Vier Kontinente in 20 Minuten

Bei der Eröffnungsrede von Rektor Ulrich Radtke tummeln sich schon viele Menschen vor der Bühne. (Foto: dav)

Das Sommerfest der Universität Duisburg-Essen gab den Wiesen vor dem LF- und dem LX-Gebäude am Duisburger Campus ein internationales Flair. Am vergangenen Donnerstag, 1. Juni, präsentierten an über 40 Ständen Studierende und Mitarbeitende verschiedenste Nationalitäten, Fachschaften und Organisationen. Eine Kurzreportage.

Bereits um 13 Uhr fällt der Startschuss für das Sommerfest mit der Samba-Gruppe Balanção. Wenig später hält Rektor Ulrich Radtke die Eröffnungsrede und bedankt sich bei allen, die im Vorfeld zum Sommerfest beigetragen haben. Seine Rede endet, wie sollte es anders sein, mit dem obligatorischen Anziehen des Uni Duisburg-Essen-Pullovers. Für mich als geneigter Zuschauer von so einigen seiner Auftritte natürlich nichts Neues. „Sie werden sehen, wie kleidsam der ist. Für das heutige Wetter vielleicht nicht so geeignet, aber ich mach es trotzdem, damit sie ein bisschen Spaß haben“, schmun- zelt Radtke.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Wiese am LF-Gebäude bereits gut gefüllt. Bei bestem Wetter schlendern Studierende und Besucher*innen an den Ständen vorbei. So gelange ich vom afghanischen Stand über die Karibik zum Stand vom Verein Arbeiterkind oder zum Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme. Auch der AStA der Uni Duisburg-Essen ist mit einem Stand vertreten. „Ich find das Sommerfest ziemlich großartig, weil hier dann auch mal wirklich ein kultureller Austausch stattfindet an der Uni. Das ist für die Studierendenschaft natürlich echt schön, sich hier den ganzen Tag zu treffen, alles ein bisschen ruhig ablaufen zu lassen und den Blick auf andere Kulturen lenken zu können“, erzählt mir AStA-Vorsitzender Gerrit Tapper (Unabhängige Demokraten).

Rezepte gibt’s gleich mit nach Hause

Beim kulturellen Austausch dienen oft die landestypische Speisen, die an den Ständen zum Probieren angeboten werden, dazu, ins Gespräch zu kommen. „Wir haben viel typisch iranisches Essen. Das meiste ist ein bisschen säuerlich, aber wir haben auch einige Süßigkeiten. Zum Beispiel Halva. Das wird mit Mehl, Zucker und Öl gemacht“, gibt mir Negin Ahmadian, die Computer Engineering studiert, am iranischen Stand direkt ein Rezept mit nach Hause. Vor dem schwedischen Stand fliegen währenddessen ein paar Hölzer durch die Luft. „Das Spiel heißt Wikingerspiel und ist typisch schwedisch. Man hat dabei verschiedene Klötzchen, die man nacheinander abwerfen muss. Ziel ist es, am Schluss den sogenannten König abzuwerfen“, erklären Jana Döhring und Lena van Gansewinkel. Beide studieren BWL und haben ein Auslandssemester in der Nähe Göteborgs gemacht.

Ein Auslandssemester haben Laura Pompleen und Jaqueline Hoti noch vor sich. Beide studieren Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Französisch und wollen im nächsten Semester sechs Monate nach Frankreich. An ihrem Stand gibt es neben Spezialitäten wie Camembert und Plätzchen auch interaktive Parts. Da mein Französisch leider für nicht viel mehr als die Nennung meines Namens reicht, halte ich mich hier aber mal lieber zurück.

Doch nicht nur Studierende der Universität Duisburg-Essen präsentieren verschiedene Kulturen. Ifasinachi Onyekaba ist Masterstudent aus Jülich. Während nigerianische Musik durch die Boxen am Stand dröhnt, beschreibt er mir das Konzept des Standes: „Our booth is all about the Nigerian culture and our tradition. Our tradition is something that is unique, that is particular. So, we are here to show you our talents and Nigeria is blessed with a lot of talents.” Auch am Pavillon, der von Studierenden karibischer Herkunft hergerichtet wurde, wird Englisch gesprochen. Dort gibt es neben Jerk Chicken und Gizzada, einem Kokos-Nachtisch, auch einen Rum Punch. Bei den Temperaturen des Tages merke ich den Punch doch recht deutlich.

Nachdem die kleine Weltreise über vier Kontinente in 20 Minuten abgearbeitet ist, geht es auf zum Getränkestand. Die Getränkepreise dort sind allerdings mit 2,50 Euro für Bier und 2 Euro für Softdrinks weniger studierendenfreundlich als erhofft. Zum Glück ist der Kiosk nicht so weit. Die Wiese vor dem neuen Hörsaalzentrum LX ist zur Chill-Out-Area geworden. RWE-Tochter Innogy hat als Sponsor des Sommerfests Sitzsäcke für den Tag gestellt – entsprechend präsent ist das Logo des Stromerzeugers. Wer vom Sponsoring mehr profitiert, mag ich nicht beurteilen.

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