Kostenfrei zum Coffee-Shop

Die neue Ebene -3 am Berliner Platz. (Foto: ska)

Die neue Ebene -3 am Berliner Platz. (Foto: ska)

Es gibt sie noch: Gute Nachrichten aus dem öffentlichen Nahverkehr. Davon in der vergangenen Woche gleich drei an der Zahl. Die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) modernisiert ihre Bus-Flotte, die U-Bahn Haltestelle Berliner Platz in Essen ist endlich wieder eröffnet und euer Semesterticket kann ab August noch mehr.

„Holland ist die geilste Stadt der Welt“, intoniert die Essener Rap-Formation 257ers derzeit äußerst erfolgreich in ihrem gleichnamigen Hit. Die zahlreichen Vorzüge der Lebensart des niederländischen Nachbarn sind seit dem 1. August auch für die Studierenden der Universität Duisburg-Essen zu genießen. Der AStA durfte vermelden: Das Studi-Ticket gilt nun auch bis Venlo. „Bereits beim Abschluss des neuen Semesterticketvertrages war es unser Ziel, das Semesterticket im ganzen VRR-Gebiet inklusive Venlo nutzen zu können“, so der AStA in seiner Mitteilung. Am Wochenende oder wochentags nach 19 Uhr dürfen Studierende zudem noch eine weitere Person oder ein Fahrrad mit über die Grenze nehmen.

Holland für lau

Eine Nachricht, die ganz offenbar für große Begeisterung bei den Studierenden sorgt. Der Facebook-Post des AStA wurde über 130 mal geteilt und über 500 Studis gefällt ihre neu gewonnene Freiheit. In den Kommentaren werden munter Ausflüge in die holländische Grenzstadt geplant. Die Linke Liste postete eine Stadtkarte Venlos mit der Umgebung des Bahnhofs. Fußläufig zu erreichen sind ein Museum und der Nobody‘s Place Coffeeshop. „Das Semesterticket gilt bald bis Venlo? Erstmal schön ins Limburgs Museum“, frohlockt die Hochschulgruppe. Neben legal erwerblichem Cannabis lockt Venlo zudem mit einem Bluesrockfestival – für jede*n was dabei. Nach dem Streit um das Semesterticket aufgrund der Preiserhöhungen von Seiten des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) können nun beide Seiten mit dieser Einigung punkten.

Vollzug vermelden konnte auch die Essener Verkehrs-AG (Evag) bei einem echten Mammut-Projekt. Die Station Berliner Platz direkt am Einkaufszentrum Limbecker Platz in der Nähe des Essener Campus wurde für 6,3 Millionen Euro in Teilen saniert und dafür zeitweise bis zu fünf Linien gesperrt. Das sorgte nicht nur häufig für Verwirrung, sondern auch für massive Umwege. Mehrere Auf- und Abgänge waren auch im laufenden Betrieb geschlossen. Für die Distanzvermeider*innen unter den Studis und Uni-Beschäftigten durchaus relevante Veränderungen. Ist doch, vom Essener Hauptbahnhof kommend, der Weg vom Berliner Platz zum Campus-Eingang an der Universitätsstraße etwa 50 Meter kürzer als von der Station Universität, so lohnte es sich zuletzt nicht mehr am Berliner Platz auszusteigen aufgrund der zahlreichen Umwege. Das hat nun vorerst ein Ende. Die Arbeiten auf der Ebene -3 sind abgeschlossen.

Die mehr als sechs Millionen Euro, die die Evag und der VRR gemeinsam investierten, wurden genutzt, um der Station einen neuen Look zu verpassen. Im Vergleich zum klassischen Essener Ruhrpott-Chic fällt der fast ein wenig zu klinisch steril und sauber aus. Die neue LED-Beleuchtungsanlage taucht den grauen Beton des Bahnhofs in kühles Licht. Dementsprechend gespalten sind auch die Meinungen der Essener*innen. So wird die Evag auf ihrer Facebook-Seite für die zügigen Bauarbeiten gelobt, häufig jedoch die Einfallslosigkeit der Umbauten und des neuen Designs moniert. Ab sofort kann man sich ein Bild davon machen, die Arbeiten an einem der wichtigsten Haltepunkte der Stadt sind aber noch nicht endgültig abgeschlossen. Sukzessive werden auch die anderen Ebenen modernisiert. Für alle Menschen mit eingeschränkter Mobilität bringt die sechsmonatige Umbau-Phase enorme Vorteile. Der U-Bahnhof ist vollständig barrierefrei. „Neue taktile Leitsysteme für Sehbehinderte runden die Arbeiten ab“, vermeldete die Evag. An dem Verkehrsknotenpunkt befördert sie nach eigenen Angaben 40.000 Fahrgäste täglich.

Neue Busse für Duisburg

Doch nicht nur in Essen geht es voran, auch Duisburg zieht mit der Ankündigung nach, seine Bus-Flotte zu modernisieren. Bis Mitte Oktober will die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) 15 neue Standard-Busse im Einsatz haben. Mitfahrer*innen dürfen sich auf neue Mercedes Benz Busse vom Typ Citaro freuen. Diese sind mit 45 Sitz- und 99-Stehplätzen nicht nur größer als ihre Vorgänger, sondern auch umweltfreundlicher. Sie entsprechen der Abgasnorm Euro VI. An den zwei hinteren Eingängen finden Rolli-Fahrer*innen und Eltern mit Kinderwagen nun mehr Platz. Damit setzt die DVG die Erneuerung der Bus-Flotte, die 2015 begonnen hatte, fort. Nachholbedarf gibt es nach Meinung vieler Kund*innen bei den Straßenbahnen, die selbst für Duisburger Verhältnisse mächtig in die Jahre gekommen sind.