Interviews Senatswahl: Was wollen die Listen?

Neues Jahr, neue Senatswahl: Vom 18. Juli 2017 bis 20. Juli 2017 könnt Ihr eure Stimme abgeben. Wir haben alle Listen angeschrieben und gefragt was die derzeitigen Studierendenvertreter*innen dort machen, was sie erreicht haben, was sie noch erreichen wollen und wer für einen der vier Plätze im Senat antritt. Wer die Kurzfassung mag, kann sich in unserem Übersichtsartikel informieren.


Antihelden

1. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Für den Senat tritt als Spitzenkandidatin wieder Corinna Kalkowsky, kurz Coo, für uns an. Sie war das letzte Jahr im Senat und möchte uns und die Studierenden dort gerne weiter vertreten. Des weiteren treten viele unserer Lamas nicht nur für den Senat sondern auch für ihre Fakultätsräte an. Das ist nichts Neues sondern war auch bereits im letzten Jahr so – denn wie sich gezeigt hat, ist die Vorerfahrung in Gremien der akademischen Selbstverwaltung sowie die gute Vernetzung für die Einarbeitung in die Senatskomissionen ein Vorteil gewesen. Diesen wollen wir auch weiterhin für die Studierenden nutzen.

2. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

Bei dieser Frage kann man kurz und knapp sagen: nichts. Wirklich schlecht lief nichts. Selbstverständlich gibt es immer Verbesserungsbedarf und man sollte sich nie mit dem Status Quo einer Gruppe zufrieden geben, jedoch hätte die Arbeit, die in der vergangenen Legislaturperiode anfiel, nicht besser bewältigt werden können. Im Senat saßen vier engagierte Vertreter*innen. Es wurde sich abgesprochen, Arbeit sinnvoll geteilt, einander zugearbeitet und effizient Sachen umgesetzt. Diese gute Zusammenarbeit untereinander ist neben der dauerhaften Präsenz, und zwar von allen Vieren, extrem positiv aufgefallen und hat uns an einigen Stellen den Weg geebnet um vom restlichen Senat ernst genommen zu werden. Trotz allen unterschiedlichen Meinungen und auch teilweise verschiedenem Abstimmungsverhalten oder internen Diskussionen haben wir immer eine engagierte Studierendenschaft präsentiert und damit viel erreicht.

Wir haben am Freitag die RPO (Rahmenprüfungsordnung) verabschiedet mit essentiellen Verbesserungen aus studentischer Sicht. Dies war nur durch die beschriebene gute Zusammenarbeit möglich. Alleine oder auch zu zweit hätte man dies nicht stemmen können, allein schon den Überblick zu behalten bei Sitzungen, welche bis zu 8 Stunden andauerten. Zu der Arbeit in Senat gehört mehr als die Sitzungen einmal im Monat. Es bedeutet die Vorbereitung der Unterlagen (denn ansonsten versteht man während dem Senat schlicht gar nichts), Kommissionsarbeit und Informationen aus diesen zu bündeln, Vorbesprechungen (in verschiedenen Konstellationen), Arbeitsgruppen (letztes Jahr zum Beispiel zur Wahlordnung), Steuerungsgruppen, Findungskomissionen (letztes Jahr Rektor, dieses Jahr Kanzler) und und und. Wir haben es irgendwie geschafft diese Arbeit unter uns vieren aufzuteilen ich kann für die Zukunft nur hoffen, dass es bei vier Aktiven bleibt – Es war auch schon mal anders und es ist mir ein Rätsel wie die Arbeit damals geleistet werden konnte. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die Mandatsträger trotz Oppositions- und Koalitionsvermischung gut zusammenarbeiten konnten, da Listenpolitik im Senat nichts zu suchen hat und glücklicherweise im letzten Jahr auch von allen Vieren raus gehalten wurde.

3. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen?

