Gleich zwei neue Hochschulgruppen

Foto: Dennis Skley/flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Foto: Dennis Skley: „Dein Kreuz für ROT!“ (https://www.flickr.com/photos/dskley/14196233196/), Flickr-Profil des Fotografen: https://www.flickr.com/photos/dskley, Creative Commons: CC BY-ND 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/)

Einmal im Jahr werden alle Studierenden aufgerufen, an den Wahlen zum Studierendenpalament (StuPa) teilzunehmen und die Hochschulpolitik aktiv mitzubestimmen. Zwei Hochschullisten, die bei den vergangenen Wahlen bislang nicht auf dem Zettel standen, haben sich jetzt neu gegründet. Wir stellen die Jungen Liberalen (JuLis) und die United Students vor.

„Wir treten für alle Studenten ein, die ihr Studium, die Lehre und ihr Leben selbst in die Hand nehmen möchten“, definiert Jonas Schippel, Vorsitzender der Jungen Liberalen an der Universität Duisburg-Essen, das Hauptanliegen seiner Hochschulgruppe. Die Gruppe setzt genau wie die ehemalige Volkspartei auf individualistische und liberale Forderungen. Dabei kommt die Mehrzahl der Mitglieder nicht aus dem liberalen politischen Lager: „Die Mitglieder sind bunt gemischt. Die meisten haben keine politische Erfahrung oder Zugehörigkeit“, so Schippel. Sogar kämen Mitglieder aus Reihen der SPD und CDU. Die Hochschulliste sagt trotzdem, es müsse auf die Individualität aller Studierenden eingegangen werden, um niemanden zu benachteiligen. Dafür sei es wichtig, sich von Ideologien abzuwenden und den Fokus auf die Probleme der Studierenden zu legen: „Die Zusammenarbeit in der Hochschulpolitik muss barrierefrei geschehen. Nur so ist eine effizientere, attraktivere und gewinnbringende Hochschulpolitik möglich.“

Flexibleres Studium und veganes Essen

Die JuLis möchten nach eigener Aussage einen Beitrag zur Flexibilisierung des Studiums leisten. Dafür haben die derzeit etwa 15 Mitglieder auch schon konkrete Forderungen: Die Bibliothek solle ihrer Meinung nach längere Öffnungszeiten haben und das Zentrum für Informations- und Mediendienste (ZIM) besser ausgestattet werden. „Es sollte auch mehr Videoaufzeichnungen von Vorlesungen geben, um die abgeschaffte Anwesenheitspflicht in Einklang mit voller Information bringen zu können“, sagt Schippler. So würden Studierende, die in Teilzeit arbeiten oder Kinder haben, viel weniger Stoff verpassen. Weiteren Handlungsbedarf sieht er auch in Sachen Ernährung am Campus: „Das Angebot veganer und vegetarischer Ernährung ist zwar vorhanden. Aber das bedeutet nicht gleich, dass die Speisen auch gesund sind.“

Interkulturelle Räume

Neben den Jungen Liberalen betritt jetzt auch eine weitere linksgerichtete Hochschulgruppe die Campusbühne. Der Linken Liste könnten demnächst die United Students Konkurrenz machen. Die Gruppe, bei der personelle Überschneidungen zur linken Gruppe united squad aus Duisburg auffallen, hat im Gegensatz zu den JuLis, die Interviewanfrage bislang aber nicht beantwortet. Auf den ersten Informations- und Gründungsveranstaltungen der Liste haben sie aber schon Forderungen formuliert. In einem offenen Brief kritisieren sie beispielsweise die ihrer Ansicht nach zu hohen Mensapreise. „Es ist nicht möglich, an einem langen Unitag satt zu werden, ohne mindestens fünf Euro in der Tasche zu haben“, heißt es da.
Die United Students fordern außerdem einen Ort der Begegnung, wo Studierende verschiedener Kulturen aufeinander treffen können. Zudem möchten sie mit einer alternativen Einführungswoche Studierenden aus Nicht- Akademiker-Familien einen einfacheren Zugang zum Studium ermöglichen. Um eine sozial gerechtere Gesellschaft zu schaffen, möchten sie außerdem Nachhilfe für sozial benachteiligte Kinder einrichten.

Der Weg ins StuPa

Die formalen Voraussetzungen, um eine Partei an einer Universität zu gründen, halten sich laut Nils Kriegeskorte, AStA-Referent für Hochschulpolitik, in Grenzen: „Wenn 40 an der Universität eingeschriebene Studierende dafür unterschreiben, darf eine neue Liste gegründet werden.“ Der Aufbau der StuPa-Wahlen ähnelt dem der Bundestagswahlen. Einmal jährlich werden alle Studierenden zur Wahlurne gebeten, wo sie sich für eine der hochschulpolitischen Listen entscheiden können. Diesem Ruf folgt allerdings nur eine Handvoll Student*innen: Die Wahlbeteiligung der StuPa-Wahl im vergangenen Sommersemester lag an der Uni Duisburg-Essen bei gerade mal 7,3 Prozent.

Das Wahlergebnis wird anschließend nach einem bestimmten Rechenverfahren gewertet. Daraus resultiert die Verteilung auf die Mandate im studentischen Parlament. „Derzeit ist die Grüne Hochschulgruppe die stärkste im Parlament vertretene Liste“, so Kriegeskorte. „Außerdem sind die Linke Liste, der Ring christlichdemokratischer Studenten, die PARTEI und die Liste Mehmet im StuPa.“ Das StuPa kontrolliert den AStA, der aus den mehrheitsbildenden Listen gestellt wird und entscheidet über die Anträge der Listen, der Fachschaften sowie anderer Studierender bzw. Studierendengruppen.