Was passiert in der Fachschaftskonferenz?

Die bunte Statistik zeigt die Anwesenheit der Fachschaften im vergangenen Jahr. (Foto: lenz)

Direkt zu Semesterstart haben viele Studierende der Universität Duisburg-Essen vermutlich eine E-Mail mit folgender Aufforderung erhalten: Geh’ wählen! Bald! Und zwar deine Fachschaftsvertreter*innen. Alle Vertreter*innen treffen sich monatlich in der Fachschaftskonferenz (FSK), informieren über ihre Aktivitäten und organisieren Veranstaltungen. Wir berichten von der letzten Konferenz am vergangenen Montag, 9. April:

„Wie ihr seht, unsere goldene Mitte fehlt heute”, sagt Constanze Becker, die Vorsitzende des Fachschaftenreferats. Damit gemeint ist Severien Görgens, ebenfalls Vorsitzender. Der Grund: Semesterstart und ein Haufen an Arbeit. Matthias Sommer, ebenfalls im Vorsitz, protokolliert die Veranstaltung wie gewohnt. Mit 20 anwesenden Stimmberechtigten von insgesamt 32 Fachschaften ist die Konferenz stimmfähig. Der Beamer schmeißt eine farbige Statistik an die Wand, aus der hervorgeht, wer im vergangenen Jahr regelmäßig und wer unregelmäßig erschienen ist. „Keine Fachschaft war keinmal da”, kommentiert Becker erfreut. Das, was gerade dekorativ die gelbliche Wand schmückt und eher unterhaltsam ist, wird zum Ende der Veranstaltung noch zum autoritär-motivierten Entscheidungsfaktor.

Kanzlergespräch

Der Vorsitz berichtet von dem langersehnten Gespräch mit dem Kanzler Rainer Ambrosy, der unter anderem Mitglied des Rektorats ist und die Hochschulverwaltung leitet. Außerdem obliegt ihm die Wirtschafts- und Personalleitung der Universität Duisburg-Essen. In der Unterhaltung ging es vorzugsweise um die Räumlichkeiten der alten Mensa am Campus in Duisburg. Aktuell ist diese dort noch im L- und M-Bereich vorzufinden. Ersterer soll zu einem PC-Pool umgebaut werden. Im M-Bereich sollen hingegen Arbeitsplätze entstehen. Die Bibliothek aus dem M-Bereich zieht ebenfalls in den alten Speisesaal. In diesem Jahr wird die neu erbaute Mensa neben dem Fraunhofer In-Haus-Zentrum am Forsthausweg emporragen (akduell berichtete). 

„Außerdem gibt es bald im Parkhaus am Essener Campus eine Schranke, die mit dem Studierendenausweis geöffnet werden kann”, sagt Becker. Die Schranke sei schon da und müsste nur noch angebracht werden. „Langfristig soll aber ein neues Parkhaus errichtet werden, weil das alte nicht mehr tragbar ist”, ergänzt Sommer.

Vollversammlung, LAN-Parties und AKD anstreichen.

Auf der Vollversammlung, die bisher für Mitte Juni angedacht ist, möchten die Vertreter*innen Stände mit Getränken und Snacks anbieten. Die große LAN- und Konsolen-Party und die Renovierung des AStA-Kellers in Duisburg (AKD) stehen ebenfalls in nächster Zeit an und müssen organisiert werden. Für erstere soll ein eigener Server  eingerichtet, Pizza bestellt und eine Karaoke-Anlage aufgestellt werden. Gespielt werden kann so ziemlich alles – von Mario-Kart bis FIFA. Pascal Winter ist Finanzreferent des AStAs und wirbt für den mühsamen Kelleranstrich: „Die Fachschaften, die sich bei der Renovierung beteiligen, können sich dann im Flur mit ihren Logos verewigen.” Was in Einzelfällen vielleicht auch ein Anreiz für ein Logo-Relaunch sein könnte.

Kaviar-Fahrten und Freibier

Beim Tagungspunkt Anträge” erreicht die Konferenz womöglich ihren Höhepunkt. Philipp Lange von der Fachschaft BWL fängt an und fordert 288,90 Euro für drei Teilnehmer*innen an der Bundesfachschaftenkonferenz in Göttingen. „Gibt es dort Kaviar, Freibier und Übernachtungen im Fünf Sterne Hotel oder warum ist die Fahrt so teuer?”, merkt ein Vertreter der Fachschaft Mathematik an. Becker stärkt Lange den Rücken und macht auf die bunte Anwesenheitsstatistik aufmerksam: „BWL war oft da.” Als Argumentationsgrundlage dient also die Anwesenheitsquote einer Fachschaft. Was im Umkehrschluss aber bedeutet: Es werden nicht nur die unzuverlässigen Vertreter*innen, sondern ganze Fachschaften und mit ihnen tausende Studierende bestraft. Lange versichert jedenfalls, dass er nochmal nachhaken wird. Die FSK stimmt mit einer Enthaltung für den Antrag, die Fahrt nach Göttingen wird somit erneut bezuschusst. Ebenfalls nicht mit leeren Händen nach Hause gehen auch die Fachschaften Physik, die eine Fahrt nach Weeze plant, und Chemie. Letzte wünscht sich einen Zuschuss für eine Bundesfachtagung in Essen, an der alle Chemie und chemienahen Fachschaften teilnehmen können.