Im Interview: Unabhängige Demokraten

Die Unabhängigen Demokraten (UD) treten in diesem Jahr mit 28 Kandidat*innen zur Wahl an. (Bild: UD)

Vom 27. November bis zum 1. Dezember wird an der Universität Duisburg-Essen das neue Studierendenparlament gewählt. Im Interview erklären die Unabhängen Demokraten (UD), was sie in der nächsten Wahlperiode planen und umsetzen möchten.

akduell: Das Ruhrgebiet ist die Hochburg des Pendelns. Das Semesterticket auf dem Smartphone sorgt für Frust, Parkplätze an den Campussen sind rar, Fahrrad-Schnellwege längst nicht Realität. Was plant ihr für die Studierenden in Sachen Mobilität zu tun?

UD: Jedem Studierenden ein betriebsfähiges und voll aufgeladenes Smartphone in der Tasche zu unterstellen finden wir ein starkes Stück. Digitalisierung ja, aber an der richtigen Stelle. Wir fordern, dass das Semesterticket wieder zurück auf den Studi-Ausweis kommt. Außerdem fordern wir: Sanierung der Parkplätze. Der AStA aus GHG und LiLi hat das Problem jahrelang aus ideologischen Gründen ignoriert. Wir sagen: Studi, die auf das Auto angewiesen sind, dürfen nicht als privilegiert bezeichnet werden.

akduell: Diszipliniertes Lernen steht dem Wunsch gegenüber das Studium frei und flexibel zu gestalten. Viele Studierende arbeiten in bis zu drei Jobs. NRW-Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen plant die Einführung der Anwesenheitspflicht für Universitäten wieder zu ermöglichen. Ist das noch zeitgemäß?

UD: Wir sagen: Wir wollen die Pläne abwarten und mit anderen Studierendenvertretungen in Kontakt treten um gemeinsam mit der Wissenschaftsministerin in den Dialog zu kommen. Eine Kooperation mit den Menschen, die diese Änderung betrifft, den Studierenden, würde der Debatte guttun. Generell sehen wir in der freien und flexiblen Studiengestaltung das höchste Gut an einer Universität. Andererseits kann eine Anwesenheitspflicht auch zu höherer Disziplin führen. Vielleicht Misch-Modell möglich?

akduell: Die Landesregierung will Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer*innen einführen, mit dem Ziel Personalschlüssel, Qualität des Studiums und Ausfinanzierung der Hochschulen zu verbessern. An der UDE studieren 7.478 Menschen aus Nicht-EU-Ländern (Stand WS 2016/17). Wie werdet ihr euch dazu im StuPa verhalten?

UD: Studiengebühren halten wir für das falsche Signal. Die Uni bezieht ihre hohe Kompetenz und Interkulturalität grade aus ihrem breiten Spektrum an ausländischen Studis und Projekten. Wir würden bevorzugen, wenn jede Uni selber entscheiden dürfe, ob sie Gebühren bezieht. Diese direkt in die Finanzierung der Unis zu stecken halten wir für akzeptabel, generell sagen wir aber: Schluss mit Beitragserhöhungen oder Einführung neuer finanzieller Belastungen für den studentischen Geldbeutel.

akduell: Einige Studierende durchleben bei der digitalen Anmeldung von Prüfungen viele Probleme. Zusätzlich verlieren sie bei den vielen unterschiedlichen Portalen – HISinOne, LSF, Moodle, Semesterapparat – die Übersicht. Wie wollt ihr hier für einen klaren Durchblick sorgen?

UD: Die UD fordert seit Jahren zentrale Übersichten von Fakultäten, Fachschaften, Veranstaltungen und Portalinhalten. Wir fordern einheitliche Systeme an die sich jeder Dozierende halten muss. Dazu kommt ein flächendeckender WLAN-Ausbau, das Streaming und Aufzeichnen von Vorlesungen und die kontinuierliche Literatur-Bereitstellung. Gerade auch bei Menschen mit Behinderungen haben diese Schwierigkeiten noch größeren Einfluss. Wir wollen eine Meldestelle für solche Art von Problemen einrichten.

akduell: Viele Studierende der UDE pendeln aus den umliegenden Städten zu den Campussen. Essen und Duisburg gelten nicht als Wohlfühloasen, die Studierendenwohnheime sind teuer. Was plant ihr um die Campusse und Städte für die Studierenden als Lebensraum attraktiver zu machen?

UD: Unsere Gelder müssen für die Studis an unserem Campus verwendet werden und allen zugutekommen! Das Geld muss in kulturelle Events oder Veranstaltungen der politischen Bildung gesteckt werden, nicht in radikale Gruppen oder Events außerhalb. Wir fordern: Mehr Räume für Studierende und Initiativen, mehr Lern- und Freizeitflächen, Uni-Kneipe in Duisburg, Wiedereröffnung des KKC – nicht nur als simple Kneipe, Mitsprache- und Nutzungsrechte für die Räume der M-Mensa nach dem Neubau.

akduell: Mit nextbike und Kulturticket wurden Zusatzangebote für Studierende geschaffen. Der Finanzhaushalt wird dadurch stärker beansprucht, eine Erhöhung der AStA-Beiträge scheint nur noch Formsache. Wohin soll die Reise gehen: Ein möglichst breites Angebot oder ein niedriger AStA-Beitrag ohne zusätzlichen Schnickschnack?

UD: Wir sind weder für eine Erhöhung des AStA-Beitrags noch für das Streichen von Kultur- oder Freizeitangeboten der Studis. Der Semesterbeitrag ab dem SoSe 2018 ist erstmals auf über 300€ gestiegen: Das reicht! Neben den nicht umkehrbaren Preiserhöhungen des Semestertickets darf es keine Erhöhung des Asta-Semesterbeitrags (13€) und Studierendenwerk-Beitrags (95€) geben. Es muss an anderen Ecken gespart werden, z.B. an der Finanzierung von radikalen Gruppen oder Veranstaltungen fern vom Campus.