KKC: Es lebt wieder!

Ein kultureller Freiraum kommt zurück an den Essener Campus: KKC eröffnet wieder! (Foto: fro)

Überraschende Wendung: Das Kunst- und Kulturcafé (KKC) soll schon in der kommenden Woche neueröffnet werden. Das gab die Universität am Samstag, 1. April, bekannt. Noch bis in die späten Abendstunden hatten der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), das Studierendenwerk sowie der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW am gestrigen Freitag den Grundstein für die Wiedereröffnung des studentischen Freiraums gelegt. Betreiber bleibt das Studierendenwerk, aber auch der AStA hat schon ausgereifte Zukunftspläne für das KKC.

„Die Verhandlungen haben sich gelohnt“, freut sich AStA-Vorsitzende Nadine Pendahou (Internationale Liste) über die Wiedereröffnung studentischen Freiraums. Es sei höchste Zeit, dass der Betrieb wieder aufgenommen werde und kulturelle Veranstaltungen zurück an den Campus Essen kämen. Seit September 2015 war das KKC wegen baulicher Mängel geschlossen (akduell berichtete). Völlig unbemerkt organisierten die drei involvierten Parteien die Sanierung in vielen Nacht- und Nebelaktionen. Schon seit Amtseintritts des neuen AStAs habe man die Ärmel hochgekrempelt, um die technischen und brandschutzrechtlichen Mängel an dem Gebäudetrakt zu beheben. Innerhalb von knapp drei Monaten habe man es geschafft, die Arbeiten zu bewerkstelligen und alles für die große Feier vorzubereiten.

Dafür haben sich der AStA und das Studierendenwerk ein paar besondere Neuheiten ausgedacht. Der Slogan des KKC heißt nicht mehr „Es ist gut“, sondern – in Anlehnung an den Slogan der Universität Duisburg-Essen – „Offen im Saufen“ und spielt auf die Vielfalt der erhältlichen alkoholischen Getränke an. Darüber hinaus steht das neue KKC insgesamt im Zeichen der UDE, wie Kulturreferent Sven Oberberg (Antihelden) verrät: „Die Farbe des Logos wird blau und auf den Servietten ist ein Porträt von Ulrich Radke abgedruckt.“ Damit solle die Wiederwahl des UDE-Rektors gewürdigt werden. Für die große Party wird Radke die Eröffnungsrede halten.

1,23 Millionen Euro Kosten für die Studierenden

3,7 Millionen Euro sollte die Sanierung eigentlich kosten, hieß es auf der vergangenen Sitzung des Studierendenparlaments im März (akduell berichtete). Wie geplant wurden die Kosten auf den AStA (also die gesamte Studierendenschaft), das Studierendenwerk als Betreiber des KKC sowie den BLB gleichmäßig aufgeteilt. Jede Partei musste also 1,23 Millionen Euro bereitstellen.

In einer außerordentlichen und geheimen Sitzung am 2. Februar beschlossen die Parlamentarier*innen dennoch einstimmig, dass man für das KKC die Rücklagen in Höhe von zirka zwei Millionen Euro nutzen werde. „Leider schrumpft damit der Topf, den wir für mögliche weitere Kooperationen mit Nextbike verwenden könnten“, beklagt Marius Lamprecht (Grüne Hochschulgruppe). Nichtsdestotrotz haben er und die gesamte Opposition für die Verwendung der Rücklagen gestimmt.

Von Seiten der Liberalen Hochschulgruppe kam indes der Vorschlag, auch autofahrende Studierende in die Kneipe zu locken. „Anstelle eines Außenbereiches soll ein Parkplatz unmittelbar vor dem KKC eröffnet werden,” erklärt Axel Steffen (Liberale Hochschulgruppe), Referent für Hochschulpolitik. Der Vorschlag der Liberalen, einen Eintrittspreis für den Besuch des KKC zu erheben, wurde von den restlichen Listen allerdings abgelehnt.

Auch die Kosten für Service-Bedienstete spart man sich. Einige Parlamentarier*innen haben sich schon bereit erklärt, in den Abendstunden als Kellner*in zu arbeiten, obwohl das Café weiterhin vom Studierendenwerk betrieben werden soll.

Zunächst habe das Studierendenwerk in Anbetracht der Investitionssumme geplant, den Sozialbeitrag fürs Studierendenwerk von bislang 95 auf 150 Euro zu erhöhen, um die Kosten abzufangen. Auf akduell-Anfrage bestätigte Geschäftsführerin Sabina de Gastro aber, dass man stattdessen auch Speisen dort anbieten werde. Diese würden dann zu denselben Preisen angeboten wie im Restaurant am Essener Campus.