Senatswahlen: Ran an die Urnen

In der Woche vom 18. bis zum 21. Juli können Studierende ihre Vertreter*innen für den Senat und den Fakultätsrat wählen. (Foto: fro)

Nächste Woche werden Studierende der Universität Duisburg-Essen wieder an die Wahlurnen gebeten. Mit den Senatswahlen können sie ihre Interessenvertreter*innen in eines der wichtigsten Gremien der Universität wählen. In der Woche vom 18. bis zum 20. Juli ist die Stimmzettelabgabe möglich. akduell fragte die Listen im Vorfeld, mit welchen Forderungen sie einen der vier Senatsplätze gewinnen wollen.

Das Aufgabenfeld des Senats ist breit gefächert: Erlass und Änderung der Grundordnung und von Rahmenprüfungsordnungen der Hochschule sowie Zustimmungen über Berufungsvorschläge von Professuren gehören unter anderem dazu. Neben elf Hochschullehrer*innen, je drei akademischen Mitarbeiter*innen und Mitarbeiter*innen des Bereichs Technik und Verwaltung sitzen auch vier studentische Vertreter*innen im Senat. Ein Jahr lang haben je ein*e Vertreter*in von Grüner Hochschulgruppe (GHG), Linker Liste (LiLi), Antihelden und der Juso Hochschulgruppe die Interessen der Studierendenschaft im Gremium vertreten. In der kommenden Legislaturperiode möchte die LiLi durch ihre Arbeit im Senat vor allem Stellung gegen die schwarz-gelbe Landesregierung beziehen. Unter anderem lehnen sie genau wie die Juso-Hochschulgruppe die von CDU und FDP eingeführten Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen ab. Gleiches fordert auch die Internationale Liste (IL), die zudem ein stärkeres Engagement für die Viertelparität (akduell berichtete) fordert, mit der die studentische Sichtweise im Gremium gleichwertig mit denen der anderen Gruppen wäre. Außerdem müsse die Wiedereröffnung des Raumes der Stille (akduell berichtete) beschleunigt werden. Währenddessen fordern die Jusos außerdem Einsatz für kostengünstigen Wohnraum und eine Rückkehr zum elektronischen Semesterticket.

Für die Senatswahlen 2017 schlossen sich die Liberale Hochschulgruppe (LHG) und der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) zusammen. Mit einer christdemokratisch-liberalen Liste möchten sie „pragmatische Politik für alle Studenten“ durchsetzen und „linke Klientelpolitik“ beenden, heißt es von den Listen. „Hierbei sehen wir unseren Themenschwerpunkt im Bereich der Infrastruktur, wo wir uns nicht nur für schnelleres, flächendeckendes WLAN und mehr und besser befestigte Parkplätze an beiden Campi einsetzen wollen, sondern auch für mehr Videoaufzeichnungen von Vorlesungen, mehr Gruppenräume und ähnliche Infrastruktur zum besseren gemeinsamen Lernen am Campus sowie einen Ausbau der Pendelbuszeiten zwischen den Campi,“ definieren Alexander Steffen (LHG) und Peter Müller (RCDS) ihre Ziele.

Die Antihelden möchten sich vor allem für eine bessere Kommunikation zwischen dem Senat, den Kommissionen und den Fakultätsräten einsetzen sowie die Transparenz des Gremiums erhöhen. „Viele wissen noch immer nicht, was der Senat macht“, sagen sie. Auch möchten sie sich weiter für Sicherheit auf dem Campus einsetzen und ein Raumvergabe-Konzept entwickeln. Den Unabhängigen Demokraten (UD) ist es besonders wichtig, das Verhältnis zwischen Studierendenwerk und Studierendenvertretung zu verbessern. Ähnlich wie auch LHG und RCDS möchten die UD ebenfalls die Studienbedingungen an der UDE in Angriff nehmen. „WLAN-Ausbau, Video-Aufzeichnungen von Vorlesungen, Instandhaltung der Infrastruktur sind alles altbekannte Themen, die keinesfalls behoben sind“, so Jan Skrynecki. Zudem solle der Übergang vom Bachelor in den Master vereinfacht werden. Außerdem seien die Campi für Studierende mit Behinderung noch immer nicht problemlos nutzbar. „Es mangelt hier immer noch an elementarer Barrierefreiheit in Bereichen der Gebäude und des Studiums”, heißt es weiter. Von der GHG lagen bis Redaktionsschluss keine Antworten vor.

Vergangene Periode: Gemischtes Resümee

Rückblickend auf die vergangene Senatsperiode bedauert es die LiLi, dass sie vor allem durch die Bearbeitung der Rahmenprüfungsordnung geprägt war. „Studentische Einwände wurden trotz guter Vorbereitung und einer noch nie da gewesenen guten Zusammenarbeit unter den studentischen Senatoren nicht ernst genommen oder übergangen“, beklagt sich die Liste weiter. Die Antihelden blicken hingegen positiv auf die vergangene Legislaturperiode zurück: „Diese gute Zusammenarbeit untereinander ist neben der dauerhaften Präsenz, und zwar von allen Vieren, extrem positiv aufgefallen und hat uns an einigen Stellen den Weg geebnet, um vom restlichen Senat ernst genommen zu werden.“ Kritischere Worte findet hingegen die IL: Man hätte zum Beispiel mehr Engagement gegen die Mieterhöhungen in Wohnheimen des Studierendenwerks (akduell berichtete) zeigen müssen. Der RCDS kritisiert indes eine mangelnde Pluralität im Senat. Die derzeitigen im Senat vertretenen Listen würden sich in ihrer programmatischen Ausrichtung zu stark ähneln, weshalb nicht alle Studierenden repräsentiert seien.