Erst die Miete, dann das Vergnügen

Die Mieten steigen an: Auch Studierende müssen tiefer in die Tasche greifen. (Foto: fro)

Wohnen wird immer teurer. Auch Studierende sind davon betroffen, wenn sie die eigenen vier Wände oder eine Wohngemeinschaft beziehen wollen. Das geht aus einer Studie des Kölner Instituts für deutsche Wirtschaft (IW) hervor. Zwar wohnen Studierende im Ruhrgebiet vergleichsweise günstig, doch steigen auch hier die Mieten an.

„Wir haben ein kontinuierliches Mietpreiswachstum, das sehr unterschiedlich ist. Die Spanne reicht von rund zehn Prozent Mietsteigerung seit 2010 bis zu 50 Prozent in Berlin“, beschreibt Michael Voigtländer die Erkenntnisse der IW-Studie gegenüber dem Deutschlandfunk. Auch in München sind die Mieten innerhalb von sieben Jahren von 522 auf 634 Euro im Schnitt gestiegen. Laut Studie zahlen Studierende in Bochum bundesweit fast am wenigsten. Trotz Anstieg in Höhe von 28 Euro zahlen sie mit durchschnittlich 344 Euro immer noch deutlich weniger als in den Metropolstädten.

Für die Studie hat das Institut den freien Wohnungsmarkt in 15 deutschen Städten analysiert – Studierendenwohnheime wurden dabei mit der Begründung, dass ohnehin nur jede*r zehnte Studierende einen Wohnheimplatz in Anspruch nehmen könne, nicht berücksichtigt. Als Datengrundlage dienten Inserate der Immobilienportale immobilienscout24 und wg-gesucht seit 2010. Allein für das zweite Halbjahr des Jahres 2016 sammelte das Institut 80.000 Inserate. Dabei gingen die Forscher*innen von 30 Quadratmetern Wohnfläche pro Person aus. Sowohl Ein-Raum-Wohnungen als auch Zimmer in einer Wohngemeinschaft wurden in der Datenerhebung berücksichtigt. Lediglich die teuersten 20 Prozent der Inserate wurden von der Analyse ausgeschlossen, da sie für Studierende nicht infrage kämen.

Das Institut  kritisiert vor allem, dass zu wenig neue Wohnungen gebaut würden. Weil immer mehr junge Menschen in die Städte zögen und vermehrt Geflüchtete auf den freien Wohnungsmarkt kämen sei das Angebot an bezahlbaren Wohnung erschöpft. Es fehle vor allem an Zwei- und Dreizimmerwohnungen, die für Studierende besonders interessant seien. Nur in wenigen Städten würde der Bedarf mit der tatsächlichen Menge an Wohnungen  abgedeckt. Während der Bedarf beispielsweise in Bochum mit 100 Prozent vollkommen gedeckt sei,  seien es in Berlin oder München  40 beziehungsweise 43 Prozent .  Insgesamt sei nur ein Drittel des nachgefragten Bedarfes auch gebaut worden. Dass die Preisspirale in den kommenden Jahren gebremst wird, bezweifelt das Institut und  nimmt die Kommunen in die Verantwortung. Sie müssten mehr Bauland bereitstellen. Dem gegenüber steht ein Wohnungsleerstand von mehr als 12.000 Wohnungen (Stand: 31. Dezember 2015) in Duisburg.

Zwar wurden die Universitätsstädte Duisburg und Essen nicht in die Datenerhebung des Instituts für deutsche Wirtschaft einbezogen, doch zeigen die Mietspiegel, dass man dort verhältnismäßig günstig wohnen kann. Während man im Bundesdurchschnitt 7,97 Euro pro Quadratmeter zahlen muss, liegen die Preise in Essen mit 7,09 Euro und in Duisburg mit 5,82 Euro relativ niedrig. Allerdings sind auch dort die Mieten seit 2011 gestiegen. Eine Wohnung mit 60 Quadratmetern in Duisburg kostete 2011 noch durchschnittlich 4,93 Euro pro Quadratmeter (5,56 Euro im Bundesdurchschnitt), im vergangenen Jahr lag die Durchschnittsmiete bei 5,77 Euro pro Quadratmeter (7,34 Euro im Bundesdurchschnitt)

Alternative Studierendenwohnheim?

Wie an vielen anderen Universitäten können Studierende auch eine Bleibe in den Wohnheimen des Studierendenwerks Essen-Duisburg finden. In beiden Universitätsstädten sowie in Mühlheim an der Ruhr betreibt es insgesamt 19 Wohnheime mit unterschiedlicher Größe und in unterschiedlichen Preisklassen. Während ein 12 Quadratmeter großes Einzelzimmer am Sternbuschweg in Duisburg für ab 240 Euro zu haben ist, müssen Studierende für ein 15 bis 19 Quadratmeter großes Einzelapartment im Wohnheim an der Essener Rottstraße mindestens 450 Euro zahlen. Immer stärker wird aber die Kritik von Studierenden an den steigenden Mieten des Studierendenwerkes, das die Erhöhungen mit ebenfalls steigenden Betriebskosten begründet (akduell berichtete). Schließlich bekäme man für das Geld eine eigene, teilweise größere Wohnung auf dem freien Markt.