Kurskorrektur

Bildschirmfoto 2015-03-31 um 15.15.01Wir hatten es im internen Kreise bereits vor Monaten prophezeit: Seit Rolf van Raden die Redaktion verlassen hat, geht es mit dieser Zeitung gradlinig den Bach herunter. Recherche ist ein Fremdwort geworden, wie es Respekt und Sachlichkeit stets gewesen sind. Wir wollen der übrigen Redaktion an dieser Stelle mit einem väterlichen Ratschlag zur Seite stehen.

Es mag sich dereinst rächen, das Geld der Untertanen für ein niveauloses Witzblatt zum Fenster herausgeworfen zu haben. Wenn die Sprache feiert, so sagen wir mit Wittgenstein, dann muss der Mensch am nächsten Morgen den Unrat entfernen. Nur mit klarer Struktur und Pflichtbewußtsein vermag dieser Kurs noch korrigiert zu werden. Wie das Volk einer väterlichen Herrschaft von edlem Blute bedarf, um in wahrem Glanze zu erstrahlen, so hat auch diese Redaktion die charismatische Führung eines Chefredakteurs bitter nötig.

Man hat diese Zeitung häufig für ihre kritiklose Regimetreue gescholten, wir hingegen schätzen das Band der Loyalität, welches sie mit ihren Herausgebern verbindet. Solcherley Tugend steht über der bürgerlichen Moral, die stets nur Ausdruck der Selbstsucht gewesen ist. Sie steht über den Wahlen, zu denen der Student ohnehin nur widerwillig geht. Wir wollen daher appellieren, sich angesichts des nahenden Abstimmungszirkus nicht in Fiktionen von Neutralität zu flüchten, sondern anstelle dessen voller Gradlinigkeit für das Wahre, Schöne und Gute einzutreten.

Hochachtungsvoll,

Friedrich von Einhalt