Mini-AStA kämpft sich durch

Überschaubare zehn Referent*innen umfasst der derzeitige Übergangs-AStA, der querbeet durch die hochschulpolitische Landschaft der Universität Duisburg-Essen aufgestellt ist. Viel Arbeit für wenige Personen. Trotzdem will die Studierendenvertretung die Orientierungswoche für Erstsis planen und über die Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen informieren.

Kleine Runde, schnelle Sitzung: Nach zwei Stunden war die AStA-Sitzung am Donnerstag, 24. August, beendet. (Foto: fro)

Ein Großteil der Referent*innen des alten AStAs aus Internationaler Liste, Unabhängigen Demokraten, Antihelden, Ring Christlich-Demokratischer Studenten und Liberale Hochschulgruppe wurde abgewählt oder ist zurückgetreten. Nun stellen Marcus Lamprecht (Grüne Hochschulgruppe) und Carlotta Kühnemann (Linke Liste) bis zu den Neuwahlen des Studierendenparlaments im November den Vorsitz (akduell berichtete). Anders als Sitzungen des Vorsitzes unter Gerrit Tapper (Unabhängige Demokraten) und Nadine Bendahou (Internationale Liste), verlief die Sitzung in zügigem Tempo. Kontroversen blieben aus, der Fokus liegt momentan darauf, die Geschäfte am Laufen zu halten. Auch wenn es funktionieren könnte: Mit einer so geringen Anzahl an Referent*innen erscheint es schwierig. Schließlich kümmern sich ansonsten doppelt so viele Personen um die Aufgaben der Studierendenvertretung. In den kommenden Monaten sollte man daher versuchen, projektbezogen zu arbeiten, so Sara Tekaat (Anthihelden), Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Damit würde man einzelne AStA-Mitglieder entlasten, deren Referatsarbeit ansonsten ihre Kapazitäten übersteigen würde.

O-Woche steht vor der Tür

Die konstruktive Zusammenarbeit sei besonders wichtig, da die Orientierungswoche für Erstis in der Woche vom 2. bis zum 6. Oktober stattfinden wird. Bis dahin steht noch viel Organisationsarbeit an – so möchte der AStA neben der Theaterflatrate, Nextbike und der Blutspendeaktion des Uniklinikums Essen auf dem Campus weitere Initiativen bewerben. Die Semestereinstiegsparty des AStA ist für den 20. Oktober in Essen geplant. „Auf dem Campusfest werden wir auf der Wiese am Essener Campus Zelte aufstellen“, so Kulturreferent Sven Unterberg (Antihelden). 

Informieren über Studiengebühren

Besonderen Handlungsbedarf sieht Vorsitzender Lamprecht hinsichtlich der von der schwarz-gelben Landesregierung eingeführten Studiengebühren. In Zukunft müssen Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland 1.500 Euro pro Semester zahlen (akduell berichtete). „Es muss Informationsarbeit geleistet werden“, so Lamprecht. Schließlich gebe es viele Ausnahmeregelungen und bisher herrsche bei vielen internationalen Studierenden Unklarheit, ob sie von den Gebühren betroffen sein könnten. Während sich beim Referat für Sozialpolitik bisher kaum Betroffene gemeldet haben und dies somit dort kein großes Thema sei, wie Referent William Miro (RCDS) erklärte, verwies Yasemine Souhil vom Internationalen Referat bereits auf einer StuPa-Sitzung im Juni, es gebe eine hohe Nachfrage bezüglich der Thematik (akduell berichtete).

Neben Flyerverteilungen will der AStA nun mit einem Aktionstag über die künftig anfallenden Studiengebühren aufklären. Englischsprachige Fachschaften sollen einbezogen werden. Außerdem möchte sich der AStA direkt an die nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten wenden. Als Vorlage soll hier ein offener Brief der Studierendenvertretung der Universität Freiburg dienen, so Lamprecht. „Studiengebühren unterminieren alle Bemühungen, Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich herzustellen – ein Bereich, in dem Deutschland großen Nachholbedarf hat“, heißt es dort unter anderem.