Rambazamba im AStA

Zoff auf der AStA-Sitzung: Wird ein Referent bald abgewählt? (Foto: fro)

Im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen weht derzeit ein rauer Wind. Auf der vergangenen Sitzung am Dienstag, 11. Juli, kritisierten Referent*innen die mangelnde Mitarbeit einiger Kolleg*innen generell und beim Campusfest. Zudem könnte dem Verhalten eines Referenten Folgen haben. Jetzt ist von Abwahl und weiteren Konsequenzen die Rede.

„Ich verstehe nicht, wieso wir hier überhaupt über die drei Radieschen sprechen,” sagte Alexander Steffen (Liberale Hochschulgruppe), Referent für Hochschulpolitik, während der laufenden Diskussion über das Ökologie-Referat. Lottie Behle (Grüne Hochschulgruppe) hatte das Referat kritisiert, weil sie parallel zum Campusgarten ein eigenständiges Projekt gegründet hatten, statt zu kooperieren. Nun wird Steffen vorgeworfen, sich während der Diskussion respektlos verhalten zu haben. „Sein Verhalten war nicht nur gegenüber den Mitgliedern des Campusgartens und mir selbst sehr unangebracht“, führt sie fort, sondern auch gegenüber Referent*innen, die die Hochbeete aufgebaut hätten.

Steffen selbst stimmt den Vorwürfen zu, verweist aber darauf, dass er das Ökologie-Referat verteidigen wollte und „bei dem Versuch, Lottis Kritik als unsachlich und unpassend zu beschreiben, leider lachen musste“. Sein Lachen habe sich darauf bezogen, dass man nach neunstündiger Sitzung über „vertrocknete Kräuter“ spreche. „Meine Reaktion bedauere ich auch, weil mir ein professioneller und respektvoller Umgang sehr wichtig ist“, erklärt Steffen. Die Arbeit des Campusgartens bewerte er positiv, doch stünden der Aufwand und die Diskussion auf der AStA-Sitzung nicht in Relation zueinander. Gegenüber Behle habe sich Steffen über den digitalen Weg entschuldigt.

Auch die Antihelden, die im AStA unter anderem mit der LHG koalieren, stimmen dem Vorwurf der Respektlosigkeit zu und distanzieren sich öffentlich auf Facebook von Steffen, der durch „respektloses Gelächter das Fass zum Überlaufen brachte”. Weiter heißt es von ihnen: „Die gesamte Arbeit von engagierten Menschen so niederzumachen und in den Dreck zu ziehen, ist unter aller Sau!“ Über Folgen möchten sich die Antihelden noch nicht äußern.

Die Opposition will aber, dass dem Verhalten Steffens Konsequenzen folgen: Auf der kommenden Sitzung des Studierendenparlaments stellt Nils Kriegeskorte (GHG) einen Abwahlantrag gegen Steffen. „Es ist nicht das erste Mal, dass er sich im zwischenmenschlichen Umgang mit anderen Mitgliedern des Studierendenparlaments oder mit AStA-Vertreter*innen respektlos verhalten hat“, heißt es von der Liste. Zudem würden ihm „Respekt und Anerkennung für ehrenamtliches Engagement fehlen.“ Insgesamt sei er in seinem Amt als Studierendenvertreter „untragbar“. Dem stimmen auch die Antihelden zu, doch möchten sie die Arbeit der LHG im Allgemeinen nicht pauschalisieren. Die GHG sieht darin ein größeres Problem: Der AStA – mit Ausnahme der Antihelden – sowie die LHG würden das Verhalten Steffens dulden und hätten es bislang nicht verurteilt. „Wir hoffen, dass der AStA die Gelegenheit nutzt und sich mit den Stimmen der Parlamentarier*innen im Studierendenparlament für diesen Antrag aussprechen wird, wodurch ein klares Zeichen gegen die Duldung eines solchen gesetzt werden würde“, so die GHG.

Ungleiche Arbeitsverteilung

Eine weitere lange Diskussion drehte sich um eine die Arbeitsverteilung im AStA. Das Campusfest ist gelaufen (akduell berichtete) und der AStA blickt trotz relativ geringer Besucher*innenzahl positiv auf die Veranstaltung zurück. Aber: Zu wenig AStA-Referent*innen hätten geholfen, so Ökologiereferent Dominik Dyba (Antihelden). Lediglich fünf bis sechs der insgesamt 22 Referent*innen hätten sich etwa am Aufbau beteiligt.

Auch ein Antrag von Severin Görgens vom Autonomen Fachschaftenreferat thematisierte die Arbeit der Studierendenvertreter*innen. Der Antrag „für mehr Transparenz“ wurde jedoch in einer geheimen Abstimmung abgelehnt. Der Beschluss hätte zur Folge gehabt, dass Referent*innen ein Mal im Quartal einen Bericht über ihre Tätigkeit hätten verfassen müssen. Zwar wurde betont, dass die Berichte die Motivation erhöhen könnten. Doch hätte dies laut AStA-Mtgliedern einen negativen Unterton und würde den Verdacht unterstellen, einige Referent*innen arbeiteten nicht.