Den Reichen eine Stimme

(Screenshot: huffingtonpost.com)

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Bisher hatten es Milliardär*innen und ehemalige Regierungschefs unglaublich schwer in bürgerlichen Medien Gehör zu finden. Um dies zu ändern wurde vor wenigen Tagen die „World Post“ vorgestellt. Eine Onlinezeitung, die über globale Themen berichten soll und dabei vor allem die zu Wort kommen lässt, die in den Spitzenetagen der Wirtschaft sitzen und saßen.

Die Onlinezeitung, wie sie sich selbst nennt, wurde von Huffington-Post-Chefredakteurin Arianna Huffington und Karstadt-Investor Nicolas Berggruen ins Leben gerufen. Die Vorstellung fand für ein solches Projekt passend auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos statt, bei dem sich die mächtigsten Vertreter*innen der globalen Wirtschaftselite mit Staatsspitzen und den Vordenker*innen von Think-Thanks treffen.

Ziel der Zeitung soll es sein folgende Fragen zu beantworten: „Was beschäftigt die mächtigsten Menschen dieser Welt? Wie wollen sie die größten Probleme wie Armut, Hunger und Klimawandel lösen? Und wie verschieben sich in den nächsten Jahren die Kräfteverhältnisse auf dem Globus?“ Beantworten sollen die Fragen unter anderem der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, der Microsoft- Gründer Bill Gates oder der Google-Vorstand Eric Schmidt. Unterstützt werden sie dabei von prominenten Journalist*innen. Bekannt sind bislang die Schreiber Juan Luis Cebrian (El Pais), Dileep Padagaonkar und noch einige mehr.

In der ersten Ausgabe wurde der Fokus neben der Vorstellung des Konzepts auf Nachhaltigkeit in China, sowie ein Gespräch mit Präsident Xi gelegt. Dieser durfte das Gespräch mit den Worten eröffnen: „Wir Chinesen pflegen zu sagen, man muss zehntausend Bücher lesen und zehntausend Meilen reisen, um zur Einsicht zu gelangen.“

In der zweiten Ausgabe hatte dann die wöchentliche Rubrik „Willkommen bei Daily Life!“ Premiere. Diese wirbt damit, dass die „World Post Sie jede Woche in eine ferne Ecke der Welt entführt, durch Bilder, die die Schönheit und Tragik von Welten zeigen, die Sie vielleicht noch nie gesehen haben.“ Das ferne Land, dass in dieser Ausgabe vorgestellt wurde, war Deutschland. Wohl auch, um der deutschen Elite zu zeigen, dass auch sie ihre Interessen in der neuen Zeitung präsentieren und mit den Adjektiven schön und nachhaltig dekorieren kann.