Antisemitismusvorwürfe beim UDE-Wahlkampf

Was war da los? akduell hat nachgefragt. (Foto: kleuske, flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Was war da los? akduell hat nachgefragt. (Foto: kleuske, flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Die Listen der Personen, die bei den Wahlen zum Studierendenparlament antreten, hängen seit der vergangenen Woche auf den Campi. Noch am selben Tag veröffentlichte das bundesweit bekannte Polit-Blog Ruhrbarone einen Artikel zu einem der Kandidierenden. Unter dem Titel „Wahlen an der UDE: Neue Liste mit alten Bekannten“ beschäftigt sich der Autor vor allem mit Jules El-Khatib, Mitglied im NRW-Landesvorstand der Linken und ehemaliger akduell-Redakteur, der als Solidaritätskandidat für die Internationale Liste antritt.

Der Artikel verweist vor allem auf Krawalle im Anschluss einer von El-Khatib mitorganisierten Demonstration in der Essener Innenstadt im Sommer 2014. Damals hatten Demonstrationsteilnehmer*innen pro-israelische Protestierende vor dem Hauptbahnhof attackiert. Laut den Ruhrbaronen sei El-Khatib ein „radikaler Israelhasser“, der Linksjugend solid-Mitglieder vom Bundesarbeitskreis Shalom (BAK Shalom) unterstelle, sie würden von Konzernmedien gesteuert – dies wird mit verlinktem Screenshot belegt. Außerdem stamme der sich selbst als „israelischen Palästinenser“ bezeichnende Politiker tatsächlich aus Köln.

Jules El-Khatib hält die Vorwürfe gegen ihn dagegen für „absurd“. Auf akduell-Anfrage heißt es: „Die Aussage, ich sei ein radikaler Israelhasser, ist eine Lüge, der jegliche Grundlage fehlt. So bin ich seit Jahren ein Verfechter eines Friedens zwischen Israelis und Palästinensern, wofür ich mich sowohl in Deutschland als auch im Nahen Osten eingesetzt habe.“ Und weiter: „Auch die Behauptung ich sei kein ‚palästinensischer Israeli’ ist eine Lüge, da ich einen israelischen Pass besitze und meine Familie der palästinensischen Minderheit angehört.“

Zu den Ausschreitungen nach der Demonstration 2014 sagt El-Khatib heute: „Dieses Verhalten muss klar verurteilt werden und wir müssen uns eingestehen, dass wir als Organisatorinnen einige Fehler gemacht haben und uns deutlich zu spät von diesen Fehlern distanziert haben.“ Laut El-Khatib habe ein Ansturm auf die Synagoge nie stattgefunden. Das hätte ihm die Polizei an dem Tag vor Ort bestätigt. El-Khatib sei von den Ruhrbaronen außerdem nicht für ein Statement angefragt worden.