Was ist das für 1 Coplife?

Party, Palmen, Weiber und ein Bier, öfter mal G20 wollen wir! (Foto: fro)

Die Polizei – dein Freund und Helfer – bekannt aus den Negativschlagzeilen der Presselandschaft wegen Augen-OPs nach Wasserwerfereinsatz, der Abschiebung von Schüler*innen direkt aus dem Klassenzimmer heraus – oder Racial Profiling, gibt es jetzt auch in der Mallorca-Edition. Berliner Hundertschaften haben es sich nicht nehmen lassen, in Hamburg vor dem G20-Gipfel ordentlich auf den Putz zu hauen und wurden prompt zurückbeordert.

Es klingt nach dem Drehbuch einer ausschweifenden College-Partynacht: Drogen, Alkohol in rauen Mengen, öffentliches Urinieren und ein öffentliches Rodeo zu zweit gepaart mit ein paar ordentlichen Raufereien. On-Top eine strippende Polizistin im Bademantel, die inbrünstig mit ihrer Knarre herumwedelt. Dabei handelt es sich aber eben nicht um die Handlung des nächsten Til Schweiger-Tatorts, sondern um die Beschreibung einer – denkwürdigen Nacht für die Berliner Partycops. Am nächsten Tag dürfte den Meisten dann der Partyspaß vergangen sein – und zwar nicht bloß wegen dem dicken Brummschädel. Denn den Hamburger Polizeikolleg*innen ging das nächtliche Treiben ordentlich gegen den Strich. 1:0 also für das Berghain gegen die Reeperbahn. Wie die unbeliebten Mitschüler*innen haben die Kolleg*innen aus Hamburg dann auch erstmal dem Lehrer gepetzt. Das Ende vom Lied: Alle 220 Beamt*innen zurück nach Berlin.

Stellt sich natürlich die Frage, was die Partyanimals da geritten hat? Also außer sie sich gegenseitig. Thomas Neuendorf, Pressesprecher der Berliner Polizei, äußerte sich gegenüber der Welt: „Die Kollegen haben erklärt, das ihnen langweilig war, es gab keinen Fernseher, das war doof.“ Dazu muss man wissen, dass die Hundertschaften in Containern untergebracht waren, die zuvor zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt wurden. Wie diese es geschafft haben, ohne Alkohol und Geschlechtsverkehr vor Publikum wochenlang in den langweiligen Containern auszuharren, ist für die Berliner Polizei noch ein Rätsel.

Weiter erklärt Neuendorf: „Wir befinden uns hier nicht auf einer Klassenfahrt von 16-Jährigen.“ Da wäre man doch gerne mal mit Neuendorf auf Klassenfahrt gewesen. Er führt aus: „Es heißt eben immer: Wohlverhalten durch Polizisten. Und da kann man nicht wie irre feiern und in der Öffentlichkeit bumsen, um das mal so deutlich zu sagen.“ Währenddessen kringelt sich das Internet in der Kommentarspalte vor Lachen.

Ihren Job werden die Fetenfreund*innen aus Berlin im Übrigen behalten. Der Pressesprecher sagt dazu: „Naja, da gibt’s einen Verweis, vielleicht auch eine Geldstrafe und man wird überlegen, ob man die, wie sagt man in der Schule auch? Auseinandersetzt. Auch wenn wir uns jetzt ein bisschen drüber lustig machen, das muss Konsequenzen haben.“

Kurze Zeit später taucht im Netz auch ein Bild von dem Abend auf verschiedenen Sozialen Medien auf. Tituliert ist das Bild mit dem Schriftzug „Aber scheiß drauf, G20 ist nur einmal im Jahr“. Angeboten hätten sich sicherlich auch noch weitere Umdichtungen wie Jürgen Drews‘ „Ein Bett im Container, das ist immer frei und es ist G20, was ist schon dabei?“, Mickie Krauses „Geh mal Bier holen, es ist wieder G20“ oder auch Udo Jürgens‘ „G20er Wein“. Vielleicht gibt es ja bald – das erste Mixtape der Berliner Polizei. Auch wenn man vom Vermarktungsnamen „Ballermann Hits“ wohl besser Abstand nehmen sollte. [dav]