Kurzgefasst: Mieterhöhungen in Wohnheimen

Wohnheim an der Eckenbergstraße (Foto: CC BY-SA 3.0 Studentenwerk Essen-Duisburg)

Am 1. März dieses Jahres wurden die Mietpreise für die Studierendenwohnheime des Studierendenwerks in Essen, Duisburg und Mülheim um 20 Euro erhöht. Laut Studierendenwerk ergeben sich die gestiegenen Kosten unter anderem durch umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen und durch erhebliche Kostensteigerungen für Strom, Entwässerung, Straßenreinigung und Abfallbeseitigung. Natürlich wurden nicht alle Wohnheime neu saniert. Das Studierendenwerk hat sich aber dazu entschieden, die Preise solidarisch für alle zu erhöhen, damit nicht ein Wohnheim allein auf den Kosten sitzen bleibt. In diesem Zusammenhang von Solidarität zu sprechen ist Quatsch. Verständlicherweise beschweren sich viele Studierende über die Mietpreiserhöhung. Besonders ärgerlich: Bereits im letzten Jahr stiegen die Mieten um 20 Euro.

Das Essener Studierendenwerk musste viel Kritik einstecken. Zahlreiche Beschwerden wurden per Mail eingereicht und auch auf Facebook machen viele Betroffene ihrem Ärger Luft. „Preis-Leistung steht in keinem Verhältnis. Sozialer Wohnraum? Fehlanzeige“, findet eine Nutzerin. Auch Franziska Witthus schreibt dort: „Bei den Preisen – Finger von lassen! Ihr seid mit einer Wohnung oder WG abseits des Studierendenwerks besser dran!“. Tatsächlich findet man oft Wohnungen zu ähnlichen Preisen mit ebenso guter Lage und mehr Quadratmetern. Das Studierendenwerk versucht als Reaktion auf die Beschwerden, in besonderen Einzelfällen individuelle Lösungen zu finden, zum Beispiel der Umzug in ein günstigeres Wohnheim. Trotzdem bleiben dabei natürlich Einige auf der Strecke. „Sind noch nur 20 Euro“, könnte man denken. Für einige ist das aber nun mal ein großer Unterschied. Vielen fällt es schon schwer genug das Studium und den Lebensunterhalt zu finanzieren, da sind 20 Euro mehr im Monat nicht mal eben so möglich. Essen bleibt dabei kein Einzelfall.

Aber wer ist hier wirklich Schuld? Laut dem Studierendenwerk bleiben trotz der seit Jahren steigenden Studierendenzahl die Zuschüsse vom Land gleich und decken gerade einmal 10 Prozent der Gesamtausgaben. In Thüringen beispielsweise bezuschusst das Land die 40.000 Euro teure Sanierung der Studierendenwohnheime mit ganzen 15.000 Euro. Dabei liegt Thüringen im Ranking der reichsten Bundesländer weit hinter Nordrhein-Westfalen. Da fragt man sich doch wie das sein kann. Anscheinend wird erschwinglichem Wohnraum nicht genügend Wichtigkeit beigemessen. Das Nachsehen haben wieder einmal die Studierenden.