Die Uni ist nichts

Die Antilopen Gang disst in „Fick die Uni“ das studentische Alltagsleben und auch die Studierenden. (Bild: mac)

Etwa 6.000 Erstsemester haben sich dieses Jahr an der Universität Duisburg-Essen zum Wintersemester 2017/18 eingeschrieben. Die erste Woche im Studium steht an und damit auch ein gefühlter Wald aus bürokratischen Vorschriften. Alles scheint streng geregelt. Wir verraten auch deshalb, wie man mit ein paar Life Hacks einfacher durchs Studium kommt.

Der erste und wohl wichtigste Life Hack: Kenn deine Prüfungsordnung und Modulhandbücher! In der ersten Uni-Woche wirst du überhäuft mit Informationen zu deinen neuen Kursen. Vor allem die Leistungen, die du für deine Kurse erbringen musst, werden sich stapeln. Hier eine Hausarbeit, dort eine Präsentation oder mal eben im Lektürekurs 30 Bücher lesen – dir kommt das viel vor? Das könnte daran liegen, dass die Dozierenden auch zu viel von dir verlangen. In deiner Prüfungsordnung oder deinem Studienverlaufsplan findest du Angaben, welche Leistung du für welchen Kurs tatsächlich erbringen musst.

Falls das immer noch hoch erscheint: In einem Bachelorstudium ist der Arbeitsaufwand klar geregelt. Für einen Creditpoint werden 30 Stunden Arbeit veranschlagt. Wenn selbst die Anforderung der Prüfungsordnung unverhältnismäßig erscheint, kannst du dich zum Beispiel mit der Fachschaft dafür einsetzen, dass sie geändert wird. Auch wenn man als Studierende manchmal das Gefühl bekommt, ganz unten an der universitären Kette zu stehen – man muss nicht alles mit sich machen lassen.

„Guten Morgen liebe Studierende – ich lasse nun als erstes die Teilnahmeliste rumgehen“ – diesen Satz wirst du in den kommenden Wochen vielleicht das ein oder andere Mal unberechtigterweise hören. Life Hack Nummer zwei lautet nämlich: Die Anwesenheitspflicht ist (noch) abgeschafft! Außer in Sprachkursen und praxisbezogenen Kursen wie etwa Laborkursen darf niemand von euch verlangen, immer anwesend zu sein.

Übereifrigen Dozierenden – die es immer noch gibt – kann man dann gerne §64 aus dem Hochschulzukunftsgesetz ausgedruckt vor der Stunde wortlos auf das Pult legen. Wenn auch das nicht hilft: Gemeinsam mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) könnt ihr dem Ganzen nochmal nachhelfen. Viele Lehrende haben außerdem die Angewohnheit, Studierende nach den ersten zwei Sitzungen illegalerweise aus den Kursen zu schmeißen, wenn sie nicht anwesend waren. Falls du die Sitzungen nicht besuchen kannst, lohnt sich deshalb eine vorsorgliche E-Mail an die Lehrenden. Wie auch auf unliebsamen Familienfeiern kann man immer noch behaupten, man sei krank und müsse daher zuhause bleiben.

Mit Ruhe und Gemütlichkeit

In manchen Fächern wirst du schnell enttäuscht feststellen müssen, dass es nicht genug Kursplätze gibt. Kommen wir also zum dritten Life Hack: Lieber fragen als verzagen! Wenn du im Online-Portal LSF bei der Kursbelegung reihenweise abgelehnt wirst, kannst du immer noch zu den Lehrenden gehen und nach einem Platz fragen. Falls auch das nicht hilft: um einen Kursplatz zu bekommen, kannst du dich an die jeweilige*n Dekan*in deiner Fakultät wenden.

Über 300 Euro Semesterbeitrag – manchmal schafft man es einfach nicht, sich den Betrag für die Rückmeldung rechtzeitig mit dem Nebenjob zu ersparen. Der vierte Life Hack heißt deshalb: Keine Panik beim Semesterbeitrag! Die Zeit, um den Semesterbeitrag zu zahlen, kann man bis zum 1. Oktober beziehungsweise 1. April ausdehnen und legt dann eben zehn Euro drauf. Kannst du dann immer noch nicht zahlen, wirst du exmatrikuliert. Aber auch dann ist noch nicht alles verloren – durch Nachzahlung und einen Besuch beim Einschreibungswesen. Unpraktisch, weil man für diese Zeit dann auch kein Semesterticket hat, aber für den absoluten Notfall nützliches Wissen.

Die ersten Wochen sind rum und du stellst fest, dass dein Fach dir nicht so liegt, wie gedacht? Kein Problem, du kannst dein Studienfach immer noch wechseln. Unverzichtbar ist dabei für BAföG-Berechtigte der fünfte Life Hack: Wenn, dann möglichst früh das Fach wechseln! Denn deine BAföG-Ansprüche gehen flöten, wenn du dich erst nach dem dritten Fachsemester umschreibst. Im neuen Fach kannst du dir übrigens teilweise schon erbrachte Leistungen anrechnen lassen und dir damit Kurse und Zeit ersparen.

Letzter und unverzichtbarer Life Hack: Bildet Banden! Natürlich kannst du dich entscheiden, als einsamer Wolf durch die Bibliotheksgänge zu streifen. Stressfreier wird dein Studium aber vor allem durch Gemeinschaft. Ob Facebook-Gruppe, Lern-Gang oder Fachschaft – gemeinsam kann man sich viel Arbeit sparen und die Studienbedingungen verbessern. Und du musst auch das Rad nicht neu erfinden, bei höheren Fachsemestern kann man sich wertvolle Unterlagen aus den Vorjahren besorgen. Aber jetzt erstmal viel Spaß bei deinem Studium an der UDE!