Mit Nextbike zum Raum der Stille?

Struppige StuPa-Sitzungen sind super! (Foto: BRIT)

Am vergangenen Donnerstag, 25. Januar, tagten zum zweiten Mal nach der StuPa-Wahl im Dezember die Parlamentarier*innen. Uni-Gossip über die Zukunft des nicht funktionierenden Tickets, der zukünftige Raum der Stille und die Kooperation mit Nextbike standen zur Diskussion. Marcus Lamprecht (Grüne Hochschulgruppe) wurde erneut zum AStA-Vorsitzenden gewählt.

Die vermutlich brisanteste Nachricht in dieser StuPa-Sitzung verkündete AStA-Vorsitzende Carlotta Kühnemann (Linke Liste). In einem Treffen mit der Ruhrbahn habe man ihr die Entscheidung mitgeteilt, dass das Semesterticket auf der Chipkarte ab dem 30. September gänzlich nicht mehr funktionieren werde. Dass es künftig nur noch die eine Variante geben soll, wurde ohne die Zustimmung des AStAs beschlossen. Die Parlamentarier*innen waren sichtlich erbost. Den Vertrag zu kündigen, sei aber keine Option: „Schließlich haben wir dann kein Ticket mehr“, sagt Kühnemann recht pragmatisch. Vorerst möchte der AStA das Gespräch mit der Ruhrbahn und KCMarketing suchen. Wenn dieses nichts ergibt, strebe man Proteste an. „Klagen können nur einzlene Studierende, da in der Einschreibeordnung nichst von einer App steht“, sagt Kühnemann.

Abgeschlossen hatte die Vorsitzende ihre Verkündungen noch nicht: Wie die WAZ bereits vergangene Woche berichtete, erwartet die Studis der Universität Duisburg-Essen schon bald an beiden Campus jeweils einen Raum der Stille. Nach sanierungsbedingten Schließungen der muslimischen Gebetsräume im Jahr 2016, plante das Rektorat einen möglichst zentralen und religiös-neutralen Raum an beiden Standorten einzurichten. Gedacht ist das Angebot für Studierende, Lehrende wie auch für Mitarbeitende. In Essen soll ein leer stehender Seminarraum umgestaltet werden – was vermutlich auch der Grund dafür ist, dass dieser Plan schneller abschließend umgesetzt wird. In Duisburg hingegen erwartet die nach Entspannung und Ruhe Suchenden bald ein Container – bis man einen geeigneten Raum gefunden habe. Viel länger als drei Monate möchte man mit deren Umsetzung in Duisburg sowie in Essen nicht warten. Die Kosten dafür werden derzeit auf 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt.

Die Öffnungszeiten sind aktuell noch auf 8 bis 18 Uhr angesetzt. „Außerdem sind kollektive Handlungen untersagt, es darf nur geflüstert und keine Gegenstände an den Wänden angebracht werden“, erklärt Kühnemann. Auf die Frage seitens Nadine Bendahou (Internationale Liste), was genau denn kollektives Handeln meint, folgte ein einstimmiges Seufzen im Raum. „Dass man sich dort beispielsweise nicht verabredet. Der Raum ist dafür da, sich alleine zu besinnen“, antwortete Kühnemann geduldig. Die rituelle Waschung in der Nähe des Raumes sei zudem auf dem gesamten Campus verboten. Wie man all diese Vorgaben kontrollieren möchte, das steht noch in den Sternen.

Des Weiteren wurde in der Sitzung Marcus Lamprecht zum AStA-Vorsitz wiedergewählt . Die dafür vermutlich entscheidende Frage kommt aus den Reihen des Präsidiums, um genau zu sein von Fabian Franken (Grüne Hochschulgruppe): „Was ist dein Lieblingstier?“ Lamprecht zögert nicht lange: „Natürlich das Axolotl.“ Für alle, die noch nie von dem spannenden Aquariumbewohner gehört haben: Es sieht ein bisschen aus wie ein Pokémon mit einem wirklich freundlichen Gesichtsausdruck. Letztlich überzeugte Lamprecht die Hochschulpolitiker*innen womöglich dann doch mit seiner knapp fünf Jahre langen AStA-Erfahrung an der UDE. Er wurde mit 20 Ja-Stimmen und 9 Nein-Stimmen wiedergewählt. In einer hitzigen Debatte unterstellte die Liberale Hochschulgruppe Lamprecht hinsichtlich der universitären Kooperation mit Nextbike einen „wirtschaftlichen Griff ins Klo“. Laut ihrer Rechnungen könnte man 40.000 Euro sparen, wenn es keine Kooperation mit Nextbike geben würde und Studierende stattdessen ihre Rechnungen an den AStA weiterleiten würden. Lamprechts Gegenargument: „Das wäre dann aber ein bürokratischer Großaufwand.“ Die aktuellen Nutzungszahlen von Nextbike liegen bei 83.000 Ausleihen. Wirtschaftlich rentabel sei das Projekt erst, wenn man monatlich auf 10.000 Ausleihen kommen würde – im Jahr also 150.000 erziele. Wirklich Stellung bezieht der AStA-Vorsitzende letztlich nicht: „Ich persönlich bin zufrieden mit den Nutzerzahlen.“