Trinken und Fußballspielen? Bei der DFM Bruder und Schwester

Nach dem Finalsieg im Spiel der Essener gegen Würzburg war der Jubel auf dem Spielfeld groß. (Foto: dav)

Seit 2002 treten Teams verschiedener Universitäten bei der Deutschen Fußballmeisterschaft der Mathematiker (DFM) gegeneinander an. Nachdem im vergangen Jahr ein Team der Fachschaft Mathematik der Universität Duisburg-Essen (UDE) überraschend den Sieg in Mainz holte, fand die DFM dieses Jahr in Essen statt. Und tatsächlich stand bei den Mixed-Teams erneut ein Essener Team ganz oben auf dem Treppchen. Bei den Frauen gewann das Team aus Mainz.

An zwei Spieltagen, dem 10. und 11. Juni, kämpften Mannschaften verschiedener Universitäten auf der Sportanlage im Löwental in Essen-Werden um einen Platz auf dem Siegertreppchen. Nach der Gruppenphase mit jeweils sechs Mannschaften am Samstag, schlossen sich am Folgetag die Finalspiele an. Außerdem traten drei Damenmannschaften gegeneinander an. „Insgesamt waren 27 Teams aus ganz Deutschland da. Zum Beispiel aus Magdeburg, Würzburg, Trier, Potsdam, Stuttgart, Ilmenau oder Wuppertal“, erzählt Jennifer Schollmeier von der Fachschaft Mathematik. Sie selbst spielt in einem der sechs Teams, die aus Essener Mathematik-Studierenden besteht. Der Teamname: Die Belämmerten. „Das ist unser schlechtestes Team, unsere Spaßmannschaft“, sagt Jennifer.

Mit der Spaßtruppe holte sie immerhin einen beachtlichen zehnten Platz. „Wir hätten bestimmt noch Platz Acht erreichen können, wir hatten nur nicht genügend Leute auf dem Platz“, erklärt sie. Das hätte vor allem an der Abendgestaltung, die aus sogenannten Player‘s-Party, Bier-Pong oder Flunkyball-Turnieren besteht, gelegen. „Bei den Belämmerten haben einige schon nach der Feier am Freitag aufgegeben oder mussten aufs Spielfeld geschleift werden“, sagt Jennifer und fügt mit einem Lachen hinzu: „Trinken und Fußballspielen sind bei der DFM quasi Bruder und Schwester.“

Fußballgötter auf dem Olymp

Mit mehr sportlichem Ehrgeiz ist das Sieger-Team Die Fußballgötter – den sein Großcousin angetreten. „Wir sind wegen Fußball hier hingekommen, haben gestern zwei oder drei Bierchen getrunken, aber auch echt nicht zu viel. Vielleicht war das der Grund für unseren Sieg. Ich weiß nicht genau, was die anderen gemacht haben“, schmunzelt Niklas Hansen, der, wie fast alle Teamkollegen, im zweiten Semester Mathematik studiert. Beinah makellos hatte sich das Team bei der DFM präsentiert – nur das erste Spiel ging verloren. „Da sind wir zu spät gewesen. Wir haben uns um 9 zum Zelt aufbauen getroffen, aber dann haben wir es verpeilt hier hinzukommen“, sagt Niklas. Alle Teams campen in unmittelbarer Nähe zum Platz. Das Namensanhängsel den sein Großcousin sei übrigens ohne Bedeutung. „Das sagt man doch so den sein Vater und wir haben dann eben den sein Großcousin genommen“, will Niklas gerade erklären, als einer seiner Teamkollegen ruft: „Das sagt kein Mensch so!“

Im Finale der Mixed-Teams setzten sich die Fußballgötter mit 1-0 gegen das Team aus Würzburg durch. Bei den Damen musste sich das Team der UDE den Fußballerinnen aus Mainz geschlagen geben. „Auch wenn wir nicht wirklich mit dem Sieg gerechnet haben“, sagt Mainzerin Amanda Ruegenberg, die zum ersten Mal an der DFM teilnimmt. Neben dem Damenpokal haben sich die Mainzer*innen durch mitgebrachte Trommel und Pyro-Technik auch den Unterhaltungs-Pokal gesichert. „Es gibt immer noch Pokale abseits der ersten drei. Letztes Jahr in Mainz hatten wir zum Beispiel noch einen Pokal für den letzten Platz. Teilweise gibt es dann auch Pokale, die auf der Trinkleistung der Teams basieren, das gab es aber dieses Mal nicht“, erzählt Lukas Pensel aus dem Mainzer Mixed-Team, der mit seiner sechsten Teilnahme schon ein wahrer DFM-Veteran ist.

Wer heizt am meisten ein?

Harte Konkurrenz um den Unterhaltungs-Pokal kam dabei aus Trier. „Wir haben die meiste Stimmung gemacht“, behauptet Elina Gerlitz von den Magic Eulers, die zum fünften Mal dabei ist. Und sie hat auch direkt eine Erklärung parat, warum es bei ihrer Mannschaft nur für den dritten und letzten Platz bei den Damen gereicht hat. „Ich finde diese altmodische Methode mit den Toren ein bisschen langweilig. Es geht doch eigentlich um Beinis und nicht um Tore. Hätten wir um Beinis gespielt, hätten wir Trierer jedes Spiel haushoch gewonnen, aber das zählt in Essen ja nicht. Wir haben nicht damit gerechnet, jetzt hier auf Tore schießen zu müssen. Außerdem war der Schiri Essener“, sagt sie mit einer Stimme, der man das vorangegangene lautstarke Wochenende durchaus anhört.

Auch wenn ein Essener Team am Ende den Pokal geholt hat, scheint es, dass im nächsten Jahr erstmals nicht die Stadt der Gewinner*innen das Turnier ausrichten wird. Bereits im Vorfeld hatte die Fachschaft Mathe der UDE angekündigt, auch bei einem Sieg die DFM nicht erneut auszurichten. Zwar sei die Organisation ganz gut gelaufen, so Timo Paßlack von der Fachschaft und eine*r der Hauptorganisator*innen. Allerdings seien es doch recht umfangreiche Planungen. „Als wir den Kontakt zur Stadt Essen aufgenommen haben, das war so September, da haben wir recht schnell einen Platz gefunden und auch die vom Platz waren sehr kooperativ. Da kann ich nur ein großes Lob aussprechen und Danke sagen“, lobt Timo. Wo die DFM 2018 ausgetragen wird, stehe zur Zeit noch nicht fest, „aber es gibt mehrere Bewerber“.