BckS-Wahl mit geringer Beteiligung

Liegt im AStA aus: Die Broschüre vom Atonomen Referat für Studierende mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen (BckS). (Foto: lenz)

Am 27. Oktober versammelten sich die aufgestellten Kandidat*innen für das Autonome Referat für Studierende mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen (BckS), um Referent*innen für die Betroffenengruppe zu wählen. In der Vollversammlung legitimierten lediglich sieben abgegebene Stimmen alle aufgestellten Kandidat*innen.

Im R9-Gebäude des Essener Campus finden sich ab zehn Uhr neun Personen zusammen, von denen sieben berechtigt sind, um die Wahl der Referent*innen für das BckS-Referat durchzuführen. „Aktiv wahlberechtigt sind alle behinderte und/oder chronisch kranke Studierende der UDE“, so die Regularien der Wahl laut Internetseite des Referats. Um zu wählen, muss eine gültige Studienbescheinigung beim BckS-Wahlausschusss vorgelegt werden, sowie ein „Schwerbehindertenausweis, ein ärztliches Attest oder eine Bescheinigung des Beauftragten für Behinderung im Studium“. Die Dokumente sollen eine Schwerbehinderung und/oder chronische Erkrankung nachweisen. Zu Irritationen führte im vergangenen Jahr, dass der Wahlausschuss in der Bekanntmachung zur BckS-Wahl behauptete, dass alle Studierenden der UDE ein passives Wahlrecht besäßen (akduell berichtete).

Aus 8 Prozent

Die wichtigste Neuerung bei der diesjährigen Wahl ist die Bestätigung einer Projektkoordination vom Akademischen Beratungszentrum (ABZ) und die eigentliche Wahl. Nach einer Stunde ist die Veranstaltung vorbei. „Wir begrüßen ein neues Mitglied im BckS-Referat. Felix Hesse wurde heute von der Vollversammlung neu ins Referat gewählt. Darüberhinaus wurden die vier Referent*innen der letzten Legislatur (Benjamin Grabowski, Joséfine Charlott Platz, Sascha René Lücker und Olga Reyes-Schneider) in ihren Ämtern bestätigt“, postet das BckS-Referat am Wahltag auf Facebook.

Etwa acht Prozent der Studierenden sind laut einer Umfrage der deutschen Studierendenwerke krankheitsbedingt beeinträchtigt. An der Universität Duisburg-Essen wären das nach dieser Rechnung etwa 3.500 Studierende. Seit Gründung des BckS-Referats im Jahr 2011 nahmen zwischen fünf und 20 Wähler*innen an der Wahl der Referent*innen teil, erläutert die Interessenvertretung. „Das haben wir auch bemängelt“, so das Referat weiter, jedoch sei „allgemeines Desinteresse an studentischer Selbstverwaltung ein umfassendes Problem, das sowohl die gesamte Studierendenschaft als auch einzelne Interessen- sowie Betroffenengruppen betrifft“. Die geringe Teilnahme an Wahlen und Veranstaltungen steht jedoch dem auf der Internetseite erklärten Ziel entgegen, dem „Aufbau einer starken und engagierten Interessensgemeinschaft“. Auch die Verordnung, eine chronische Krankheit nachweisen zu müssen so wie Präsenz bei der Veranstaltung oder das Wissen um die Möglichkeit einer Briefwahl, könnten zumindest als Hürden für die Wahl gesehen werden.

Angebot soll in Zukunft ausgebaut werden

Maßnahmen, um mehr Studierende zu erreichen, sind „unser Frühstück und unsere fast tägliche Präsenz im AStA“, erläutert das Referat. Jeden Mittwoch von 10.30 bis 12 Uhr kann die Sprechstunde für Betroffene im Büro T02 S00 K04 am Campus in Essen wahrgenommen werden. Weitere Ideen sollen mit der neuen Projektkoordination abgesprochen werden, die am 1. November ihr Amt aufnimmt. „Wir haben uns bereits zum Ziel gesetzt, im kommenden Jahr eine breitere Öffentlichkeit für Aktionen, Projekte und auch Wahlen zu erreichen. Dafür setzen wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Medien des Campus sowie Referaten.“