12.000 Euro, die Niemand zahlen will

Wahlausschuss und Wahlhelfer*innen sollen für die SHK-Wahl bezahlt werden. AStA und Universität streiten sich nun, wer die Kosten übernehmen soll. (Foto: dav)

Vom 17. bis 21. Juli werden die Vertreter*innen der studentischen Hilfskräfte (SHKs) gewählt. Die Kosten für den Wahlausschuss und Wahlhelfer*innen belaufen sich auf 12.000 Euro – doch zahlen möchte niemand. Die Universität sieht den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) in der Pflicht, der wiederum sieht die Aufgabe bei der Universität.

Zum ersten Mal werden an der Universität Duisburg-Essen zwei Vertreter*innen der SHKs gewählt, die sich für die Belange ihrer Interessengruppe einsetzen sollen. Bei der Wahl dürfen alle eingeschriebenen Studierenden der Universität ihre Stimme abgeben. Eigentlich sieht eine Änderung des § 10 der Grundordnung der Universität Duisburg-Essen bereits seit Oktober 2015 diese Wahl vor, die bisherige Durchführung wurde jedoch versäumt. „Damit eine Wahl in Gang kommt, muss immer erst der Wahlausschuss mit der Durchführung der Wahl beauftragt werden. Das hat aber bisher anscheinend niemand gemacht“, sagt AStA-Finanzreferent Johannes Bode (Liberale Hochschulgruppe).

AStA will sich Geld zurückholen

Im Studierendenparlament wurde die finanzielle Entschädigung des neunköpfigen Wahlausschusses und der Wahlhelfer*innen in Höhe von insgesamt 12.000 Euro bewilligt. Hinzu kommen noch die Druckkosten der Wahlzettel, die allerdings laut Bode nicht genau zu beziffern seien, da sie intern gedruckt wurden. Das Geld für die Wahl würde die Studierendenvertretung jedoch gerne von der Uni wiederhaben. „Wir sollen Kosten für ein Gremium tragen, dass aber kein Gremium von uns ist. Es handelt sich dabei um ein Gremium der akademischen Selbstverwaltung, nicht der studentischen Selbstverwaltung“, so Bode. Er führt weiter aus: „Wir haben ja gar keine studentischen Hilfskräfte, warum sollen wir dann die Interessenvertretung bezahlen? Das ist so, als würde der Betriebsrat der Sparkasse die Wahl für den Betriebsrat bezahlen. Das macht aber keiner so, das zahlt dann die Sparkasse.“

Zeitgleich zur Wahl der Vertreter*innen der SHK-Wahl finden zwischen dem 18. und 20. Juli auch die Senatswahlen statt. Hier fallen jedoch im Gegensatz zur Wahl der SHK-Vertreter*innen Wahl keine Kosten beim AStA für Wahlhelfer*innen an, da der Senat ein Gremium der akademischen Selbstverwaltung ist und die Universität die Helfer*innen-Stellen mit eigenen Mitarbeitenden besetzen will. Ob die für die Senatswahl eingesetzten Wahlhelfer*innen auch für die Wahl der SHK-Vertreter*innen eingesetzt werden könnten, konnte Bode noch nicht sagen.

Auf Anfrage der akduell wollte die Universität zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen und hüllt sich vorerst in Schweigen. So verwies Beate Kostka, Leiterin der Pressestelle der Universität Duisburg-Essen, darauf, dass die Fragen der Finanzierung noch nicht abschließend geklärt seien, weswegen derzeit keine weiteren Informationen gegeben werden könnten.

Gespräche sind gut, Kooperation wäre besser

In einem nächsten Schritt wolle sich Bode nun in der nächsten Woche mit Günter van den Boom, zuständig für akademische und hochschulpolitische Angelegenheiten, zum Gespräch treffen. „Gespräche suchen ist ja eigentlich immer von Vorteil“, kommentiert Bode. Über mögliche Ergebnisse wolle er jedoch nicht spekulieren.