Mehr Einfluss durch Studierende

KLSW: Das erste mal wurde ein Studierender zum Vorsitz gewählt. (Foto: mac)

Die Universität sollte ein Ort sein, an dem sich sowohl Lehrende als auch Lernende wohl fühlen. Die Kommission für Lehre, Studium und Weiterbildung (KLSW) setzt sich unter anderem genau dafür ein. Mit Marcus Lamprecht (Grüne Hochschulgruppe) ist nun zum ersten Mal ein Mitglied der Studierendenschaft im Vorstand der Kommission.

Verbesserte Studienbedingungen – das ist das Ziel der KLSW: Förderung von Kooperationen in der Lehre, Steigerung der Attraktivität der Universität und Grundsätze der Prüfungsordnung, Studienpläne oder der Lehrevaluation gehören unter anderem zu den Tätigkeitsbereichen. „Die Kommissionen machen in vielen Bereichen die inhaltliche Vorarbeit für die universitären Gremien, wie den Senat. Die Arbeit ist sehr wichtig, weil die KLSW das demokratisch legitimierte Gremium ist, das sich zu Studium und Lehre äußern kann“, erklärt der neue Vorstand Marcus Lamprecht.

Durch eine Änderung der Grundordnung stellen Studierende nun die Hälfte der Mitglieder in der Kommission, woraus sich laut Lamprechts Meinung auch ein Anspruch ableite, den Vorsitz zu stellen. Die Kommission setzt sich aus sieben Studierenden, vier Hochschullehrer*innen, zwei akademischen Mitarbeiter*innen und einem Mitarbeiter des Justitiariats zusammen. Durch die stärkere Position der Studierendenschaft wurde nun erstmalig ein Student an die Spitze der KLSW gewählt. Außerdem sollen durch die größere Anzahl an Studierenden auch weitere Themenfelder in die KLSW eingebracht werden. Dabei geht es neben einer zukünftigen Stellungnahme zur steigenden Studienfinanzierung auch um den Umgang mit Veranstaltungen. „Dafür würden wir gerne an einer grundsätzlichen Positionierung in diesem Spannungsfeld arbeiten, um idealerweise definieren zu können, was als Meinungsäußerung gelten kann und was potenziell Hetze darstellt,“ erklärt Lamprecht und nennt als Beispiel den Vortrag eines Leugners des Genozids an den Armenier*innen an der Universität Duisburg-Essen im vergangenen Jahr (akduell berichtete).

Als Vorstand schlägt Lamprecht nun in Absprache mit seinem stellvertretenden Vorsitzenden aus der Professor*innenschaft, Erwin Amann, die Tagesordnungspunkte auf den Sitzungen vor, die allerdings von der gesamten Kommission beschlossen werden müssen. Die ist für die Absprache mit anderen Gremien zuständig und bringt dort die Sichtweise und Standpunkte der KLSW ein.

Neben der Absprache sei auch die konkrete Umsetzung der Zusammenarbeit mit anderen Kommissionen der Universität ein zentrales Thema. Vor allem ein stärkerer Einbezug der Studierendenschaft sei ihm dabei wichtig. Das betreffe sowohl die Kommunikation von Informationen, zum Beispiel Berichte über die Arbeit gegenüber dem Studierendenparlament als auch die Berücksichtigung von Informationen aus der Studierendenschaft, wie zum Beispiel Ergebnisse der Fachschaftenkonferenzen.

Für die vergangene Amtsperiode zieht Lamprecht ein gemischtes Fazit. Zwar sei sehr lösungsorientiert von allen Statusgruppen miteinander gearbeitet worden, leider hätten jedoch recht wenige Sitzungen stattgefunden. „Wir mussten dann unter relativem Zeitdruck die Rahmenprüfungsordnung behandeln und konnten viele andere Fragestellungen gar nicht thematisieren“, erklärt Lamprecht. Für die neue Amtszeit habe man sich deswegen vorgenommen, Sitzungen in monatlichem Turnus abzuhalten. Momentan gehe es in der Kommission unter anderem um die Sicherheitslage auf dem Campus. Hier setze man sich klar für eine progressive Lösung ein. „Das heißt konkret, dass wir keine verstärkte Überwachung und Verdrängungsmechanismen befördern wollen“, so Lamprecht. Auch der Übergang vom Bachelor in den Master und von Lehramtsstudiengängen zu Nicht-Lehramtsstudiengängen soll verbessert werden.

Dabei wolle man auch eigene Initiativen an den Start bringen und den Meinungsbildungsprozess der Kommission transparent gestalten. „Ich möchte, dass die Kommission sich als starker inhaltlicher Akteur im Bereich des Studiums, der Lehre und der Weiterbildung etabliert und so Einfluss auf deren Bedingungen nehmen kann“, sagt Lamprecht.