Alles neu im Duisburger BB-Foyer

Studentischer Lernraum ist knapp an der Universität Duisburg-Essen (UDE), daher zieht es Studierende oft in die Seminarräume, wenn es in der Bibliothek wieder mal eng wird. Im B-Bereich der Duisburger Oststraße jedoch ist das nicht ohne Weiteres möglich, denn die Seminarräume dürfen zum Lernen nicht genutzt werden. Für etwas Entspannung soll nun der vergangenen Freitag, 19. Mai, eröffnete Lernraum im Foyer des BB-Gebäudes sorgen. Studierende mehrerer Fachschaften  haben ihn in über acht Jahren erkämpft.

Feierliche Eröffnung des neuen BB-Foyers mit offiziellen Vertreter*innen. (Foto: mehu)

Breite Türen mit automatischer Türöffnung, Tische in der Höhe, sodass auch Menschen im Rollstuhl problemlos daran arbeiten können und die Steckdosen und Netzwerkanschlüsse so eingerichtet, dass Menschen mit Rückenbeschwerden keine Belastung haben. Dazu noch Elemente an der Wand, die  aussehen wie eine riesige Pinnwand. Sie dienen zur Verbesserung der Akustik. Der Raum bietet etwa 30 Studierenden Platz zum Lernen und Arbeiten.

Es ist der erste Raum seiner Art an der UDE. Ihn zu planen war ein langer Prozess, verbunden mit vielen notwendigen Auflagen. Zu verdanken ist er engagierten Studierenden der Fachschaftsräte Elektro- und Informationstechnik sowie Nano Engineering. Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung sind acht Jahre ins Land gezogen. Maßgeblichen Anteil daran hatte Tobias Kraus, 27 Jahre alt und Student des Nano Engineerings. Er hat das Projekt vor zwei Jahren übernommen, seitdem viele Anträge geschrieben und das Ganze gemeinsam mit einer Architektin begleitet. Vor zwei Jahren reichte er den letztlich erfolgreichen Antrag bei der Qualitätsverbesserungskommission (QVK) ein. Er war es auch, der am Freitag den Raum mit einigen Grußworten stolz und erleichtert eröffnen durfte.

Ohne Hilfe jedoch hätte Tobias das Projekt nicht stemmen können, nicht wenige unterstützten ihn bei der Realisierung des Raumes.  Zugegen waren unter anderem die Architektin der UDE, eine Innenarchitektin, das Gebäudemanagment, der Förderverein der Ingenieurswissenschaften, der Studiengangskoordinator der Elektro- und Informationstechnik und ehemalige Studierende aus dem Fachschaftsrat. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf knapp 100.000 Euro. Tobias Kraus rechnete vor: „Die Kosten für den Raum inklusive der Ausstattung beliefen sich auf 99.000 Euro aus den Mitteln der QVK. Hinzu kamen 25.000 Euro die von der Abteilung EIT (Elektro- und Informationstechnik) bereitgestellt wurden. Der Großteil der Kosten verteilte sich auf die Brandschutzvorgaben. Es mussten bestimmte Materialien für Möbel und Wandverkleidungen angeschafft werden, die sehr teuer waren.“

Prekäre Raumlage

Dass gerade der B-Bereich mit seinen fast 2.000 Studierenden an der Duisburger Oststraße eine Lernfläche dringend nötig hatte, erklärt Tobias: „Die Idee einen neuen Studierendenarbeitsraum zu bauen entstand bereits 2009 als die Studierendenzahlen im B-Bereich stetig stiegen. Mit dem Raum BA026 und den umliegenden Seminarräumen erfreute sich der B-Bereich immer größerer Beliebtheit unter den Studierenden.” Dies liege  auch an der Nähe zur Innenstadt, sowie den direkt angrenzenden Studierendenwohnheimen. Das BB-Foyer sei damals ursprünglich zum Aushängen der Noten verwendet worden, da dies aber mittlerweile ausschließlich digital geschieht, sei die Fläche nicht mehr benötigt worden.

„Die Fachschaftsräte Elektro- und  Informationstechnik und Nano Engineering haben daraufhin die Gespräche mit der Abteilung aufgenommen, ob es möglich, ist diese Fläche für einen Studierendenarbeitsraum zu nutzen,” erklärt Tobias. Die habe sich von Anfang an auf der Seite der Studierenden gesehen und die Idee tatkräftig unterstützt. Das Rektorat habe die Situation damals anders eingeschätzt und „sah keine Notwendigkeit für eine Lernfläche” und verwies auf bereits bestehende Flächen in anderen Bereichen. Erst die studentischen Vertreter*innen in der QVK hätten einstimmig für den Antrag gestimmt. Kraus ist darüber sehr glücklich: „Hätten die Studierenden nicht so entschlossen für den Bau dieses Raumes gestimmt, dann wäre diese Fläche heute noch ungenutzt und würde niemanden etwas nützen. Dementsprechend sind wir froh, dass wir so eine gut zusammenarbeitende Studierendenschaft haben,“ resümiert Tobias den Erfolg.

… und Bierpong für danach. (Foto: mehu)

Feedback durchweg positiv

Die rund 20 Studierenden, gleichsam alle aus den genannten Fachschaften sind voll des Lobes über ihren neuen Lernraum. Michele, 23 Jahre alt und Studierende der Nano Engineering, sagt: „Mehr Lernfläche tut dem B-Bereich sehr gut. Denn viele Studierende aus anderen Fachbereichen belegen oft die Flächen. Da ist es natürlich gut, dass wir im BB-Foyer Hausrecht haben.“ Laurenz, 21 Jahre alt und ebenfalls Student der Nano Engineering, ergänzt: „Die zahlreichen Akustikelemente erhöhen die Qualität der Lernatmosphäre.“ Nicht nur die Elemente hätten eine positive Auswirkung auf die Akustik, auch die Sitzmöbel selber schlucken den Schall.
Das merkte man auch als der offizielle Teil zu Ende war und die Studierenden den Raum für sich hatten. In Windeseile wurden die Beerpongtische aus der Fachschaft geholt und aufgebaut, sodass der Raum BB-Foyer standesgemäß eingeweiht werden konnte.  Es war laut, hallte aber nicht im Raum. Die Atmosphäre dazu war schon mal angenehm, dann  sollte auch das Lernen und Arbeiten in Zukunft nicht allzu schwer fallen.

Neuer Raum in Planung

Die Fachschaftsräte geben sich mit der ersten Errungenschaft jedoch nicht zufrieden und planen schon die Nutzung eines weiteren Raumes. Der Raum BB111 solle nach demselben Konzept ausgestattet werden, erklärte Tobias Kraus. Bisher wird der Raum kaum noch für die Lehre genutzt, weil es sich „speziell im Sommer nicht darin aushalten lässt“ schildert Tobias die aktuelle Situation. Man wolle den Raum nun ebenfalls für die Studierendenschaft nutzen und modernisieren. Neben der Wetter-Lage sei dieser ohnehin in die Jahre gekommen.