#IchhatteschonbessereIdeen

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Laue Sommerabende am See – könnten so entspannt sein. Wenn da nicht die Schreibtischarbeit drunter leiden würde. (Foto: Gerne)

Am Ende jedes Studiums wartet sie unweigerlich auf alle Beinahesogutwiefertigquasischondurch-Studierenden: Die Abschlussarbeit. Bestenfalls mit einem Thema, das einen wirklich interessiert, durch das man neue, spannende Erkenntnisse erhält und von dem man noch in 50 Jahren begeistert den Enkelkindern – na gut, wollen wir es mal nicht übertreiben. Das Wort Bachelorarbeit flößt am Anfang des Studiums ganz schön Respekt ein. Weißt du noch die eine, die aus der Bib? Die da jeden Tag sitzt und total viele Bücher vor sich liegen hat? Die schreibt schon ihre (ehrfürchtiges Einatmen) Bachelorarbeit.

Sechs, acht – okay, manchmal auch zehn Semester später und man selbst ist plötzlich diese eine, unglaublich zielstrebige Person. Und plötzlich steht diese ominöse Bachelorarbeit nicht nur direkt vor der Tür, sondern vor allem irgendwie gar nicht mal so fesselnd. Denn im Sommer gibt es unglaublich viele schöne Dinge zu erleben. Unglaublich schöne, ablenkende Dinge, die eine Schreibtischarbeit nicht mehr ganz so verlockend klingen lassen, die den inneren Schweinehund mächtig herausfordern. Und bei der Bachelorarbeit reist dieser meist nicht alleine an. Diese Liste könnte hier jetzt mit Festivals starten und mit Urlaub enden, aber lassen wir das. Eine klare Kiste im Sommer ist: Alles was Spaß macht, spielt sich draußen ab. Und natürlich gibt es dann die schlauen Tipps von Bekannten, die wirklich noch daran glauben, dass man im Freibad oder beim Besuch mit Freund*innen im Park auch ganz wunderbar etwas für die Bachelorarbeit lesen kann, Texte zusammenfassen oder ein durchstrukturiertes Inhaltsverzeichnis erstellen – glaubt mir: Nein, das klappt nicht!

Je schneller man also akzeptiert, dass man einen Sommer mal missgelaunt im T-Shirt am Schreibtisch hockt, den blauen Himmel und die strahlende Sonne sieht, aber trotzdem friert, weil man den ganzen Tag bewegungslos am PC hing, umso weniger Selbstmitleid kann sich ansammeln. Immerhin auf den regenreichen Sommer in Deutschland ist meistens Verlass. Deprimierendes Fazit beim Blick auf die vor Urlaubsfotos überquellende Timeline bleibt dennoch: Bachelorarbeit im Sommersemester? Ich hatte schon bessere Ideen.