Auf jeden Fall muss weiter an der Kommunikation zu den Kommissionen und den Fakultätsräten gearbeitet werden. Auch die Transparenz nach außen muss sich noch mehr steigern. Viele wissen noch immer nicht was der Senat macht. Dabei gilt, was dort beschlossen wird, für wirklich alle Studierenden! Auch hat das Jahr gezeigt, dass die Rücksprache mit den Fakultätsräten eine Wechselwirkung bewirkt hat. Der Senat ist nicht zuletzt auch ein Kontrollorgan fürs Rektorat. Manchmal muss man nur zeigen, dass man mitbekommt wenn Studierende übergangen werden, damit Rektorat und Dekanate sich das allmählich abgewöhnen. Dies ist ein langer Prozess, welcher viel Atem und Austausch unter den Studierenden benötigt. Gerade für die Fakultätsräte wollen wir auch eine stärkere Vernetzung untereinander erreichen, denn während die Dekane sich bereits absprechen geschieht dies bei den studentischen Vertreter*innen bisher kaum. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn die Einen um etwas kämpfen was die Anderen bereits haben. Hier konnte man sich gegenseitig oft die Arbeit erleichtern. Genau eine solche Entlastung mit gleichzeitiger Verbesserung für die Studierenden wollen wir erreichen.

Wir streben zudem eine Veränderung beim IOS [Institut für Optionale Studien] an. Dieses ist gänzlich anders strukturiert als viele andere Einrichtungen der Universität und es gibt keine reale Mitbestimmung der Studierenden bei der Aufstellung des Veranstaltungsangebots oder der Auswahl der Lehrenden. Dies wollen wir ändern. Auch für Langzeitpläne der Universität wollen wir die Studierenden eingebunden wissen. Zum Beispiel wurde dem AStA und der FSK die Mitbestimmung beim Umbau der Mensa in Duisburg zugesichert. Diese Chance möchten wir nutzen um mehr studentischen Freiraum zu erzielen und in der M-Mensa einen Ort zu schaffen an dem studentische Interessen nicht gegeneinander aufgewogen werden müssen, weil man eben nicht mehr Platz hat – sondern alle Platz finden und somit auch die Gemeinschaft und der Austausch der Studierendenschaft gestärkt werden kann. Hierzu brauch es erste Absprachen und Rahmengespräche die wir auf den Weg bringen wollen, damit die Zusicherung nicht in Vergessenheit gerät und die bestmögliche Lösung gefunden werden kann.

Neben diesen Punkten wollen wir natürlich an den Projekten dran bleiben die bereits auf den Weg gebracht wurden. Sicherheit am Campus und das Raumvergabe-Konzept haben uns im letzten Jahr fast so stark begleitet wie die RPO. Für die Raumvergabe streben wir an verschiedene Auflagen für die verschiedenen Fälle zu haben. Fachschaften oder Gremienarbeit muss anderen Auflagen unterliegen als die Öffnungszeiten von Seminarräumen. Vorträge und Weihnachtsfeiern haben ebenso wenig gemein und bedürfen verschiedenem Umgang. Ein Raumvergabekonzept, dass unrealische Regelungen wie die grundsätzliche Anmeldung vier Wochen im Voraus hervor bringen, erschwert die Arbeit derer die sich für die Studierendenschaft einsetzen und muss einfach nicht sein.


Linke Liste

1. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Wir haben keine*n Spitzenkandidat*in, da wir Personenwahlkampf generell ablehnen. Bei uns trauen sich aber mehrer LiLis zu und haben die nötige Erfahrung einen Posten im Senat zu übernehmen.

2. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

Die ganze vergangene Legislatur hat sich durch die Bearbeitung der Rahmenprüfungsordnung ausgezeichnet. Der aktuelle Senat hat sich in Diskussionen verstrickt die teilweise über der Kompetenz der Mitglieder lagen, dieses hat zu einem Verzug des Prozederes geführt. Studentische Einwände wurden troz guter Vorbereitung und einer noch nie da gewesenen guten Zusammenarbeit unter den studentischen Senatoren nicht ernst genommen und oder übergangen. Alles im allen war es schade, dass der aktuelle Senat von einem Thema bestimmt wurde. Auf der gestrigen Sitzung konnte aber eine auch für Studierende freundliche Rahmenprüfungsordnung beschlossen werden, die sich an dem größten rechtlichen Spielraum für die einzelnen Fakultäten orientiert.

3. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen?

Themenschwerpunkte des kommenden Senats, die jetzt schon auf unserer Agenda stehen, werden die neuen Herausforderungen mit der Konservativen Landesregierung sein. Grade das Thema der Studiengebühren für ausländische Studierende steht aktuell schon im Fokus. Dabei will es die Landesregierung aber nicht belassen. Eine weitreichende Änderung des Hochschulgesetzes wurde von der neuen Landesregierung schon beschlossen. Wie sich das auf unsere Studierende auswirkt, muss bei den Anpassung der Regelungen unserer Universität, im Fokus behalten werden und die bestmögliche Position für uns Studierende ausgearbeitet werden.


Ring Christlich-Demokratischer Studenten und Liberale Hochschulgruppe

1. Warum kandidiert ihr gemeinsam mit der LHG?

Neben Gemeinsamkeiten in programmatischer Hinsicht, haben wir uns bereits im letzten StuPa-Wahlkampf gemeinsam für einen Austritt aus dem fzs eingesetzt und blicken auch auf eine gute Zusammenarbeit in der Opposition im StuPa zurück. In der derzeitigen AStA-Koalition arbeiten wir zudem erfolgreich zusammen. Gemeinsam wollen wir mit einer christdemokratisch-liberalen Liste der politischen Mitte wieder einen Senatssitz für eine pragmatische Politik für alle Studenten gewinnen, eine klare Alternative zu den anderen zumeist politisch ähnlichen studentischen Listen für die Studenten bieten und linke Klientelpolitik im Senat beenden.

2. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Wir stellen mit 17 von 28 christdemokratischen Kandidatinnen und Kandidaten die Mehrheit der gemeinsamen Liste und sind stolz darauf hier Kandidatinnen und Kandidaten nicht nur aus den unterschiedlichsten Studiengängen, Fakultäten und Campi, sondern auch aktive Mitglieder aus verschiedenen Fachschaften und anderen Hochschulgruppen den Wählerinnen und Wählern zur Wahl stellen zu können.

3. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

Wir kritisieren insbesondere, dass die Arbeit der studentischen Vertreter im Senat kaum öffentlich wirksam kommuniziert wurde und wir sehen die Studentenschaft in ihrer Breite bisher nicht gänzlich vertreten mit Vertretern nahezu identischer Programmatik und möchten eine wirkliche Alternative für die studentischen Wählerinnen und Wählern bieten.

4. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen?

Die Themen, die wir gemeinsam mit der Liberalen Hochschulgruppe im Senat einbringen wollen, sind vor allem pragmatischer Natur und setzen auf eine Verbesserung der Situation der Studenten und anderen Hochschulangehörigen an unserer Universität insgesamt und wenden sich daher gegen linksradikale Klientelpolitik für einige Wenige. Hierbei sehen wir unseren Themenschwerpunkt im Bereich der Infrastruktur, wo wir uns nicht nur für schnelleres, flächendeckendes WLAN und mehr und besser befestigte Parkplätze an beiden Campi einsetzen wollen, sondern auch für mehr Videoaufzeichnungen von Vorlesungen, mehr Gruppenräume und ähnliche Infrastruktur zum besseren gemeinsamen Lernen am Campus sowie einen Ausbau der Pendelbuszeiten zwischen den Campi.


Internationale Liste

1. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Cavlakli, Gamze Nasir, Sehar Bronja, Adela Birinci, Mehmet Oruc Arsalan, Omer Benakila, Romaissa Reukes, Lukas Kersikoglu, Aylin Saddat, Chalil

2. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

In der vergangenen Legislaturperiode lief so einiges schief. Zu wenig Engagement gab es für die sofortige Errichtung des Raums der Stille, das ist enttäuschend. Wir finden man hätte deutlich mehr machen können z.B. lauter gegen die Mieterhöhung der Wohnheime zu protestieren. Immer noch bemängeln viele Bewohner*innen die Kommunikation mit dem Studierendenwerk und die Benachteiligung von ausländischen Studierenden ist mehr als sichtbar. Auch einen Einsatz für die Viertelparität und so mehr Mitspracherecht für Studierende gibt es keinerlei Anstrengungen, da ist also noch viel zu tun dieses Jahr. Der studentische Senat muss deutlich lauter, selbstbewusst werden und klare antirassistische Positionen vertreten.

3. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen?

Raum der Stille Jetzt! Als die Gebetsräume geschlossen wurden gab es keinerlei Kritik von Seiten des Senats. Die Gespräche über einen Raum der Stille werden nun endlich geführt, diesen Prozess möchten wir gerne beschleunigen, denn die aktuelle Situation ist so nicht mehr hinnehmbar. Studiengebühren für ausländische Studierende verhindern! Der Senat muss sich deutlich gegen die diskriminierenden Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU Staaten positionieren. Sie sind nur eine Vorstufe für allgemeine Studiengebühren. Studienbewerber*innen ohne deutschen Pass sind nicht selten mit vielen rassistischen Hürden aus dem Aufenthaltsgesetz und der Ausländerbehörde konfrontiert. Bildung muss bezahlbar bleiben! Wir fordern daher die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren, die Abschaffung von Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen und die Abschaffung des diskriminierenden Bewerbungsportals uni-assist e.V. Viertelparität für mehr Mitspracherecht für Studierende und Demokratie an der Hochschule Obwohl Studierende eines der größten Statusgruppen bilden, haben Studierende kaum Einfluss auf die Entscheidungen der akademischen Selbstverwaltung. Wir fordern, dass entscheidungsbefugte Gremien der akademischen Selbstverwaltung viertelparitätisch nach den Statusgruppen Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Professor*innen zu besetzen. So seht gelebte Demokratie für uns aus. Studierendenwerk muss gerechter werden. Die Mietpreiserhöhung der Wohnheime sind nicht hinnehmbar dagegen müssen wir ankämpfen. Wir setzen uns weiter für Gerechtigkeit am Campus ein. Wir werden uns weiter für die Wiedereröffnung des KKC einsetzen und für gerechte Preise ein Mensen Cafeterien und die Einführung von Halal und Koscher Essen.


Die Unabhängigen Demokraten

1. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Die Unabhängigen Demokraten ist eine basisdemokratische Liste bei der jedes Mitglied unsere ideologiefreie und studierendennahe Auffassung vertritt und die Möglichkeit bekommt sich zu engagieren und zu kandidieren. Nicht alle Mitglieder unserer Liste haben Zeit sich dem anspruchsvollen Amt im Senat zu widmen, deswegen stehen nur die zur Kandidatur, die es auch wirklich wollen. Nicht zuletzt ist aber unser Listenplatz 1 an unser Mitglied Sean Martin gefallen, der durch besonderes Engagement und sein hundertprozentiges Interesse den ganzen Rückhalt unserer Liste genießt. In seiner Position als Wohnheim-Tutor des Studierendenwerks und Mitglied einer hochschulpolitischen Gruppe, die im Stupa und AStA vertreten ist, verkörpert er unser Ziel, das Verhältnis zwischen Studierendenwerk und Studierendenvertretung und nicht zuletzt der Studierendenschaft spürbar weiter zu verbessern. Ihn unterstützen wir als ganze Liste für seine Kandidatur im Senat!

2. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

Natürlich gefiel uns nicht alles im Senat, was auch in der Antwort auf Frage drei deutlicher wird. Aber auf Grund fehlenden Amtes wollen wir nicht die Arbeit der letzten Legislaturperiode bewerten. Wir wollen den Blick nach vorne richten und ein tolles Ergebnis erzielen: Für eine unabhängige Stimme der Studierenden im Senat!

3. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen

Wie bereits angesprochen ist unser oberstes Ziel das Verhältnis zwischen Studierendenwerk und Studierendenvertretung nachhaltig und langfristig weiter zu verbessern. Dazu zählt ein produktives Miteinander. Generell gilt: Wir wollen das Leben für Studierende am Campus und im Studium verbessern! Probleme anpacken, anstatt sie zu zerreden: WLAN-Ausbau, Video-Aufzeichnung von Vorlesungen, Instandhaltung der Infrastruktur sind alles altbekannte und gängige Themen, die aber keinesfalls behoben sind. Ebenfalls lange auf unserer Agenda, aber immer noch nicht abgeschlossen, ist der in manchen Fächern mangelhafte Übergang vom Bachelor zum Master. Weitere wichtige Punkte sind für uns die Verknüpfung beider Campi und die Nutzung der interkulturellen Kompetenz an der Uni. Dort sehen wir weiterhin viel Potenzial, was nicht ausgeschöpft ist. Des Weiteren wollen wir den Fokus wieder auf die Beeinträchtigung in Leben und Lernen von Menschen mit Behinderung lenken. Es mangelt hier immer noch an elementarer Barrierefreiheit in Bereichen der Gebäude und des Studiums. Zu guter Letzt wollen wir den Ausbau von studentischen Freiraum fördern. Zum heiklen Thema, Studierendenausweis ohne Ticket, positionieren wir uns ganz klar für den Fortbestand des Tickets auf dem Ausweis. Alles andere wäre ein Rückschritt und nur mit Nachteilen für die Studis verbunden.


Juso Hochschulgruppe

1. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Die Juso Hochschulgruppe schickt insgesamt 16 Kandidat*innen ins Rennen. Unsere Spitzenkandidaten sind Sandra Plümer auf Listenplatz 1 und Pascal Winter auf Listenplatz 2. Sandra Plümer studiert derzeit den Master „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“, engagiert sich ehrenamtlich bei den Jusos Essen und ist Mitglied der Kommission für Entwicklungsplanung und Finanzen sowie der Kommission zur Qualitätsverbesserung in Lehre und Studium. Pascal Winter studiert Politikwissenschaften im Bachelor und ist im Fachschaftsrat Sozialwissenschaften für die Finanzen zuständig. Er sitzt im Satzungsausschuss des StuPas und ist Vorsitzender der Kommission zur Qualitätsverbesserung in Lehre und Studium.

2. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

Wir finden: es darf bei aller berechtigten Kritik nicht nur um die negativen Aspekte gehen. In der Listenaufstellung (GHG, LiLi, Antihelden, Juso HSG) der letzten Amtszeit haben wir eine konstruktiv-produktive Kombination aus gemeinsamen Interessen und Streitpunkten versammelt, die zu einer außerordentlich guten Positionierung der studentischen Statusgruppe führte. Mit Erfahrung in vorheriger Gremienarbeit hatten wir als Studierende oft einen Vorteil gegen über der größtenteils neu gewählten professoralen Statusgruppe. So haben wir mit ein wenig Verhandlungsgeschick und Diplomatie den Senat häufig zu guten Kompromissen überzeugen können. Der Senat dieser Amtszeit hatte sich außerdem einen sehr unparteiischen Vorsitzenden gewählt, der die Zusammenarbeit enorm erleichterte. Dennoch gab es immer wieder Probleme, die jetzt angegangen werden müssen:

1. Der Senat muss die Vorarbeit seiner eingesetzten Kommissionen ernst nehmen und deren Beschlüssen vertrauen. Zu oft kam es zu sehr langen Sitzungen bis zu 8,5 Stunden, weil etliche Detailfragen bis zur Zufriedenheit jedes einzelnen geklärt werden: Das geht effizienter!

2. Die Vernetzung mit den Studierenden in anderen Gremien muss ausgebaut werden: Obwohl oft zu wenig Zeit bleibt, wirklich alle relevanten Personen zu informieren und deren Meinung einzuholen, müssen wir es versuchen und öfter auch schaffen!

3. Gleiches gilt für die Öffentlichkeitsarbeit. Durch neue Strukturen innerhalb der Hochschulgruppen soll das Wissen und die Ergebnisse aus dem Senat auch den Wähler_Innen zeitnah bekannt werden.

