Senatswahl UDE: Zwei neue, zwei alte Gesichter

Vier Senator*innen tagen bald im vierten Stockwerk. (Foto: caro)

Vergangene Woche wurden die studentischen Vertreter*innen für den Senat der Universität Duisburg-Essen von fast drei Prozent der Studierenden gewählt. Politisch ein wichtiges Gremium mit viel Einfluss auf die Studienbedingungen. Die vier zukünftigen Senatsmitglieder kommen von der Grünen Hochschulgruppe (GHG), der Internationalen Liste (IL), den Antihelden und dem Bündnis aus Liberaler Hochschulgruppe (LHG) und dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS).

Mit 213 Stimmen geht der Zusammenschluss von LHG und RCDS als stärkste Liste aus der Senatswahl hervor. Sie führen ihren Erfolg vor allem da- rauf zurück, dass ihre Liste die einzige Alternative zu den sonst kaum unterscheidbaren linken Listen gewesen sei. „Daher freuen wir uns natürlich besonders als stärkste Liste aus dieser Wahl hervorzugehen und den Wiedereinzug eines RCDSlers begrüßen zu dürfen“, erklärt die Liste, deren Kandidat Emre Özcan für sie im Senat sitzen wird. „Wir freuen uns jetzt über den Einzug unseres Senators, der, vermutlich nach gewisser Einarbeitungszeit, dann auch bald unsere Themen im Senat ansprechen möchte und sich nebenbei aber auch allgemein für die Belange der Studentenschaft einsetzen möchte“, so der RCDS.

Im Vorfeld zu den Senatswahlen hatte es jedoch auch Kritik am Wahlkampf von LHG und RCDS gegeben. Auf Flyern mit einem brennen- den Einkaufswagen hatten diese mit dem Slogan „Keine studentischen Gelder für Extremisten und radikale Organisationen“ Stimmung gemacht. Im Senat wird jedoch gar nicht über studentische Gelder entschieden, dies geschieht im Studierendenparlament. „Wir finden es nach wie vor fraglich, einen Senatswahlkampf mit brennenden Einkaufswagen zu führen“, kritisiert die GHG, die mit 212 Stimmen knapp hinter den Bündnisliste zweitstärkste Kraft geworden ist. Der RCDS sieht den Slogan hingegen als eine Distanzierung, die „wichtig war im Zuge der derzeitigen Extremismusdebatten“.

„Wir freuen uns sehr, die stärkste allein angetretene Liste zu sein. Besonders freut es uns, dass unsere Senatorin Aylin Kilic das beste persönliche Ergebnis erreicht hat“, bedankt sich die GHG nach der Wahl bei ihren Wähler*innen. Kilic war bereits bei der vergangenen Senatswahl erfolgreich. Auf die zukünftige Zusammenarbeit mit den anderen studentischen Senatsmitgliedern sei man gespannt. Da man aber bis auf das Mitglied von den Antihelden die anderen Mitglieder noch nicht genug kenne, könne die Liste noch keine Einschätzung zur Zusammenarbeit abgeben. „Als erstes wichtiges Ziel wollen wir den Senat zu einer Positionierung gegen Studiengebühren bewegen“, sagt Kilic zu ihrer zukünftigen Senatsarbeit.

Für die Antihelden, die mit 189 Stimmen die drittmeisten Stimmen erhielten, zieht Corinna Kalkowsky in den Senat ein. Sie hat bereits Erfahrung in der Senatsarbeit gesammelt und erklärt: „Natürlich freuen wir uns über das Wahlergebnis und wollen als Erstes für das Vertrauen all derjenigen, die uns gewählt haben, danken. Wir wollten unsere Arbeit im Senat fortführen und können das nun ein weiteres Jahr tun und fühlen uns durch die´Wiederwahl in unserer Arbeit bestärkt.“ Kalkowsky hofft auf eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Vertreter*innen und betont, bereits gut mit Aylin Kilic im Senat gearbeitet zu haben. Die anderen Listen seien bisher nur durch ihre Arbeit im StuPa und AStA bekannt. „Da die Arbeit im Senat ganz andere Herausforderungen darstellt sind wir gespannt, wie sie diese erfüllen werden“, so Kalkowsky. „Solange sich Listenpolitik jedoch weiter aus dem Senat heraushalten lässt, sind wir zuversichtlich“, ergänzt Kalkowsky.

Mit 158 Stimmen – und damit nur einer Stimme mehr als auf die Linke Liste (LiLi) – stellt die IL mit Sehar Nasir das vierte Senatsmitglied. „Wir freuen uns sehr über den Wahlerfolg und nun auch die internationalen Studierenden im Senat zu vertreten. Wir finden es schön, dass so viele Listen vertreten sind und freuen uns über die Zusammenarbeit! Insbesondere mit Coo [Anmerkung der Redaktion: Corinna Kalkowsky] haben wir eine erfahrene Senatorin mit im Boot und sind mehr als zufrieden und optimistisch, dass wir vier uns weiter für die Belange aller Studierenden einsetzen können“, erklärt die IL zu ihrem Wahlerfolg.