Lang lebe der QR-Code?

Ausweisticket adé. Der QR-Code stellt die Zukunft dar, wenn es nach dem Studierendensekretariat geht. (Foto: dav)

Ausweisticket adé. Der QR-Code stellt die Zukunft dar, wenn es nach dem Studierendensekretariat geht. (Foto: dav)

Studierendenausweis mit Semesterticket? Damit könnte Schluss sein. Nachdem es im Vorhinein schon zu Ärger wegen der Ticketumstellung gekommen ist (akduell berichtete), gibt das Einschreibungswesen jetzt gar keine Ausweise mit Semesterticket mehr raus. Stattdessen wird auf die myUDE-App verwiesen. Digitalen Standard nennt das Ludwig Ciesielski, Leiter des UDE-Einschreibungs- und Prüfungswesens. AStA-Vorsitzender Marcus Lamprecht wirft dem Studierendensekretariat  hingegen erbost einen Alleingang vor und fordert das Kartenticket zurück.

„Das Betriebssystem für den Ticketdruck auf der Chipkarte war veraltet, es gab immer wieder Probleme mit dem Chip bei der Ticketkontrolle, wie auch beim Aufbringen auf den Ausweis“, nennt Ciesielski aus der Hochschulverwaltung die Gründe für die Umstellung. Auch die Verfügbarkeit des Smartphone-Tickets bei Verlust des Ausweises am Wochenende und außerhalb der Öffnungszeiten des Studierendensekretariats sieht er als Vorteile für das Handy-Ticket. Für Studierende ohne Smartphone oder mit leerem Akku gebe es auch die Möglichkeit, sich eine Bescheinigung auszudrucken. Er glaubt, dass sich durch das Ticket per QR-Code die Situation für die Studierenden verbessert hat.

Abgesprochen oder nicht?

Ciesielski betont, die Ticketumstellung habe auch in Absprache mit dem AStA stattgefunden: „Der AStA, als Vertragspartner der Verkehrsbetriebe, einigte sich im letzten Monat mit der zuständigen Verkehrsgesellschaft Via dahingehend, dass das Semesterticket ab sofort nur noch auf dem Smartphone und/oder als PDF-Ausdruck ausgegeben wird.“ AStA-Vorsitzender Marcus Lamprecht aber widerspricht dieser Darstellung deutlich: „So sehr Herr Ciesielski etwas anderes behaupten will: Wir haben vor Monaten bereits ausdrücklich widersprochen, dass ein Einvernehmen, welches gemäß Ticketvertrag nötig wäre, hergestellt werden kann und haben als Kompromiss nur zugestimmt, dass die App als zusätzliche, nicht aber als vorrangige – geschweige denn alleinige Lösung – angeboten wird.“ Lamprecht glaubt, dass seitens des Studierendensekretariats wenig Interesse bestand, mit der Studierendenschaft eine einvernehmliche Lösung der Ticketfrage umzusetzen.

AStA zweifelt an Datensicherheit

Der AStA-Vorsitzende vermutet, dass nicht nur das Studierendensekretariat sondern auch die Verkehrsbetriebe auf mittelfristige Sicht nicht weiter an einem physischen Ausweis interessiert sind. „Zukunftsmusik könnte ein komplett auf einer App befindlicher Studierendenausweis sein“, so Lamprecht. AStA-Vorsitzende Joey Strasdat hat bereits im Oktober Bedenken gegenüber so einer Lösung geäußert: „Wenn man sich die neuesten Datendiebstähle bei Yahoo oder Sicherheitslücken im Android-System in den letzten Monaten anguckt, ist ein leichtfertiger Umgang mit sensiblen, personenbezogenen Daten ein fataler Schritt.“

Der AStA sei nicht davon überzeugt, dass das Handy-Ticket einen wirklichen Vorteil gegenüber dem Ausweis darstelle, so Lamprecht. Ob das All-In-One-Ticket mit dieser Umstellung nun endgültig verschwindet, könne er aber nicht abschätzen: „Das ist eine politische Entscheidung, bei der wir als Studierendenschaft neben Hochschulverwaltung und den Verkehrsunternehmen nur eine von drei Akteur*innen sind.“ Da sich nach der Wahl zum Studierendenparlament noch kein neuer AStA konstituiert hat und die Koalitionsverhandlungen noch laufen, ist noch unklar, wie sich der zukünftige AStA in der Ticketfrage positionieren wird. Die bisherigen AStA-Listen aus Grüner Hochschulgruppe, Jusos und Linker Liste würden sich aber weiter für ein Ausweisticket einsetzen, versichert Lamprecht.