Mind the Gap

Auch wenn an der UDE im Vergleich mehr Frauen höhere Posten besetzen als an anderen Unis: Es besteht noch Ausbaufähigkeit. (Foto: fro)

Der Gender-Report 2016 hat erneut die Geschlechterungleichheit an Nordrhein-Westfalens Hochschulen genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Veränderung, vor allem auf den höheren Stufen der Wissenschaftskarriere, geht nur sehr langsam voran. Während an den Universitäten bei den Abschlüssen von Studierenden die Geschlechterparität, also eine gleiche Anzahl aller Geschlechter, fast erreicht ist, sieht es bei der Promotion und Habilitation ganz anders aus.

Der Frauen*anteil bei Promotionen liegt in NRW bei etwa 40 Prozent und stagniert damit in diesem Jahrzehnt beinahe. Bei den Habilitationen liegt der Anteil gerade einmal bei knapp über einem Viertel und bei den Berufen zu Professorinnen*-Stellen bei 22,6 Prozent. Insbesondere an den medizinischen Fakultäten fällt dieser Wert meist nochmal bedeutend niedriger aus. Schlusslicht ist hier die Uni Bonn, an der, trotz Gleichstellungsbeauftragter, gerade einmal 9,5 Prozent Professorinnen* tätig sind. Auch im Vorstand der Universitätskliniken sind Frauen* stark unterrepräsentiert und werden somit von wichtigen (Personal-) Entscheidungen ausgeschlossen.

Die medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) weist dabei mit mehr als 20 Prozent Professorinnen den zweithöchsten Wert in NRW auf. Auch in anderen Bereichen zählt die UDE zu den Hochschulen mit höherem Frauenanteil. Besonders bei den Promotionen ist der Wert fast auf Höhe der Geschlechterparität. Zwischen den verschiedenen Fächergruppen gibt es auch enorme Unterschiede: Während in der Fächergruppe Kunst und Kunstwissenschaften vier von fünf Lehrstühlen von Frauen* geleitet werden, ist unter den drei Sportprofessuren nicht eine einzige Frau.

Generell liegt Duisburg-Essen bei den meisten Vergleichswerten etwas über dem NRW-Durchschnitt, nicht jedoch bei den Leitungsgremien. So liegt zum Beispiel der Frauenanteil im Senat bei unter 30 Prozent. Noch deutlicher wird die Geschlechterungleichheit bei der Fakultätsleitung: Von den elf Fakultäten wird keine einzige von einer Frau geleitet. Und auch bei den Pro- und Studiendekan*innen liegt der Anteil an Frauen bei gerade einmal 14 beziehungsweise 20 Prozent. Das Fazit: Es gibt noch viel zu tun, bis wir an der UDE in allen Bereichen eine Geschlechterparität erreicht haben.