Beyoncé for President

Wäre Beyoncé eine bessere Präsidentin? (Foto: Airvibeznigeria auf flickr.com, CC BY 2.0)

Wäre Beyoncé eine bessere Präsidentin? (Foto: Airvibeznigeria auf flickr.com, CC BY 2.0)

Ein Kommentar von Lea Sleiman

Die Welt positioniert sich zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten. „Now Ladies, get in Formation“, rief Beyoncé noch während des Superbowls aus. Die Sängerin und Clinton-Unterstützerin ist eine der erfolgreichsten weiblichen Musikerinnen der Welt; und das hat sie sich krass hart erarbeitet. Als Friseurinnentochter geboren, ist sie der gelebte American Dream, der wohl bei vielen „abgehängten“ US-Amerikaner*innen seit einiger Zeit geplatzt ist. Sie ist eine knallharte Business-Lady, die 2011 ihren Vater und Manager abgesägt hat, um sich selbst zu coachen.

Die 35-Jährige hat in jedem Fall Führungsqualitäten – und ihr erfolgreiches Geschäft beweist, dass sie Trump sogar in seiner Disziplin (dem Geldverdienen) überlegen wäre.  Sie ist Woman of Colour und würde wahrscheinlich keine widerlichen Parolen über marginalisierte Gruppen ablassen. Sie hätte die Belange einer nicht-weißen, nicht-männlichen Bevölkerung im Blick, selbst wenn sie zur Oberschicht und dem Establishment gehört.

Die Strategin, die regelmäßig ihre Außendarstellung, Auftritte und Videos plant, hat die Marke Beyoncé quasi skandalfrei etabliert: Sie übt, schreibt, trainiert täglich, wie sie in ihren Songs betont. Beyoncé weiß, was es bedeutet, sich anzustrengen – im Gegensatz zu der narzisstischen, hasserfüllten Person, die statt Ihrer gerade im Weißen Haus sitzt und die Abschiebung von drei Millionen Menschen plant. Bei Konferenzen säße sie perfekt angezogen und gescheitelt und würde den internationalen Minister*innen zuhören anstatt die ganze Zeit zu betonen, der*die Beste in etwas zu sein. Außerdem wären ihre Reden, als Songtexterin, viel schöner geschrieben und sie könnte der Nation singend ihre Belange vortragen. Wie zum Beispiel über sexuelle und wirtschaftliche Ausbeutung von afroamerikanischen Frauen in den USA, die zwar die hochgebildetste, aber schlecht bezahlteste Gruppe in Amerika sind, worüber sie in diversen Interviews spricht.

Beyoncé hat sogar ein fucking kosmetisches Rehabilitationscenter für Männer* und Frauen* sowie eine Stiftung für Hurrikan-Opfer gegründet. Was hast du, zukünftiger Präsident? Die gute Beyoncé ist dir in allem überlegen. Und ich würde mir viel lieber Beyoncé‘s Gesicht vier Jahre lang auf allen möglichen Plakaten anschauen als die eines toupébesetzten Witzes. Deshalb der Vorschlag: Beyoncé for President.