Es soll wieder leben!

2016-05-12 13.04.40

Studierende protestierten bei Bier und Eis für eine schnelle Wiedereröffnung des KKC. (Foto: fro)

Seit über einem halben Jahr ist das Kunst- und Kulturcafé (KKC) auf dem Essener Campus geschlossen (akduell berichtete). Eine Wiedereröffnung ist zwar geplant, doch bemängelt der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) die Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk. Währenddessen werden die Stimmen für einen baldigen Neustart immer lauter. Am vergangenen Donnerstag, 12. Mai, fand eine Protestparty mit gratis Bier und Eis direkt vorm KKC statt.

Laute Musik, kostenlose Getränke und viele gutgelaunte Studierende, die sich einig sind: Das KKC muss wiedereröffnet werden. Mit der Protestaktion wollten die Studierenden und der AStA ein Zeichen setzen und feierten bis in die späten Abendstunden direkt vor dem ehemaligen Studierendentreffpunkt. „Das KKC fehlt am Campus Essen und muss schnellstmöglich wieder seinen Betrieb aufnehmen“, fordert Kulturreferentin Katharina Sonntag, die die Organisation der Protestparty mitgestaltete. „Das sehen sehr viele so, wenn ich sehe, wie viele Studierende sich heute hier versammelt haben“, fügt sie hinzu.

Vorwurf: Intransparenz

Seit Monaten befindet sich der AStA mit dem Studierendenwerk, das als Betreiber der Einrichtung fungiert, in Verhandlungsgesprächen. Fest steht, dass sowohl die Studierendenvertretung als auch das Studierendenwerk und die Universität an einer Wiedereröffnung des studentischen Raums Interesse haben. Die Sanierungskosten in Höhe von schätzungsweise 1,5 Millionen Euro sollen auf die drei Parteien gleichmäßig verteilt werden. „Die Verhandlungen laufen ziemlich schleppend“, kritisiert AStA-Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Christian Müller. Die Studierendenvertreter*innen knüpfen Bedingungen ans Studierendenwerk: „Uns ist wichtig, dass das KKC in Zukunft auch mehr studentische Mitwirkung erlaubt und es die Möglichkeit gibt, dass sich Studierende einfach einbringen können.“ Während das Studierendenwerk weiterhin die Nutzungsrechte besitzt, verlangen die Studierenden, dass im zuständigen Gremium studentische Vertreter*innen sitzen und Fachschaften die Räumlichkeiten gebührenfrei mieten können. Auf eine Rückmeldung zu Verhandlungsgesprächen warte der AStA jedoch noch immer.

Obwohl es ein vorher abgesprochenes Anliegen war, hätten die Studierendenvertreter*innen kein Mitspracherecht. Im März seien sie und ihre Mitstreiter*innen optimistisch aus den Gesprächen herausgegangen. „Und dann passiert zwei Monate nichts und man erfährt alles nur hinten rum“, zeigt sich Kulturreferentin Corinna Kalkowsky enttäuscht über die Entwicklungen der Verhandlungen. Auch Sonntag bestätigt dieses Unbehagen: „Wir haben das Gefühl, nicht stark genug in die Verhandlungen eingebunden zu sein.“ Das Studierendenwerk verweist darauf, dass die Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden müssen und daher viele Terminvorschläge nicht wahrgenommen werden konnten. Das nächste Gespräch werde am 31. Mai stattfinden. „Wir [befinden] uns in ständigem Dialog mit allen Beteiligten, insbesondere mit dem AStA“, so Petra Karst, Pressesprecherin des Studierendenwerks, auf Anfrage der akduell.

Bürokratie: Kurz und schmerzlos?

Eine baldige Wiedereröffnung des KKC sei eine „vernünftige, sinnvolle Investition“, so Kalkowsky. Schließlich würden die Sanierungskosten bei voranschreitender Zeit weiter steigen. „Eine zeitnahe Wiedereröffnung scheitert aber nicht am mangelnden Willen“, entgegnet Pressesprecherin Karst den Vorwürfen. Neben strengerer Brandschutzbestimmungen, aufgrund derer sich nur noch 199 Personen im KKC aufhalten dürfen, machen weitere technische und brandschutzrechtliche Probleme eine Sanierung unumgänglich. Daher müssen das Dezernat für Gebäudemanagement und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes Nordrhein-Westfalen eingebunden werden. Der BLB muss zunächst Gutachter*innen für eine Begehung beauftragen, die eine offizielle Übersicht über die zu behebenden Mängel erstellen. „Der BLB hat lange Ausschreibungsfristen, weshalb sich die Begehung durch die Gutachter in die Länge zieht“, so Kalkowsky. „Aber sie könnten Kompetenzen an das Studierendenwerk oder den AStA abgeben. So könnte man der Bürokratie etwas entrinnen.“

Momentan ist von einer Wiedereröffnung in zwei Jahren die Rede. Das ist für die Studierendenvertreter*innen aber inakzeptabel. Ohne das KKC fehle ein wichtiger Teil studentischen Raumes am Campus. „Deshalb werden wir noch öfter solche Protestparties organisieren, um Druck zu machen“, sagt Sonntag. In welchem Turnus die Partys veranstaltet werden und ob man im Winter auf Glühwein umsteigen muss, steht noch nicht fest. Sicher ist für Kalkowksy aber bezüglich der geplanten Wiedereröffnung: „Der kürzere Weg ist der clevere.“