O-Wochen: Trotz allem ein Erfolg

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Vertreter*innen der Fachschaft Chemie während den Orientierungswochen. (Foto: rmn)

In der vegangenen Woche fanden die Orientierungswochen an der UDE statt. Die O-Woche stand zunächst auf der Kippe: Grund dafür war eine Haushaltssperre. Die akduell hat sich auf einigen der Veranstaltungen umgesehen und bei den Fachschaften umgehört. Es sieht so aus, als wäre die Haushaltsmisere glimpflich ausgegangen.

„Errare humanum est“ – Irren ist menschlich. Mit diesem doch recht abgedroschenen Spruch reagiert der Wirtschafts-Student Wing-Tai in einer Kneipe im Essener Süden auf die Frage, ob er etwas von dem finanziellen Engpass zu spüren bekam. Auf Grund einer vom StuPa verursachten Haushaltskrise fürchtete man um den reibungslosen Ablauf der diesjährigen Orientierungswochen für die Erstsemester (akduell berichtete).
Die O-Woche soll eigentlich dazu dienen, den Erstsemester-Student*innen den Einstieg in das Studium und das Campusleben zu erleichtern. Dabei sollen vor allem Kontakte mit den Kommiliton*innen geknüpft werden. Wing-Tai sagt, er habe vorher nicht gewusst, was auf ihn zukomme. Dennoch war er mit dem Verlauf der Woche sehr zufrieden. „Noch einmal ordentlich trinken zu können, bevor der Ernst des Lebens beginnt, ist wahrscheinlich genau das, was ich und meine Kommilitionen brauchten.“

Kneipentouren während der O-Woche
Eine Vertreterin der Mathe-Fachschaft verriet, dass die meisten Fachschaften nun zwar an anderer Stelle Einschränkungen haben werden, aber die O-Woche davon nicht wirklich betroffen sei. Fachschaften seien ohnehin nichts anderes als engagierte Gruppen weniger-Anonymer Alkoholiker. Das wollten sie auch bleiben. Und wenn sie nur ihre Kneipentouren haben, seien sie auch in ihrem Element, sagte sie der akduell, halb scherzhaft, halb angetrunken. Die Fachschaft Soziale Arbeit stimmte dem mehr oder weniger zu. Zumindest gab es auch für sie weniger Einschränkungen als man zunächst befürchtete.
Da bei ihr ohnehin nicht allzu viel geplant war und ihre Party erst am 14. November stattfinden soll, war auch der Fachschaft Chemie eine Einhaltung ihrer Pläne möglich. Die Vertreter*innen hätten keinen Grund zur Klage, versichern sie und sind, trotz des ursprüngliches Versagens, dem AStA und dem StuPa für ihre Bemühungen sehr dankbar. Vanessa sagt, dass die Woche, mitsamt des freitäglichen Versackens im „Panic Room“, für sie eine sehr gute war. Lennart, der vorab wegen des Partylärms am Telefon Schwierigkeiten hatte sich zu konzentrieren, wirkt ebenfalls sehr zufrieden. „Also, wenn Du einen Skandal suchst,  bist Du bei uns falsch.“

Glück im Unglück
Lediglich die Fachschaft 1b (zuständig für Geschichte, Philosophie und Theologie) und die Kulturwirte hatten maßgeblich mit ihren Finanzen zu kämpfen und hätten es wohl nicht mehr geschafft, ihr Programm durchzuziehen, wenn das Dekanat der Geisteswissenschaften sich nicht als großzügig erwiesen hätte, beiden etwas vorzustrecken. Dank dieser ungewöhnlichen Hilfe war am Ende aber auch hier ein reibungsloser Ablauf möglich. Strippenzieher waren hier vermutlich Sascha Lücker, ehemaliger AStA-Finanzier, sowie Markus Uhle vom Fachschaftenreferat.
Alles in allem war die letzte Woche also ein vorbildliches Beispiel für akademischen Zusammenhalt und tatsächlich ein Beweis für die WiWi-These über das Irren und die Menschlichkeit. Im Begrüßungstext auf der Seite des AStAs steht über das Studieren und das dazugehörige „Lange schlafen, jeden Tag Party und Arbeit nur wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt“, dass dieses Bild leider nur bedingt stimme. Wer als junge*r Studierende*r der Chemie, Mathematik oder Informatik in der letzten Woche mit dabei war, dem scheinen diese ernüchternen Worte jetzt vermutlich sehr kryptisch zu sein.
Es ist das Vorrecht der Erstis, sich unsterblich zu fühlen und die Fachschaften haben, wie jedes Jahr, wieder ihr Bestes gegeben, um sie darin zu bestärken.

 

Hintergrund: Das Studierendenparlament hatte es unglücklicherweise versäumt, zu dem Treffen einzuladen, auf dem man sich über den Haushalt hätte abstimmen müssen. Daher waren StuPa und Asta dazu gezwungen, auf eine Zwölftelbewirtschaftung zurückzugreifen, die deshalb problematisch ist, weil ein Großteil des Gesamtbudgets von den Fachschaften bereits zu Beginn des Wintersemesters gebraucht wird, unter anderem für die O-Wochen. Sowohl StuPa, als auch Asta traten ihre eigenen Zwölftel ab, um diese auf die 28 Fachschaften zu verteilen. [rmn]