Ticket-Odyssee bald vorbei?

Chipkarte oder App, das ist hier die Frage. Für Studierende ist die Antwort ziemlich eindeutig. (Foto: caro)

Chipkarte, App oder Papierausdruck – in welcher Form das Semesterticket angeboten werden soll, ist ein Dauerthema. Vergangenen Freitag, 2. Februar, haben die Gruppe der Studierenden sowie der AStA der Universität Duisburg-Essen, ihre Sicht und Wünsche im Senat eingebracht. Ein Versprechen macht jetzt etwas Hoffnung.

Ein leerer Akku, ein beschädigter QR-Code auf dem Papier oder technische Fehler sind wohl die häufigsten Kritikpunkte am Semesterticket in der MyUDE-App. Viele Studierende wünschen sich das Ticket auf der Chipkarte zurück. Die, die es noch auf der Karte haben, sollen ab Oktober gänzlich darauf verzichten müssen. Denn die Verkehrsbetriebe möchten dann nur noch eine Lösung je Universität anbieten. Nachdem das Autonome Fachschaftenreferat bereits im Dezember eine Petition startete (akduell berichtete), lassen die studentischen Vertreter*innen auch weiterhin nicht locker.

Zeigte sich das Rektorat in der Senatssitzung vom 12. Januar noch überrascht über die Problematik, wurde spätestens nun klar, dass es sich um ein sensibles Thema handelt. In der vergangenen Sitzung kritisierten die studentischen Senator*innen das Vorgehen der Hochschulverwaltung, die Intransparenz und den anscheinenden Alleingang der Universität, so die studentische Senatorin Corinna Kalkowsky (Antihelden). „Vor allem aus der Gruppe der Professor*innen kam Rückenwind“, schildert sie die Entwicklung der Diskussion. Sie sagten zu, die Studierendenschaft in ihren Belangen zu unterstützen und geschlossen aufzutreten. Auch widersprachen sie der Äußerung Ludwig Ciesielskis, Dezernat des Studierendenservices, bei der Problematik handele es sich um Einzelfälle, erläutert die Senatorin Aylin Kilic (Grüne Hochschulgruppe).

Die Hoffnung bleibt

„Die Universitätsleitung wurde aufgefordert hinter ihren Studierenden zu stehen, die Verwaltung hat dies auch letzten Endes zugesichert“, so Kalkowsky weiter. Ein unterstützendes Nicken des Kanzlers Rainer Ambrosy wurde ebenfalls beobachtet.

Zwar kann der Senat als Gremium nicht selbst bestimmen, wie das Semesterticket künftig zugänglich gemacht werden wird. Man könne aber Öffentlichkeit schaffen und den Druck erhöhen, erklärt Kalkowsky. Und Kilic ergänzt: „Wir werden nicht locker lassen, immer wieder unser Recht wahrnehmen, das Rektorat nach dem Stand zu befragen und haben auch jetzt schon gefordert, die Verkehrsbetriebe offiziell in den Senat einzuladen.“ Als nächstes gehe man erneut mit allen drei Parteien in Gespräche. „Sollte sich die Uni in diesem Gespräch querstellen, nachdem der Senat so ein klares Zeichen gesetzt hat, wäre das extrem schädlich für das Klima und das Vertrauen bezüglich im Senat getroffener Aussagen.“ Generell scheint die Kommunikation zwischen den Parteien für Chaos zu sorgen. So schilderte Sabine Wasmer, Dezernentin des Studierendenservices, sie bekäme immer wieder verschiedene Informationen. Kilic erklärt: „Wir, die studentischen Vertreterinnen, haben deutlich gemacht, dass die ständigen Schuldzuweisungen ein Ende haben müssen.“

Zumindest dem AStA liegt per E-Mail vor, wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zu den unterschiedlichen Versionen des Tickets steht. So schreibt José Louis Castrillo, Vorstand des VRR im Dezember: „Wir fördern im VRR die mobilen Anwendungen, schließen aber keine Nutzermedien aus.“ Die Chipkarte sollte damit noch nicht vom Tisch sein. Dennoch bleibt Kalkowsky zunächst skeptisch, ob eine Rückumstellung auf den Studierendenausweis allein verwaltungstechnisch bis Oktober noch umsetzbar sei. Bezüglich der Unterstützung seitens der Universitätsleitung sei abzuwarten, „wie viel das Versprechen in der Umsetzung Anwendung findet“. AStA-Vorsitzender Marcus Lamprecht (Grüne Hochschulgruppe) führt an, man habe im Senat auch noch mal darauf hingewiesen, man möge anerkennen, „dass es sich um Verträge der Studierendenschaft, nicht der Uni handelt“.