And the Kursplatz goes to…

Kommentar von Meiko Huismann

Wenn die Kursvergabe zum Glücksspiel wird. (Foto: Pixabay.com/stux/CC0 Public Domain)

Sich online für die Kurse und Vorlesungen anmelden geht heutzutage bequem von zuhause aus. Es ist auch einsehbar, ob man den Kurs bekommen hat oder nicht.

Wer für einen Kurs zugelassen ist, kann sich freuen. Bei der ersten Veranstaltung lehnt man sich bequem zurück und kann sich dem bietenden Schauspiel hingeben.  Nicht jede*r Studierende bekommt einen Platz im Kurs, jedoch ist der Seminarraum rappelvoll und Studierende, die keinen Platz bekommen haben, versuchen dennoch ihr Glück. Nicht selten kommt es vor, dass Studierende für mehrere Kurse des selben Moduls angenommen worden sind, für die sie aber nur einen belegen müssen.

Zurück zum Seminar und den sich immer häufiger zu erlebenden Ritus: Die Vergabelotterie. Wenn noch Restplätze zu vergeben sind, dann wird einfach gelost. Jede*r Studierende wirft seinen*ihren Ausweis in einen rumgereichten Beutel und dann werden die glücklichen Gewinner*innen gezogen. Da immer mehr Menschen ein Studium beginnen, erfreut sich dieses Ritual vor allem in den geisteswissenschaftlichen Studiengängen immer größerer Beliebtheit.

Der Semesterbeitrag ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen, da die Universität immer mehr Personalkosten zu tragen hat. Verständlicherweise müssen bei der Zahl an Studierenden eben mehr Lehrende eingestellt werden. Da aber dennoch immer wieder Studierende aus Seminaren geworfen werden, beziehungsweise erst gar nicht zugelassen werden, ist das bei einem Semesterbeitrag von knapp 300 Euro schon ernüchternd. Denn das was auf der Strecke bleibt, ist die studentische Freiheit. Studierende nehmen an  Seminaren teil, für die sie zugelassen werden und wie es in den Stundenplan passt. Das Interesse an dem Thema des Kurses ist drittrangig. Darunter leidet die Qualität des Seminars. Wieso soll man sich mündlich beteiligen, sich austauschen und diskutieren, also alles studentische Grundtugenden, wenn dem Großteil der Anwesenden das Thema gar nicht interessiert?

Hinzu kommt dann noch ein weiteres Phänomen, dass jede*r von uns kennt: Spätestens nach der vierten Sitzung nehmen nur noch die Hälfte der Menschen teil. Sehr zum Leidwesen derjenigen, die nicht zugelassen wurden. Das all semesterliche Seminarroulette. Da lässt die Regelstudienzeit grüßen.