KKC ‐ Es ist tot?

Die Türen zur beliebten Campus-Kneipe KKC bleiben auch weiterhin geschlossen. (Foto: bjg)

Die Türen zur beliebten Campus-Kneipe KKC bleiben auch weiterhin geschlossen. (Foto: bjg)

Knapp drei Monate ist es nun her, als uns folgende Nachricht ereilte: Das Kunst und Kultur Café (kurz KKC) auf dem Campus Essen wird vorerst geschlossen. Und obwohl der hohe Sanierungsbedarf – es wird über eine Millionensumme spekuliert – wirklich keine Überraschung war (akduell berichtete), tun sich doch einige Fragen nach der abrupten Schließung auf. Vor allem: Was und wer bewegt sich gerade, um das KKC zu retten?

Kein Raum, keine Angebote, keine Ahnung – so sieht es momentan für das KKC aus und es scheint sich auch in naher Zukunft nichts an der Situation zu ändern. Die Tore bleiben weiterhin ver­schlossen und es regt sich kein Leben im ehemals gut besuchten Biergarten vor dem Gebäude. Dass aber eben nicht nur die Tages-Gastronomie wegfallen könnte, wird Vielen erst im Nachhinein bewusst. Neben dem Angebot an Getränken und Snacks, konnte das KKC vor allem mit öffentlichem Raum für Studierende punkten. Ohne angespannte Atmosphäre, wie etwa in der Bibliothek, konnte sich in zwei verschiedenen Räumen getroffen und auch mal etwas lauter diskutiert werden, ohne dass direkt zwei „Wachleute“ jemanden nach draußen begleiten wollen. Aber nicht nur das Tagesangebot schwindet nun einfach, auch viele Events für den Abend, wie zum Beispiel Kunst- und Kulturveranstaltungen oder Partys müssen sich einen neuen Platz suchen.

Eine kleine Historie

Vor über 40 Jahren vom damaligen Studentenwerk als „Bierschwemme“ eröffnet, machte sich das KKC schnell einen Namen auf dem Campus. Nachdem Studierende den Raum erstritten und in KKC umbenannt hatten, steigerten namenhafte Künstler*innen wie zum Beispiel Kettcar und Olli Schulz und der Slogan „Es ist gut“ die Popularität der Kneipe. Anfang 2012 wurde die Kneipe dann von beinahe abgesetzten AStA-Vertretern in einer Nacht- und Nebelaktion wieder an das Studierendenwerk Essen-Duisburg verkauft (akduell berichtete). Schon bei der Veräußerung waren Mängel an der Bausubstanz bekannt, drei Jahre wurde das Café aber ohne Sanierung weiter betrieben. Was neben einem Feierabendbier auf dem Spiel steht, sind Fachschaftspartys, Campusfeste, Poetry Slams, Quizabende, Lesungen und andere Events, die das Sozialgefüge unter den Studierenden deutlich stärkten.

Warum eigentlich so plötzlich?

Ein bisschen verwunderlich ist es, dass die Schließung des KKCs so abrupt kam. Und das vor allem zu einer Zeit, zu der sich ein Teil der Betriebsleiterinnen des KKCs im Sommerurlaub befand und somit der Beschluss ohne eben jene getroffen wurde. Schon vorher herrschte Funkstille: Obwohl lange Zeit vor Beginn der Semesterferien im Sommersemester 2015 ein umfassendes Kulturkonzept der Betriebsleiterinnen des KKC vorlag, beschäftigte sich das Studierendenwerk nicht damit und wurde erst tätig, als es darum ging, Gründe für eine Schließung zu finden, kritisieren jetzt ehemalige Mitarbeiter*innen des KKCs. Von Seiten des Studierendenwerks soll es keine klaren Vorstellungen von ansprechenden Kulturprogrammen gegeben haben, bloß der Hinweis auf bewährte und vor allem universitäre Standardprogramme, wie auf das Uni-Orchester oder den Chor zurückzugreifen.

Am 1. Oktober fand zwar ein Treffen zwischen AStA und Studierendenwerk statt, jedoch gab es außer der Versicherung auf eine „weitere Zusammenarbeit und Gespräche“ kein nennenswertes Ergebnis. Einige Wochen später hat das Studi-Werk das KKC mit Vertretern der Hoschule sowie des Bau- und Liegenschaftsbetriebs besichtigt. Ohne den Allgemeinen Studierendenausschuss, so die Pressestelle des Studierendenwerks. „Wir hätten den AStA sehr gerne im Team und hoffen auf Unterstützung. Die Begehung sollte erst mal bauliche Mängel durch Fachtechniker fixieren. Sobald dann ein Konzept benötigt wird, können wir über die Zukunft reden“, so Studierendwerkssprecherin Petra Karst. Der AStA hingegen sagt auf Nachfrage der akduell, dass sie bei der Besichtigung gerne dabei gewesen wären. Schließlich plant der AStA eine zukünftige Kooperation mit dem Studierendenwerk und will das KKC mit retten. Insgesamt gebe zwar keine festen Zusagen, aber gute Signale für den Erhalt des KKC, fasst Karst die aktuellen Situation zusammen. Sie will sich für den Erhalt der Kulturstätte einsetzen.

Viele Studierende hoffen, dass das nicht nur leere Versprechungen bleiben und befürchten, dass das KKC unter den Fittichen des Studierendenwerks eine dritte Caféteria ohne Abendangebot werden könnte. Es sei nicht damit getan, aus einer Studierendenkneipe einen Raum zu machen, bei dem der Betreiber keine Ahnung davon hat, wie ein breites und vor allem für Studierende ansprechendes Kulturprogramm aussieht. Das wäre sicherlich alles andere als förderlich für das studentische Leben.