Mit Zuckerwatte gegen Kürzungen

Bei kaltem, aber sonnigem Wetter wurden die Studierenden über die geplanten Kürzungen informiert. (Foto: mehu)

Auf der vergangenen Sitzung des Studierendenparlamentes (StuPa) wurde der Haushalt in erster Lesung behandelt und ausgiebig über die Verteilung der Gelder für die Autonomen Referate diskutiert (akduell berichtete). Diese sollen – geht es nach den AStA-tragenden Listen – unter den Interessensvertretungen angeglichen werden. Einigen Autonomen Referaten drohen deshalb Kürzungen. Das Frauen*Referat und das Trans*Inter*SchwuBiLe zeigten vergangenen Donnerstag auf dem Essener Campus Präsens, um die Studierenden zu informieren.

Der strahlende Sonnenschein am Donnerstagmittag war trügerisch. Ein ziemlich kalter Wind pfiff um den Eingang der Essener Hauptmensa. Doch das hielt die Referent*innen nicht davon ab, sich genau dort hinzustellen. Kurz nach 14 Uhr war der Stand aufgebaut. Die Studierenden wurden mit einem großen Topf heißen Kakao und Zuckerwatte empfangen. Die letzte Woche des Semesters stand an und das spiegelte sich auch auf dem Campus wider, denn viele Studierende verirrten sich nicht an den Stand. Diejenigen, die der Verlockung des Kakaos und der Zuckerwatte nicht widerstehen konnten, wurden dann auch freundlich empfangen.

„Der AStA möchte uns die Gelder kürzen. Dann können wir vielleicht bald keine Zuckerwatte kostenlos an euch verteilen“, entgegnet Matthias Wallmann, Referent des Trans*Inter*SchwuBiLe Referates, einer Gruppe interessierter Studierender. Zusammen mit dem Frauen*Referat haben sie mobil gemacht. Denn der erste Haushaltsentwurf sieht vor, die Gelder für die beiden Autonomen Referate um etwa 25 Prozent zu kürzen. Bislang haben das Trans*Inter*Schwubile und das Frauen*Referat je 10.000 Euro pro Haushaltsjahr erhalten. Das Fachschaftenreferat beispielsweise benötigt nach eigener Aussage 2.000 und das BCKS maximal 3.000 Euro.

Matthias Wallmann war es auch, der auf der vergangenen StuPa-Sitzung einen Antrag auf Erhöhung der Gelder für das Trans*Inter*Schwubile eingereicht hatte. „Jedoch haben wir den Antrag ausgearbeitet, bevor der Haushalt in dieser Form vorgestellt wurde“, sagt er vergangenen Donnerstag am Stand. Der Antrag wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Auf die Frage, was die beiden Referate mit dem Infostand erreichen wollen, erklärt Wallmann: „Die Studierenden sollen sehen, was sie durch die Wahl erreicht haben. Wir lassen uns nicht die Gelder streichen, ohne dass die Studierenden das mitbekommen.“ Sowohl das Trans*Inter*Schwubile als auch das Frauen*Referat sehen in den Kürzungen ihre Autonomie bedroht. Sie befürchten, ihr Angebot an Veranstaltungen, Vorträgen und Workshops könnte in Zukunft geringer werden.

Noch nichts entschieden

Öffentlichkeitsreferent Christian Weidkamp (RCDS) erklärt auf Anfrage der akduell: „Wir verstehen, dass die beiden genannten Referate lieber einen größeren Betrag selbstständig verwalten wollen, aber ihre Autonomie sehen wir auch durch eine moderate Kürzung in keiner Weise beschnitten. Außerdem hat der AStA angeboten, den Betrag mit den beiden Referaten zu diskutieren.“ Ein Gespräch zu diesem Thema soll diese Woche erfolgen. Auf der StuPa-Sitzung wäre zwar der Antrag auf die Erhöhung des Budgets abgelehnt, dafür aber eine dritte Stelle für das Trans*Inter*SchwuBiLe einstimmig angenommen worden. Würden die Personalkosten mit eingerechnet, erhöhten sich dadurch die Mittel um 2.300 Euro, so der Öffentlichkeitsreferent.

Dennoch wurde auf der Sitzung darüber diskutiert, ob jedes Referat gleich viel bekommt, wie es der Haushalt vorsieht oder wie von der Opposition gefordert, nach Bedarf geregelt werden soll. Das sieht Weidkamp kritisch: „Die Opposition will hingegen, dass jedes Autonome Referat seinen Bedarf selbst festlegt. Das ist zum einen Unrecht, weil das StuPa damit seiner Hoheit über den Haushalt beraubt wäre. Zum anderen ist es ungerecht – der Studierendenschaft und sparsamen Autonomen Referaten gegenüber.“

Der Haushalt wurde zunächst in erster Lesung behandelt und es könnte sich noch einiges verändern.Darüber werden die Autonomen Referate mit Sicherheit noch viel Aufklärungsarbeit leisten. Mit Zuckerwatte und warmen Kakao.