17 Jahre ohne Lohnerhöhung

SHKs in Berlin fordern höhere Löhne – die Studierenden an der UDE bald auch? (Symbolbild: caro)

Die studentischen Hilfskräfte (SHKs) der Berliner Hochschulen legten vom 23. bis zum 25. Januar mit einem Warnstreik ihre Arbeit nieder. Etwa 1.000 studentische Beschäftigte beteiligten sich im Anschluss an einem Demonstrationszug zur Technischen Universität Berlin. Sie kämpfen für einen besseren Tarifvertrag.

„SHKs sind traditionell wichtig, da sie den Lehr- und Forschungsbetrieb unterstützen. Gleichzeitig ermöglichen sie dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine frühzeitige Einbindung in die akademischen Abläufe“, erklärt Beate Kostka, Pressesprecherin der Universität Duisburg-Essen (UDE), die Bedeutung von studentischen Beschäftigten. Seit etwa einem Jahr verhandeln in Berlin die SHKs, vertreten durch ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit den dortigen Hochschulen. Ihr Ziel: Ein gerechter Tarifvertrag.

Insgesamt 14 Forderungen hat die gemeinsame Tarifkommission der SHKs in ihrem Positionspapier verankert. Unter anderem: Erhöhung des Stundenlohns von 10,98 Euro auf 14 Euro, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für bis zu insgesamt 26 Wochen sowie die Ankopplung an die Lohnentwicklung der anderen Hochschulbeschäftigten. „Der Betrag von 14 Euro entspricht dem Ausgleich der historischen Inflation seit der letzten Lohnanpassung im Jahr 2001“, begründet die gewerkschaftliche Tarifkommission die Forderung. Zudem müsse beachtet werden, dass die Lebenshaltungskosten jährlich ansteigen.

Das aktuelle Angebot der Berliner Hochschulen umfasst eine stufenweise Erhöhung des Stundenlohns. „Rückwirkend ab 1. Januar 2018 auf 12,13 Euro, ab 1. Januar 2020 auf 12,35 Euro und ab 1. Januar 2022 auf 12,50 Euro. Dies bedeutet insgesamt eine Erhöhung um 13,84 Prozent!!!“, so der Kanzler der Alice Salomon Hochschule Berlin, Andreas Flegl. Darüber hinaus akzeptiere man die Forderung von 30 statt bisher 25 Tagen Erholungsurlaub. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall solle von bis zu sechs auf acht Wochen angehoben werden. Vor allem aufgrund der fehlenden Ankopplung an die Lohnentwicklung anderer Hochschulbeschäftigter sieht die Tarifkommission hierin kein angemessenes Angebot.

Wenig Verständnis

Susanne Stumpenhusen, Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft ver.di, stellt klar: „Wenn die Hochschulleitungen eine weitere Eskalation verhindern wollen, dann müssen sie endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Ansonsten war das hier nur der Auftakt.“ Nach dem dreitägigen Warnstreik möchten die Gewerkschaften den Hochschulen nun ein paar Tage Zeit geben – mit der Hoffnung auf ein neues, besseres Angebot. Für den 2. Februar lädt die Tarifkommission zum „Tag der Entscheidungen“ ein, um „sich mit der Basis rück[zu]koppeln und […] gemeinsam über weitere Streiktage und die Möglichkeiten eines Erzwingungsstreiks [zu] diskutieren“.

Während sich die Humboldt-Universität zu Berlin nicht zu den laufenden Tarifverhandlungen äußern möchte, erklärt Andreas Flegl weiter: „Ich kann – ehrlich gesagt – nicht verstehen, wie sich die offenbare Unzufriedenheit der Studierenden begründet. Dieses Angebot kann sich auch bundesweit sehen lassen.“ Zudem müssten höhere Löhne auch gegenfinanziert werden. Das Argument, die Hochschulen hätten kein Geld, lassen ver.di und GEW jedoch nicht gelten: „Seit 2010 sehen die Hochschulverträge jährliche Steigerungen für die Löhne der studentischen Beschäftigten vor – dafür haben die Hochschulen auch gemäß den Hochschulverträgen Geld bekommen. Nur davon ist bisher nichts bei uns angekommen.“

Die Situation an der UDE

An der UDE haben die aktuell 1.559 beschäftigten studentischen Hilfskräfte im Vergleich zu ihren Berliner Kolleg*innen nicht nur in punkto Stundenlohn das Nachsehen, sie haben – wie auch in den restlichen Bundesländern – keinen Tarifvertrag. Bei der Vergütung orientiert sich die Hochschule an den Richtlinien der Tarifgemeinschaft der Länder. Daraus ergeben sich momentan zehn Euro pro Stunde. Da sich der Lohn ab dem 1. April um 50 Cent erhöhen wird, geht Pressesprecherin Kostka „nicht unbedingt“ davon aus, dass sich die hiesigen SHKs bald ebenfalls um bessere Verträge und höhere Löhne einsetzen werden. Die letzte Lohnerhöhung erfolgte am 1. April 2016.

Seit Mai 2016 gibt es an der UDE auch eine gewählte Interessensvertretung. Die Vertreter*innen Erik Wenker und Laura Dinnebier kümmern sich um Anliegen rund um Vertrags- und Arbeitszeiten sowie Urlaubsansprüche. Erreichbar sind sie per E-Mail unter shk-vertretung@uni-due.de.