Man könnte ein Haus kaufen

Noch immer ist das KKC geschlossen. Das Studierendenwerk möchte vom AStA eine ganze Stange Geld zur Unterstützung – das wäre ein schlechter Deal. (Foto: fro)

Ein Kommentar von Maren Wenzel

Mittlerweile gibt das ehemalige Kunst- und Kulturcafé (KKC) auf dem Essener Campus ein immer traurigeres Bild ab. Seit Sommer 2015 hängt das „Zurzeit geschlossen!“-Schild vor zugezogenen Jalousien. Jetzt trafen sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Studierendenwerk, das die Kneipe zuletzt betrieb, zu Gesprächen. Was auf der AStA-Sitzung herauskam: Die Studierenden sind weiterhin dafür offen, nicht wenig Geld in die Sanierung des wegen Baumängeln geschlossenen KKCs zu stecken. Ein schlechter Deal.

Die Sanierung des KKCs wird einige Millionen kosten und es bleibt fraglich, wie hoch der Batzen von Seiten der Studierenden sein soll. Dabei ist es offensichtlich, wer eigentlich für die Bauarbeiten aufkommen müsste: Das Land NRW über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), der offiziell für das Gebäude verantwortlich ist. Das Problem: Der will nur „minimal“ sanieren – das heßt, einen Seminarraum draus zu machen.

Das Studierendenwerk hat ein Interesse daran, dass der Raum, an dem es die alleinigen Nutzungsrechte hat, wieder zur Gastronomie wird – der liebe Umsatz durch das Tagesgeschäft winkt. Deshalb verspricht es den Studierenden großzügig Mitgestaltungsrechte am Programm, um sich dann an weiteren studentischen Geldern bedienen zu können. Der AStA als Vertretung der Studierenden soll also hunderttausende Euro für ein Objekt zahlen, an dem die Studierenden derzeit keinerlei Nutzungsrechte haben und wofür eigentlich jemand anderes zahlen sollte – nämlich das Land und das Studierendenwerk selbst.

Es ist dreist vom Studierendenwerk, auf das Entgegenkommen der Studierenden zu hoffen. Anfang 2012 hatte es in einer Nacht- und Nebelaktion die Nutzungsrechte von am selben Tag durch die Studierenden abgewählten (!) Studierendenvertreter*innen für einen Kleckerbetrag von 25.000 Euro erkauft. Davor wurde das KKC, ehemals Bierschwemme genannt, seit der Erstreitung im Jahr 1990 von Studierenden betrieben. Jetzt soll auch noch Mitgestaltung zurück erkauft werden müssen.

Selbst wenn man im AStA hohe Rücklagen abbauen will: Mit den Summen, über die da gerade spekuliert wird, könnte man in der Nachbarschaft der Universität ein ganzes Mehrfamilienhaus kaufen und zum Projekt machen. Das könnte einem dann keine*r so schnell wieder wegnehmen. Auch kein Studierendenwerk, das gerade die Gespräche sucht. Es bleibt zu hoffen, dass der AStA sich nicht über den Thresen ziehen lässt.