„Da geht nichts kaputt“

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Redaktion eures Vertrauens (v.l.nr.): Anett Selle, Simon Kaupen und Alex Grossert. (Foto: Donkey Hotey/CC BY-SA 2.0)

Die großen Fragen der Menschheit: Einige von ihnen sind so brisant und kontrovers, dass nur die Mutigsten ausziehen, sich ihnen zu stellen. Es sind flammende Fragen, schneidende, ganz besonders gefährliche Fragen. Wo sie geweckt werden, entbrennt Zwist, zerbröckeln Allianzen, brodeln Frust und Zorn in ungewollten Schlachten. Die Expertenrunde der akduell scheut jedoch kein Wagnis – mit Konsens kennen wir uns aus.

Simon: Alex, wie packt man seine Einkäufe richtig ein?

Alex: Puh, das ist keine leichte Frage. (zögert) Also am Wichtigsten ist: Schweres muss nach unten. Getränke, Dosenfraß, Tiefgekühltes, sowas.

Simon: (begeistert) Stimmt, das mache ich auch immer so. Alles andere endet in Chaos.

Anett: Entscheidend sind Gewicht und Konsistenz der Lebensmittel. Zwei Kilogramm Äpfel können nicht auf einem Weichkäse liegen, die würden den plattmachen.

Simon: Was auch gar nicht geht, ist Wasser auf die Tomaten zu laden…

Alex: Oder Möhren und Kartoffeln auf die Bananen! Das gibt ganz schnell ganz üble braune Stellen.

Anett: Aber manchmal lässt sich ein Unglück nicht vermeiden. Wenn ich so an der Kasse stehe, habe ich ja nicht ewig Zeit.

Alex: (überzeugt) Deshalb würde ich immer einen Wagen nehmen. Da kann man das ganze Zeug nämlich gemütlich vor sich her schieben, an der Kasse geht alles schneller und das Einpacken am Ende ist entspannter.

Simon: (skeptisch) Aber dafür braucht man doch in den meisten Supermärkten eine Münze oder einen Chip. Ich musste wirklich schon sehr oft Pappschachteln benutzen, weil ich nichts dabei hatte, um einen Wagen zu lösen. Und so eine Schachtel ist das vorprogrammierte Bananageddon. (lacht)

Anett: Nein, diese Pappschachteln können einem auch das Leben retten! Viele Märkte haben ja nicht einmal Tragekörbe, da ist so eine Schachtel super praktisch! (überlegt kurz) Wobei ich dir natürlich Recht geben muss, Alex, der Wagen ist die beste Lösung. Alles andere sollte nur in Notlagen eine Option sein.

Simon: Ich würde vorschlagen, den Wagen prospektiv einzusetzen und den Einkauf schon am Kassenband zu systematisieren. Also die Flaschen ganz nach vorne…

Anett: … und dahinter dann Dosen und Gläser dazu!

Simon: (ergriffen) Perfekt! Und dahinter kommt dann der ganze Rest.

Anett: (Feuer und Flamme) Und so Sachen wie Eier, hohle Schokolade oder Zeitschriften ganz am Ende, damit sie beim Einräumen an der Kasse oben aufliegen!

Alex: (zweifelnd) Ich finde den Plan soweit gut, aber ihr vergesst da was: In so ziemlich allen Supermärkten ist die Obst- und Gemüseabteilung direkt am Eingang.

Simon/ Anett: (im Chor) Ja und?

Alex: Das bedeutet, dass Obst und Gemüse auf jeden Fall ganz unten liegen, wenn ihr am Band ankommt. (bedeutungsvolle Pause) Ihr wollt das Frischzeug zwar nach Flaschen und Gläsern legen, aber vor dem gesamten Rest. Dieser Rest liegt im Wagen auf dem Gemüse und Obst drauf, den müsst ihr erstmal runternehmen.

Anett: (uneinsichtig) Dann wühlt man sich an dem Kram eben vorbei.

Simon: (aufgeschreckt) Naja, ich weiß ja nicht. Die Gefahr, dass dabei was kaputt geht, ist nicht vom Tisch zu weisen. Stell dir mal vor, du zerrst am Kartoffelsack, der bleibt an einer Käsepackung hängen, reißt auf und es hagelt Kartoffeln auf deinen Joghurt.

Anett: (ratlos) Sieht so aus, als stünden wir vor einem Dilemma.

Simon: Nein, nein, ich habe eine Lösung: Wir lassen einfach eine Lücke zwischen den Gläsern und dem Rest. (triumphierend) Dann kann man in aller Ruhe alles auf das Band räumen und wenn Obst und Gemüse freigelegt sind, packt man sie in die Lücke.

Alex: (anerkennend) Genial!

Anett: (erleichtert) Ja, das löst das Problem auf einen Schlag. Da kann man auch noch mehr draus machen. Wenn wir nischentechnisch expandieren und hinten auch so eine Lücke lassen, gibt uns das mehr Flexibilität – zwischen Eiern und Warenabtrennstäbchen ist dann Platz für Impulskäufe, also Schokoriegel, und sowas. Die will man ja direkt verputzen, deshalb ist es praktisch, wenn sie ganz am Ende des Bandes liegen.

Simon: Apropos, wie ist das dann mit dem Einräumen?

Alex: Am Besten ist es, man benutzt mehrere Taschen. So kann man die schwereren Sachen vom Gewicht her aufteilen.

Anett: Und es stimmt, was du anfangs gesagt hast, Alex: Das Schwere und Harte muss nach unten. Dann das Tiefgekühlte und da dann irgendwas aus dem Kühlregal dazu.

Simon: (nachdrücklich) Moment, das Tiefgekühlte kann genauso gut unter die Flaschen – es ist tiefgekühlt, da geht nichts kaputt.

Alex: Vorsicht: Ich sehe es nicht, dass gefrorene Erbsen eine Wasserflasche zerdrücken, umgekehrt ist das schon eher möglich. Wir dürfen hier Wahrscheinlichkeiten nicht außer Acht lassen.

Anett: In jedem Fall muss das Tiefgekühlte fernab von Obst und Gemüse verstaut werden. Tomaten zum Beispiel kriegen unheimlich schnell Froststellen.

Alex: (vermittelnd) Wie wäre Folgendes: Ein extra Tiefkühlbeutel. Da kommt dann die Tiefkühlkost nach unten und alles aus dem Kühlregal oben drauf.

Simon: Kann ich so unterschreiben. Der Joghurt profitiert von den Kälteemissionen der unteren Schichten und dient gleichzeitig als Speicher.

Alex: (emsig) Mensch, ich glaube, wir haben es.

Simon: (resümiert) Jo, ist durch das Ding. Das war ja fast schon zu einfach. So schnell sind wir sonst nie.

Anett: Jetzt müssen wir nur noch die neue Ausgabe planen.

[Protokoll: sel]