mitte November bekam sie dann doch noch die Zusage für das Fach Biologie. Zu dem Zeitpunkt war der eigentliche Einschreibtermin auch für Nachrücker bereits vorbei. „Ich hab Glück gehabt, dass ich den Platz noch wahrnehmen durfte, sonst hätte mir die Zusage dann ja auch nichts mehr gebracht“, sagt Maria. Mit dem Platz für Religion, den sie zuvor bereits im Losverfahren gewonnen hatte, hat sie bereits einmal Glück gehabt. Aber nach dem Glück kamen dann die Probleme: Die meisten Schwierigkeiten, die auf fast alle Erstsemester zukommen, haben ihre Kommiliton*innen bereits in der Orientierungswoche und den Einführungsseminaren klären können. Maria muss das nun alles noch nachholen, während sich die anderen schon mit Klausuren beschäftigen und neue Freundschaften schließen. „Meinen Stundenplan zu erstellen war das Schwierigste. Dabei bin ich in einige Übungen schon gar nicht mehr rein gekommen“, sagt Maria. Ein Problem, dass fast alle Student*innen kennen. Wer zu spät kommt – bekommt manch-mal keinen Platz mehr im Seminar. Welche Chance haben da aber Nachrücker*innen? Aber auch die Internetseite und das Online-Kursportal Lsf waren für Maria anfänglich noch ein völliges Chaos. Nachdem sie zuerst Hilfe bei der Allgemeinen Studienberatung gesucht hat, haben diese sie direkt an die Fachschaften weiter vermittelt, wo sie sofort auf offene Ohren stieß.

Es wird nicht einfacher

Aber nicht immer ist die Hilfe vor Ort. „Ich habe versucht mich für eine Klausur anzumelden. Nach zwanzig Minuten habe ich mich dann endlich zurechtgefunden, geklappt hat es dann aber trotzdem noch nicht“, sagt Maria. Solche Probleme müssen aber nicht unbedingt nur an den Startschwierigkeiten der Studierenden liegen. Manchmal sind Nachrücker*innen im Lsf für bestimmte Fächer noch gar nicht registriert, was Anmeldungen für Klausuren unmöglich macht. Aber auch Antworten auf Fragen, die in der Regel in den ersten Stunden geklärt werden, muss Maria sich jetzt woanders holen. „Zum Glück sind hier viele sehr hilfsbereit und helfen sofort weiter, wenn man Fragen hat“, sagt Maria. Jedoch wird es nicht einfacher, je weiter de Seminare und Übungen fortschreiten: „In Bio müssen bestimmte Übungen unter großem Zeitdruck erledigt werden. Ich musste das nun alles in der Hälfte der Zeit schaffen und noch vieles nacharbeiten. Wenn der Professor vorne redet, verstehe ich momentan nichts.“

Auffangbecken Mentoring

Auch Markus Hülbusch, Koordinator des Mentoring-Programms der Fakultät für Geisteswissenschaften kennt das Problem. An alle neu eingeschriebenen Student*innen werden deshalb Mails verschickt, mit einer Einladung zu einem Mentoring-Tutorium. Da können die Erstsemster alle Fragen loswerden und lernen sich an der Uni zurechtzufinden. Vor allem Lehramts-Studierende seien in diesem Jahr nachgerückt. „Wir versuchen die natürlich aufzufangen“, so Hülbusch. Ob sie das erste Semester so erfolgreich hinter sich bringen kann, wie andere, die ihr einen Monat voraus haben, bezweifelt Maria. Sorgen macht sie sich deshalb aber keine: „Erstmal bin ich unheimlich froh, dass ich den Platz überhaupt noch habe.“ Im nächsten Semter will sie dann richtig mit dem Studieren richtig loslegen.

 

inFos Für nachrücker*innen:
Infos zur Studienplanung:
http://www.uni-due.de/erstsemester/studienplanung

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Ω http://www.uni-due.de/abz/studierende