Aus Protest wird Fest

Am Mittwoch, 26. Juli, wurde es laut vor dem ehemaligen Kunst- und Kulturcafé (KKC) am Essener Campus. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Studierendenwerk, das das KKC zum Wintersemester 15/16 geschlossen hatte (akduell berichtete), luden zum Grillfest ein. Alle Beteiligten waren sich sicher: Das KKC darf nicht in Vergessenheit geraten. Ein Nachmittag mit Bier, Gemüsespießen und Bromelien.

Viele Studierenden kennen das KKC nur aus Geschichten von Kommiliton*innen, die länger an der Universität studieren. Obwohl die Protestparty erst leicht verspätet begann, der Stimmung tat das keinen Abbruch. Vertreter*innen des Studierendenwerkes sammelten Fragen, Anregungen und Wünsche der Studierenden zur Zukunft eines Freiraums, der den Studierenden noch immer verwehrt bleibt. Melanie Wessel, Pressesprecherin des Studierendenwerks empfand die Atmosphäre als „fröhlich und entspannt“, wie sie gegenüber der akduell erklärte.

Die vergangenen Aktionen vor dem KKC richteten sich noch gegen das Studierendenwerk, diese Zeit scheint vorläufig Geschichte zu sein. Denn laut Wessel sei man gegenüber dem AStA „immer offen für Gespräche und Kooperationen.” Transparenz und ein gegenseitiges Verständnis seien dem Werk wichtig. Deshalb spendierte das Studierendenwerk dem Grillfest auch Bier und Grillgut.

Bei den Studierenden fand das Fest allerdings wenig Anklang. Jan Skrynecki vom Öffentlichkeitsreferat des AStAs sah dennoch gute Aspekte: „Wir hatten zwar mit ein paar mehr Studierenden gerechnet, dennoch bekamen wir positive Resonanz von den anwesenden Studierenden.“ Auch für AStA-Vorsitzenden Gerrit Tapper, der zeitweise selber die Grillzange geschwungen hatte, war das Grillfest „ein voller Erfolg“. Man habe sich nicht nur ausgetauscht, sondern auch mit angepackt. So hatte sich auch das Team vom Campusgarten Duisburg-Essen im Gartencenter versammelt. Mit Gartenkräutern, Bromelien und Kohlrabi bepflanzten sie eine Grünfläche vor dem KKC und bauten alte Kommodenschubladen zu Blumenkästen um.

Was geht beim KKC?

Auch zur Wiedereröffnung des KKC gebe es Fortschritte, wie Skrynecki bestätigte. Die Gespräche mit dem Studierendenwerk liefen, dort habe man sich bereits darauf verständigt, dass der Außenbereich während des Leerstandes von Studierenden genutzt werden dürfe und in Zukunft öfter Grillfeste stattfinden sollen. Eins habe das Grillfest nämlich gezeigt: „Wie wichtig und schön es für die Studierendenschaft und den Campus Essen wäre, wenn das KKC als studentischer Freiraum wieder öffnen würde“, so Skrynecki.

Man sei sich zwar noch nicht in allen Punkten einig, diese würden aber bei einem weiteren Gespräch Anfang nächster Woche thematisiert. Dabei wird es vor allem um Nutzungsrechte für die Studierenden und um Geld für die Sanierung gehen (akduell berichtete). Wann das Café nach der notwendigen Sanierung in Millionenhöhe wiederöffnet werden kann, ist immer noch unklar.