Und wie lange warst du gestern draußen?

Gesucht und gefunden: ein Bluzuk am Campus Essen. (Foto: dav)

Gesucht und gefunden: ein Bluzuk am Campus Essen. (Foto: dav)

„Gotta Catch ´Em All!“ lautet wieder die Devise, die allen 90s Kids wahrscheinlich noch wunderbar im Gedächtnis ist. Nintendo punktet aber nicht mit einem neuen Gameboy- oder Konsolenspiel, sondern bringt mit Pokémon Go die ersten 150 Monster der Kult-Reihe auf das Smartphone. Am vergangenen Mittwoch, 13. Juli, erschien die deutsche Version des Augmented Reality-Spiels. Auch am Campus Essen und Duisburg tummeln sich einige Trainer*innen und Pokémon, die alle ein Ziel verfolgen: „Ich will der allerbeste sein, wie keiner vor mir war.“

Viele erinnern sich bestimmt noch: Mit dem Gameboy in der Hand auf dem Sofa oder im Bett, auf dem Bildschirm die blaue oder rote Edition Pokémon und man war erstmal gut beschäftigt. „Achtung im hohen Gras! Dort warten wilde Pokémon!“ war der erste Tipp von Professor Eich und heute, knapp zwanzig Jahre später, warnt uns wieder ein virtueller Gelehrter, dieses Mal mit dem Namen Willow: „Achte auf deine Umgebung.“

Denn das, was sich viele Fans wünschten, ist nun in Erfüllung gegangen. Pokémon im echten Leben sammeln und mit ihnen gegen andere antreten. Möglich macht das die sogenannte Spielweise der Augmented Reality. Die erweiterte Realität verknüpft somit das, was auf dem Display passiert, mit der realen Umgebung, in der man sich gerade befindet. Das geschieht zum einen über die Kamera und das Projizieren von Informationen oder Objekten innerhalb des Displays. Zum anderen wird über Google Maps und die Standortfunktion (GPS) die exakte Lokation berechnet. So kann man dann durch seine Nachbarschaft oder bisher unbekannte Gebiete ziehen und auf Pokémon, Poké-Stops — Stellen, an denen man Gegenstände wie Tränke und Bälle bekommt — und Arenen stoßen.

So werden plötzlich auf dem Campus Essen die rote und die blaue Bibliothek zu Poké-Stops, an denen es Gegenstände regnet. Auch der bunte Turm an der Mensa, das Rondell vor der gelben Caféteria und ein paar Orte vor R12 und der roten Caféteria bieten den neu gewordenen Trainer*innen ein paar Anlaufstellen direkt im universitären Umfeld. Auf dem Campus Duisburg sind es unter anderem die Orte vor dem Gebäude LF auf der Campuswiese und vor dem Eingang der Universitätsbibliothek.

Alles schön und gut, aber was genau ist denn jetzt das Ziel des Spiels? Diese Frage ist relativ schwer zu beantworten, denn primär geht es vermutlich vor allem darum, mit seinen Freund*innen raus zu gehen und Pokémon zu fangen. Natürlich ohne dabei die Umgebung außer Acht zu lassen und vielleicht nicht unbedingt Orte wie Friedhöfe oder Mahnmale aufzusuchen — moralische Bedenken, die jedoch einige übereifrige Sammler*innen bisher nicht aufgehalten hatten.

Im Park auf der Suche

Auch die Veranstaltenden der Poké-Liga im Grugapark sind erfreut über das Erscheinen der App und überrascht, wie viele Menschen sich wieder den 150 Monstern widmen. „Damit, dass Pokémon Go ein Erfolg wird, haben wir schon gerechnet. Dass es innerhalb so kurzer Zeit durch die Decke geht und in einer Woche ziemlich alle Rekorde bricht, hat wohl niemand kommen sehen und auch nicht zu träumen gewagt“, sagt David, einer der Poké-Liga Veranstaltenden. Woher der Zulauf kommt, lässt sich natürlich nicht einfach so beantworten. Möglich wäre es, dass die 150 originalen Pokémon einfach eine große Masse ansprechen, meint David. Seine Vermutung ist, dass die Entwickler*innen einfach die bekannten 150 Pokémon der ersten Generation zum Start und verbreiten nutzen, und anschließend langsam alle weiteren Pokémon eingeführt werden.

Natürlich gibt es im Grugapark auch einige Anlaufstellen für alle Sammler*innen: „Für die Gruga-Liga 2016 diesen Samstag, 23. Juli, haben wir Pokemon Go bereits einbauen können. An jeder unserer Arenen gibt es Pokestops, die wir durchgehend mit Lockmodulen ausrüsten werden. Auch gibt es an unserer Basis eine Go-Arena, mal sehen welches Team sie am Ende halten kann“, erklärt David. Konkrete Veranstaltungen für Pokémon Go seien noch nicht geplant, aber es sei immer eine tolle Sache mit Freunden durch den Park zu laufen und dieses Hobby zu teilen.