Zusammen haben wir im Senat nun aber endlich die Rahmenprüfungsordnung verabschiedet und viele für die Studierenden wichtigen Punkte wie Punkteverteilung und Rücktritt von Prüfungen, Abgabezeiträume und Härtefallregelungen erfolgreich erwirkt. Eine Bitte gilt allen Studierenden: Informiert Euch über die Arbeit im Senat, fragt die Listen und Kandidat_Innen aus und geht wählen. Vertraut Euren Mandatsträger_Innen dann im Anschluss und kontaktiert sie mit euren Anliegen. Von uns hat in dieser Amtszeit jede_r eine Antwort erhalten. Kein_e Senator_In wird so viel Zeit und Arbeit investieren, wenn er oder sie nichts verbessern möchte.

3. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen?

Wir ziehen mit insgesamt vier Schwerpunkten in den Wahlkampf. So fordern wir erstens, dass die ÖPNV Tickets wieder elektronisch auf den Studierendenausweisen hinterlegt werden. Zweitens sind wir gegen die Einführung von Studiengebühren – egal, wen sie betreffen. Gerade der hohe Anteil an ausländischen Studierenden bereichert unsere Universität ungemein und macht sie zu einem besonderen Ort. Drittens plädieren wir angesichts der anstehenden Mietpreiserhöhung in Studierendenwohnheimen erneut für günstigen Wohnraum. Viertens fordern wir, dass unsere Universität familienfreundlicher gestaltet wird, in dem sie Studierende mit Kind(ern) entlastet. So setzen wir uns für mehr Eltern-Kind-Räume und flexiblere Termine für Studierende mit Kind(ern) ein. Außerdem sollten mehr Kita-Plätze geschaffen werden, so dass alle Studierenden mit einem oder mehreren Kindern die Möglichkeit der Betreuung in Anspruch nehmen können. Letztlich muss garantiert werden, dass Lehrveranstaltungen soweit wie möglich während der Öffnungszeiten der Kita stattfinden und Studierende mit Kind(ern) somit problemlos teilnehmen können.


Grüne Hochschulgruppe

1. Welche Kandidat*innen schickt ihr ins Rennen für die Senatswahl?

Wir treten zur Senatswahl mit 23 Kandidat*innen an. Unsere Spitzenkandidat*innen sind bereits aktuell im Senat aktiv. Aylin Kilic auf Platz 1 unserer Liste vertritt uns aktuell im Senat, Marcus Lamprecht auf Platz 2 ist als Vorsitzender der Kommission für Studium, Lehre und Weiterbildung aktuell beratendes Senatsmitglied. Bei unserer Listenbesetzung ist uns eine geschlechterparitätische Aufstellung sehr wichtig.

2. Rückblickend auf die vergangene Legislaturperiode im Senat: Was lief eurer Meinung nach schlecht?

Grundsätzlich hätte der Senat sich sicherlich in einem zügigeren Verfahren mit der Rahmenprüfungsordnung auseinandersetzen können. Grundsätzlich überwiegt aber das Positive: Nachdem wir in der vorherigen Periode den damaligen Senatsvorsitzenden wegen seines gegenüber Studierenden nicht sehr partizipativen Verhaltens kritisiert haben, hat sich die Zusammenarbeit mit den Statusgruppen dank des neuen Vorsitzes stark verbessert. Auch innerhalb der Gruppe der Studierenden konnten wir gut zusammenarbeiten.

3. Mit welchen Themenschwerpunkten wollt ihr euch im Senat für die Studierendenschaft einsetzen?

Wir wollen den Senat zu einer klaren Positionierung gegen Studiengebühren bewegen. Angesichts der aktuellen Pläne diese für internationale Studierende einzuführen scheint uns dies sehr wichtig zu sein. Darüber hinaus wollen wir über die Begrenzung der Versuchszahl bei Prüfungen in eine Debatte kommen. Kernstück unseres Wahlkampfes ist jedoch das Konzept der Bleibeuniversität, das in allen Bereichen dazu beitragen soll, das Studium und den Aufenthalt an der Universität zu verbessern. Denn: There’s more to studying than studying!